Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien weltweit

Auf dem Vormarsch

Deutschland ist Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien, aber die anderen Länder holen massiv auf oder haben uns bereits überholt. Das belegt der Statusreport der erneuerbaren Energien, den REN21, ein weltweites Netzwerk aus Regierungen, internationalen Organisationen und Branchenverbänden, einmal im Jahr vorlegt. Mit fast zwei Drittel der gesamten Kapazitäten (2.179 GW) zur Stromerzeugung, die im Jahr 2017 neu errichtet wurden, war erneuerbar.

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung lag im Jahr 2017 weltweit bei 24,3 Prozent.  Den größten Anteil daran hat nach wie vor die Wasserkraft, aber die Wachstumsraten der anderen Energieträger, vor allem der Wind- und Solarenergie, sind beachtlich. So ist die Erzeugungskapazität der Windenergie im Jahr 2017 um 10 % und die der Photovoltaik sogar um 32 % ausgebaut worden, während der Ausbau der Wasserkraft nur 2 % betrug.

Erneuerbare Energien im Ländervergleich

Deutschland verfügt über die drittgrößte Erzeugungskapazität pro Einwohner weltweit, nur Island und Dänemark stehen noch besser da. Auf den Plätzen folgen Schweden, Spanien und Finnland. In absoluten Zahlen führt China die Weltrangliste an, gefolgt von den USA und Deutschland. Insgesamt sind es also die besonders dynamischen Volkswirtschaften, die auf erneuerbare Energien setzen.

Mittlerweile gibt es fast keine Regierung mehr, die den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht fördern und beschleunigen möchte. Das weltweite Wachstum löst natürlich auch umfangreiche Investitionen aus: Alleine im Jahr 2017 flossen weltweit etwa 248 Billionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien, ein Anstieg von 2 % gegenüber 2016.

Perspektive für die Erneuerbaren

BESCHÄFTIGUNG DURCH ERNEUERBARE ENERGIEN WELWEIT
Weltweit haben die Erneuerbaren Energien 8,3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, davon mehr als 1,1 Millionen in der EU und über 330.000 in Deutschland.

Eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien – nur eine schöne Utopie? Was für Deutschland eine gewaltige Zukunftsaufgabe darstellt, ist in anderen Ländern bereits Realität. Island, Paraguay und das afrikanische Lesotho erzeugen ihren Strom bereits heute ausschließlich aus erneuerbaren Energien, Norwegen und Costa Rica stehen kurz davor, und viele andere Länder der Erde weisen deutlich höhere Anteile der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf als wir. Sicherlich ist das in den genannten Ländern den geographisch und geologisch besonders günstigen Ausgangsbedingungen zu verdanken, und es geht in den genannten Ländern vor allem um Wasserkraft und Geothermie.

Ein Ansporn sollte es uns dennoch sein, dass es bereits heute Länder gibt, die von Kohle und Atomenergie zur Stromerzeugung unabhängig sind. Dass eine Vollversorgung aus Erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit auch in Deutschland und Europa technisch und wirtschaftlich machbar ist, haben mittlerweile viele Studien bewiesen. Egal, ob die Untersuchungen vom Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen (SRU) kommen oder von der Europäischen Klimastiftung ECF und McKinsey, das Ergebnis ist eindeutig. Es ist also keine technische Frage, ob wir das Ziel erreichen, sondern eine politische und gesellschaftliche. Dass wir es erreichen müssen, steht außer Frage.