Ein Windrad Marke Eigenbau für alle

25. August 2016 - 15:33 Uhr
    Western WindradFoto: Niko Korte / pixelio.de

Die Menschen nutzen die Kraft des Windes schon sehr lange. Die großen und majestätischen Windenergieanlagen zur Stromerzeugung, die wir und andere heute planen und bauen, sind eine vergleichsweise neue Entwicklung. Zu anderen Zwecken wird die Windenergie bereits seit 4.000 Jahren genutzt, zum Beispiel zum Pumpen von Wasser aus der Tiefe, um an Trinkwasser zu kommen oder Felder zu bewässern. Was uns hier zu Lande als Relikt aus früher Vorzeit vorkommt, kann in anderen Ländern Leben retten und eine kleinbäuerliche Landwirtschaft ermöglichen.

Daher hat sich der in Hannover ansässige Verein Öffnet den Link in einem neuen FensterGreen Desert e.V. mit Studierenden der Hochschule Bremen und der Lebenshilfe in Seelze bei Hannover zusammengetan, um eine technische Lösung für die Wasserversorgung anzubieten, die mit relativ einfachen Mitteln überall umgesetzt werden kann. Green Desert ist auf solche Projekte spezialisiert und hat es sich nach eigenen Angaben „zur Aufgabe gemacht autarke, dezentrale sowie möglichst einfache, technische Lösungen im Bereich der Wasser-, Agrar- und Energieinfrastruktur zu entwickeln.“

Eine solche Lösung ist das „Western-Windrad“ zum Selberbauen. Dabei handelt es sich um ein auf einem Gittermast montiertes, vielflügeliges Windrad mit einer Fahne zur Windrichtungsnachführung. Western-Windrad werden die Anlagen genannt, weil sie zu Pionierzeiten in den USA weit verbreitet waren und daher zur Ausstattung von Western-Filmen gehören. Während solche Windräder in Deutschland eher im Kleinformat als Gartendekoration Verwendung finden, dienen sie in anderen Teilen der Erde nach wie vor der Wasserversorgung.
Die Technik ist recht einfach, dafür robust und auch härteren klimatischen Bedingungen angepasst. Ein Problem liegt laut den Initiatoren darin, dass es keine frei verfügbaren Bauanleitungen gibt. Das haben Green Desert und seine Partner nun geändert. In einem Workshop in der Werkstatt der Lebenshilfe Seelze haben die ehrenamtlichen Helfer eine Woche lang an einem solchen Windrad gearbeitet. Dabei wurde jeder Arbeitsschritt mit der Kamera festgehalten und in einem Dokument erläutert. So ist eine verständliche Anleitung entstanden, mit deren Hilfe jeder ein solches Rad selbst bauen kann. Die dafür nötigen Baumaterialien sind nicht schwer zu beschaffen. Die Online- und die Printversion werden nun von den Initiatoren in Netzwerken und Projekten der Entwicklungszusammenarbeit verbreitet.

Uns bei Windwärts hat dieser Ansatz gleich begeistert, als wir gefragt wurden, ob wir das Projekt unterstützen können. Es demonstriert, dass die nachhaltige Nutzung der Windenergie viele verschiedene Formen kennt, aber in jedem Fall sehr wichtig ist für die Zukunft der Menschen. Und es handelt sich um echte Hilfe zur Selbsthilfe. Daher haben wir Green Desert mit einer Spende für das Projekt unterstützt.


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