Geschichten

Windkanal: Ein Podcast, der Windenergie verständlich erklärt

In ihrer Freizeit produziert Julia Wolf regelmäßig eine neue Folge ihres Podcasts Windkanal. Warum sie das tut, wie die Reaktionen sind und wie sie weitermachen will, erklärt sie im Interview.

Seit April ist sie auf Sendung und durchschnittlich hören 200 Menschen jede Folge ihres Podcasts Windkanal: Julia Wolf, seit zehn Jahren in der Projektentwicklung bei juwi und Landesvorsitzende des BWE in Baden-Württemberg, kümmert sich auch in ihrer Freizeit um das Thema Windenergie. Aktuell gibt es 16 Folgen, von Mythen zur Windenergie über die Frage, wie viel Strom eine Windenergieanlage eigentlich produziert, bis hin zur bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung. Und es sollen noch viel mehr werden.

Erzählen Sie mal von Anfang an: Wie sind Sie auf die Idee mit dem Podcast gekommen?
Ich arbeite jetzt seit knapp zehn Jahren in der Projektentwicklung und habe festgestellt: Überall, wo über Windenergie diskutiert wird, bekomme ich die gleichen Fragen gestellt. Die meisten Menschen beschäftigen sich eben erst mit Windenergie, wenn das Thema in die Nähe kommt – zum Beispiel, weil ein Windpark geplant wird.

Und es gibt so viele falsche Informationen. Die Gegner der Windenergie haben ihre Homepages und sind bei Facebook aktiv. Völlig uninformierte Menschen stoßen dann auf Flugblätter der Gegenwind-Bürgerinitiativen und bekommen eine völlig verzerrte Darstellung geliefert, die Angst macht.

Ich möchte mit meinem Podcast einen Gegenpunkt bieten. Ich bin natürlich pro Windkraft, aber ich finde es auch in Ordnung, dass man das merkt.

Dazu kommt, dass ich selber gern Podcasts höre. Sie sind ein tolles Medium, um sich Wissen anzueignen. Und so kam beides zusammen.

War es leicht, einfach loszulegen?

Die Vorbereitung war schon sehr aufwändig – ich bin ja keine Journalistin und das Produzieren geht mir nicht so leicht von der Hand. Außerdem recherchiere ich auch für die Themen. Ich bin natürlich aus der Branche, aber alles weiß ich auch nicht bis ins letzte Detail. Und in einem Podcast, der mehrfach gehört oder transkribiert werden kann, muss am Ende auch alles zu 100 % stimmen.

Dazu kam: Bislang war ich eher unauffällig im Internet unterwegs. Jetzt mit meinem Namen, der eigenen Stimme und einem umstrittenen Thema loszugehen, war schon eine Überwindung.

Wie sind denn die Reaktionen?
Bislang ausschließlich positiv. Ich bin ja auch erst seit ein paar Monaten dabei und habe keine große Werbung gemacht, sondern die Nachricht nur bei LinkedIn und Xing gepostet. Da hatte ich schon Herzklopfen ‒ aber die Reaktionen waren bombastisch. Vor allem erstmal von den Kollegen, obwohl ich mir die eher als Multiplikatoren gedacht hatte. Denn die eigentliche Zielgruppe sind ja eher Laien ‒ Nachbarn, Freunde, Anwohner von neuen Windparkprojekten...

Aber es kommt jetzt erstmal viel Rückmeldung aus der Branche: Der BWE hat den Podcast im Newsletter verlinkt, und die Folgen zur bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung mit einem Experteninterview werden in einem Unternehmen für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter genutzt (lacht).

Um Bürgerenergiegenossenschaften und andere Interessierte besser zu erreichen, habe ich jetzt auch einen Windkanal-Account auf Facebook und Instagram. Das klappt gut.

Und wie wird’s jetzt weitergehen?
Ich habe noch eine ganze Menge Themen auf dem Zettel. Am Anfang wollte ich die Folgen möglichst breit anlegen. Aber jetzt habe ich mir Betriebsführung vorgenommen: Was macht eigentlich unsere Leitwarte?

Und auch die Kollegen kommen mit Themen auf mich zu. Artenschutz und Akzeptanz werden deshalb ebenfalls noch eine Rolle spielen. Außerdem kann man mich anschreiben unter themenwunsch@windkanal.de Da nehme ich auch gern Feedback entgegen.