Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien in Deutschland

Vorreiter und Trendsetter

In Deutschland übernehmen die erneuerbaren Energien eine immer wichtigere Rolle bei der Stromversorgung. Trugen sie im Jahr 1990 gerade einmal 3 Prozent zur Stromerzeugung bei (fast ausschließlich Wasserkraft), so betrug ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland im Jahr 2020 erstmals mehr als 50 Prozent.

Die aktuellen Pläne der Bundesregierung sehen vor, dass im Jahr 2030 ein Anteil von 65 Prozent erreicht ist.

Dieses rasante Wachstum hat zwei wichtige Motoren:

  1. die Initiative vieler Menschen, die an neuen Technologien forschen, Unternehmen gründen, Geld investieren oder für eine nachhaltige und zukunftstaugliche Energieversorgung auf die Straße gehen,
  2. das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es verbindet zwei einfache und wirksame Mechanismen: den Vorrang für erneuerbare Energien bei der Einspeisung ins Netz und die feste Einspeisevergütung für Strom aus regenerativen Quellen.

Damit hat das EEG einen grundlegenden Wandel angestoßen: Waren die Erneuerbaren bis dato eher eine Spielwiese für Idealisten und Tüftler, wurden sie nun auch wirtschaftlich interessant. Vor allem die durch die genannten Mechanismen geschaffene Investitionssicherheit hat sich als zielführend erwiesen.

Vorteile für Deutschland

Der starke Ausbau der erneuerbaren Energien bringt Deutschland enorme Vorteile. Das belegen unter anderem die Zahlen, die vom Bundesumweltministerium veröffentlicht wurden:

  • Der Ausbau Erneuerbaren Energien sorgte dafür, dass der CO2-Ausstoß der Energiewirtschaft von 466 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 254 Millionen Tonnen im Jahr 2019 sank.
  • Die Treibhausgas-Emissionen zwischen 1990 und 2019 um fast 36 Prozent gesunken.
  • Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze: Insgesamt arbeiteten im Jahr 2019 mehr als 300.000 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen.

Quelle: Umwelt-Bundesamt

Bürger werden Stromerzeuger

Ein Unterschied zwischen konventionellen und regenerativen Methoden der Stromerzeugung ist die Struktur der Eigentümer der Erzeugungsanlagen. Die großen Kohle- oder Atomkraftwerke, die die Vergangenheit der Energieversorgung geprägt haben, gehören wenigen großen Konzernen. Bei den dezentralen Erneuerbaren sieht das ganz anders aus.

Das heißt: Fast die Hälfte der Windenergie-, Solar- und Biogasanlagen sowie der Wasserkraftwerke in Deutschland sind im Besitz von Menschen „wie Du und ich“. Eine Energieversorgung in Bürgerhand – wer hätte davon noch vor 30 Jahren zu träumen gewagt?

Aufgaben für die Zukunft

Wir sind bereits weit gekommen. Fast die Hälfte des Stroms in Deutschland wird aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Fossile Brennstoffe werden irgendwann knapp und damit teuer. Der Klimawandel schreitet voran. Deshalb kann das Ziel nur eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien sein. Doch dafür müssen wir das gesamte System der Energieversorgung ändern. Das bedeutet, über das Design des Strommarkts ebenso nachzudenken wie über die Art und Weise, wie wir Strom verbrauchen – und nicht nur, wie wir ihn erzeugen.

  • Wie kann fluktuierende Stromerzeugung ausgeglichen und zu jedem Zeitpunkt Versorgungssicherheit garantiert werden? Hier können Speichertechnologien ebenso eine Rolle spielen wie virtuelle Kraftwerke, in denen dezentrale Erzeugungsanlagen zusammengeschaltet werden.

  • Wie können wir den Verbrauch der fluktuierenden Erzeugung mit Erzeugungsspitzen etwa um die Mittagszeit anpassen, wenn die Solaranlagen viel Strom erzeugen?

  • Welche Übertragungsnetze brauchen wir?

Die Gestaltung eines Energieversorgungssystems, das auf erneuerbaren Energie beruht, ist Aufgabe der Politik. Als Staatsbürger und Energieverbraucher sollten wir alle darauf achten, dass sie diese Aufgabe auch wahrnimmt.