Windenergie

Strom aus der Energie des Windes

Die Nutzung von Windkraft in der Vergangenheit

Die Stromerzeugung aus Windenergie ist erst seit 1887 möglich, die Kraft des Windes nutzen die Menschen allerdings seit fast 4.000 Jahren. Damals sollen die Babylonier unter König Hammurabi Maschinen eingesetzt haben, um mithilfe der Windenergie die Felder Mesopotamiens zu bewässern. Im Iran und in Afghanistan sind heute noch Überreste von Windrädern zu sehen, die es in dieser Form mindestens seit dem 7. Jahrhundert gibt. Es war offensichtlich bereits für die frühen Hochkulturen nahe liegend, die unmittelbar spürbare Energie zu nutzen, die im Wind steckt.

Windenergie half Mehl zu mahlen oder Wasser zu pumpen

Die Bockwindmühle ist der älteste Windmühlentyp in Europa | Lapping (pixabay)

In Europa tauchte im 12. Jahrhundert ein Windmühlentyp auf, der den heutigen Windenergieanlagen bereits deutlich ähnlicher war:

Die im Laufe der Jahrhunderte ständig verbesserten Windmühlen, die lange die europäischen Landschaften prägten und die wir heute mit Nostalgie und Romantik verbinden, hatten eine horizontale Achse. Das heißt, die Flügel der Mühle drehen sich wie bei einem Flugzeugpropeller senkrecht zum Wind.

Die Konstrukteure dieser Mühlen wussten nicht, welches physikalische Prinzip ihre Mühlen antrieb, und sie haben auch keinen Strom erzeugt, sondern die Energie direkt genutzt, um Mehl zu mahlen oder Wasser zu pumpen. Dennoch hatten sie eine Maschine konstruiert, die im Prinzip heute noch im Einsatz ist.

Entwicklung der Anlagentechnik moderner Windenergieanlagen

Blyths Windkraftanlage bei seinem Haus in Marykirk, 1891 | Bild: commons.wikimedia.org

Die Stromerzeugung aus Windenergie ist einiges jünger, aber auch sie wird schon eine ganze Zeit angewandt. Bereits 1887 entwickelte der Schotte James Blyth die erste Windenergieanlage zur Stromerzeugung. Der Durchbruch der modernen Windenergie gelang aber erst ab den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

Die Dänen waren die ersten Strom-Windmüller

Das Oberteil der Gedser-Windkraftanlage (Energiemuseums Gudenaacentralen, Bjerringbro) | CC BY-SA 3.0

Die ersten, die moderne Windenergieanlagen bauten, waren die Dänen. Bereits in den 1950er-Jahren konstruierte Windpionier Johannes Juul die Gedser Windkraftanlage, die über drei Rotorblätter und einen Generator mit 200 kW Leistung verfügte.

Growian im Sommer 1984 bei Marne, Schleswig-Holstein | CC BY-SA 3.0

In Deutschland hingegen startete die Geschichte der modernen Windenergienutzung mit einem Fehlstart: der Versuchsanlage Growian (Große Windenergie-Anlage), die von 1983 bis 1987 im Kaiser-Wilhelm-Koog stand. Mit 100,4 Metern Rotordurchmesser und 3 MW Nennleistung war sie die damals weltweit größte gebaute Anlage. Doch die überdimensionierte Zwei-Blatt-Anlage erwies sich als nicht beherrschbar und erreichte nicht einmal einen dauerhaften Testbetrieb.

Doch auf dem Growian-Gelände feierte die Windenergie ab 1987 den Durchbruch in Deutschland: Der erste deutsche Windpark entstand dort mit 30 deutlich kleineren Anlagen. Der Windenergiepark Westküste wurde Anfang 1991 als damals größter Windpark Europas ans Stromnetz angeschlossen und lieferte pro Jahr rund 19 Millionen kWh Strom.

Windenergie heute

Offshore-Windpark (vor Dänemark) | Bild: A. Bjerg (pixabay)

Heute ist die Stromerzeugung aus Windenergie das Rückgrat der Energiewende. An Land und auf See drehen sich Zehntausende Windenergieanlagen, deren Leistung die des Growian zum Teil weit in den Schatten stellen.

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