Geschichten

Im Schritttempo zum Ziel

Mit einem Selbstfahrer bringt ein Spezialunternehmen die 60 Meter langen Rotorblätter für unser Projekt Siegfriedeiche über die kurvige Strecke vom Umladeplatz bis zur Baustelle. 18 Rotorblätter für 6 Anlagen: jeden Tag eines. Unser Fotograf Mark Mühlhaus hat die Transporte einen Tag lang begleitet.

Vom Umladeplatz kurz vor Heinzenberg im schönen Taunus startet der Selbstfahrer um 9.00 Uhr. So wird das winterliche Tageslicht optimal für die knifflige Navigation genutzt. Für die rund 8 km lange Strecke bis Weilmünster benötigt der Transport im Schritttempo rund 3 Stunden.
Per Fernbedienung dirigieren die Mitarbeiter des Fuhrunternehmens den Spezialtransport. An der Spitze des Rotorblattes ist ein Windmessgerät angebracht, da zu starke Winde das genaue Navigieren behindern könnten.
Der Verkehr wird gesperrt und in regelmäßigen Abständen einseitig vorbei geführt.
Der Selbstfahrer kann das Rotorblatt seitlich drehen und bis zu 60 Grad in die Höhe kippen. So ist es möglich Kurven zu durchfahren, deren Radius für das Rotorblatt eigentlich zu eng ist. Im Wald bleibt das Blatt relativ weit unten und taucht so untern den Baumwipfeln hindurch.
Auf freier Strecke ist schnelles Schritttempo möglich.
In den engeren Ortskurven wird es hingegen richtig knifflig. Der Selbstfahrer passiert schwierige Stellen mit aufgestelltem Rotorblatt und in Kombination aus Vor- und Rückwärtsgang.
Die Mitarbeiter sind mittlerweile routiniert auf der Strecke. Schneller geht es deswegen trotzdem nicht, vielleicht unaufgeregter.
Am Nachmittag wird das Rotorblatt geparkt und für den zweiten Teil der Strecke mit Lampen ausgestattet. Damit der Berufsverkehr nicht behindert wird, darf auf der größeren Bundesstraße bis zur Baustelle nur in der Nacht gefahren werden. An diesem Abend sorgen jedoch Windböen dafür, dass der Transport abgesagt werden muss. So bleibt es den nächsten Tag im Taunus abzuwarten und auf besseres Wetter zu hoffen, denn bis Weihnachten sollen alle Rotorblätter auf der Baustelle sein.