Geschichte

Energieregion Staßfurt: Ein Windwärts-Windpark für die regionale Energiewende

Staßfurt in Sachsen-Anhalt will mit grünem Wasserstoff aus Windstrom Verkehr und Wärme klimafreundlich machen. Und Windwärts baut den Windpark dazu.

Deutschland will bis spätestens 2050 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss mehr geschehen, als Kohle- und Atomkraftwerke durch Wind- oder Solarparks zu ersetzen. Auch andere Sektoren wie die Wärmeversorgung und der Verkehr müssen künftig einen wirksamen Beitrag dazu leisten, Treibhausgase zu vermeiden.

Ein Schlüssel dazu ist die Nutzung von Wasserstoff, der statt Benzin oder Diesel Fahrzeuge antreiben oder an Stelle von Erdgas Häuser heizen kann. Klimaneutral ist er allerdings nur, wenn für seine Herstellung grüner Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind oder Sonne zum Einsatz kommt.

Güner Wasserstoff kann im Verkehr und zur Gebäudeheizung eingesetzt werden

Quelle: Stadt Staßfurt | Wirtschaftsförderung | © Janine Sparmann | Grafik: toolboxx-media

Wie eine solche klimaneutrale Wasserstoffproduktion aussehen kann, will die Energieregion Staßfurt in Sachsen-Anhalt in einem Modellprojekt zeigen. Mit einer Erweiterung eines bestehenden Windparks wird dabei ein Elektrolyseur mit grünem Strom versorgt. Der grüne Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Verkehrswende leisten – zum Beispiel durch den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Bussen – und zur Beimischung in das Gasnetz des Betreibers Erdgas Mittelsachsengenutzt werden. Windwärts ist in diesem innovativen Projekt verantwortlich für Planung und Bau des Windparks.

Windpark aus modernsten Anlagen

Innovativ ist das Projekt aus mehreren Gründen: Im Windpark, für den das Genehmigungsverfahren läuft, sollen die derzeit leistungsstärksten Onshore-Windenergieanlagen errichtet werden. Jede der sechs Vestas V-162 verfügt über eine Leistung von 6 MW. Gemeinsam können sie 84.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Bürger können sich über einen Windsparbrief am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen.

Eine Direktleitung verbindet Windpark und Elektrolyseur

 

E-Bus an der Ladestation (CC-BY-SA-4.0 | Lukas3333)

Über eine direkte Stromverbindung wird Elektrolyseur mit Windstrom beliefert. Der Elektrolyseur mit einem Megawatt Leistung kann 130 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen. Genug, um zum Beispiel 15 Busse des öffentlichen Nahverkehrs sowie 10 Müllfahrzeuge zu betanken und gleichzeitig zur Vergrünung der Wärme beizutragen.

 

Wichtige regionale Partner sind mit im Boot

Die Umsetzung eines solch innovativen Konzepts kann nur gelingen, wenn starke regionale Partner mit im Boot sind. An der Energieregion Staßfurt sind neben der Stadt Staßfurt und der Erdgas Mittelsachsen GmbH auch die Stadtwerke Staßfurt beteiligt. Das Mannheimer Energieunternehmen MVV, Muttergesellschaft von Windwärts,ist als überregionaler Partner dabei. Die wissenschaftliche Vorbereitung, Begleitung und Auswertung übernehmen das Fraunhofer IFF und das Max-Planck-Institut aus Magdeburg.

 

Partner des Projekts

Ziel: 2023 startet die konkrete Umsetzung des innovativen Projekts

Noch laufen Genehmigungsverfahren und Planungen, noch sind Fragen offen. Ziel ist es, im Jahr 2023 den Windpark zu errichten. Parallel laufen die Planungen für den Bau des Elektrolyseurs, für die Wasserstoffeinspeisung ins Erdgasnetz sowie für die notwendige Infrastruktur zur Betankung. So wird das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zur Klimaneutralität der Energieregion Staßfurt leisten und zugleich zum Modell für andere Regionen.

Links zur Energieregion: