Geschichten

Der 11. Windwärts-Radmarathon fährt mit neuer Rekordbeteiligung nach Leipzig

"Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?" Auch bei Windstille schafft das 21-köpfige Peloton eine Strecke von 255 Kilometern.

Es war fast zum Verzweifeln: Tagelang verkündeten die Wetterportale nahezu stündlich wechselnde Windrichtungen. In einem stimmten aber alle überein – es würde nahezu windstill werden. Wie sollte auf dieser Basis ein passendes Ziel ausgewählt werden? Denn es gilt, an einem Tag eine möglichst lange Strecke mit dem Wind im Rücken zurückzulegen. Letztlich gab ein Reim den Ausschlag:

Die Windkraft zeigt sich zwar recht geizig, doch fahr’n wir gern ins schöne Leipzig!
Magischen Sonnenaufgang kurz hinter Sehnde (Foto: Maren Salberg)

4:30 Uhr: Start in Hannover-Anderten

Der Tag begann mit einer frühmorgendlichen Überraschung. Am Treffpunkt in Anderten wartete um 4:30 Uhr Detlef Rehbock vom Stadtradeln-Promotion-Team der Region Hannover, um den Start des Radmarathons zu dokumentieren.

Ein kurzer Zwischenstopp der „Rennschnecken“ bei der Burg Hausneindorf nördlich von Quedlinburg im Harz (Sachsen-Anhalt).

Premiere: Eine fünfköpfige Spitzengruppe und 16 Rennschnecken

Erstmals wurden die Teilnehmenden in eine fünfköpfige „Spitzengruppe“ und in ein 16 „Rennschnecken“ umfassendes Hauptfeld aufgeteilt. Die Entscheidung für Leipzig erwies sich trotz Windstille als Glücksfall, denn die Streckenführung durch das nördliche Harzvorland, auf dem wildromantischen Saale-Radweg und abschließend entlang der Elster war überwiegend verkehrsarm und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Allerdings summierten sich die vielen kleinen Steigungen schon bis Halberstadt auf über 1.000 Höhenmeter. Ohne Schweiß kein Preis!

Die Spitzengruppe erreicht das Ziel Leipzig um 16:55 Uhr

Zielfoto der Spitzengruppe vor dem Alten Rathaus

Nach einem magischen Sonnenaufgang kurz vor Hohenhameln baute die Spitzengruppe ihren Vorsprung kontinuierlich aus und erreichte ohne Zwischenfälle bereits um 16:55 Uhr den Marktplatz von Leipzig. Die Rennschnecken hatten sich eine längere Biergarten-Pause in Halle gegönnt, wurden unterwegs zwei Mal vom Pannenteufel heimgesucht und rollten deshalb erst um 18:15 Uhr im Zielbereich ein.

Geschafft: Der Berliner Radel-Rekord 2020 ist Geschichte

Während der gut vierstündigen Zugfahrt nach Hause erhielten beide Gruppen die Mitteilung, dass der Berliner Stadtradel-Rekord 2020 locker übertroffen worden sei. Immerhin hatte der Windwärts-Radmarathon insgesamt deutlich über 5.000 km dazu beigetragen. Bleibt abzuwarten, wie sich die Hauptstadt in diesem Jahr schlägt, denn dort wird erst im September geradelt.

Außerdem sicherte sich das siebenköpfige Stadtradel-Team „Radsportgemeinschaft Windwärts“ mit durchschnittlich 1.600 gefahrener Kilometer pro Teammitglied den Spitzenplatz dieser Kategorie in Stadt und Region Hannover. Ganz nebenbei wurden in diesen drei Wochen 1.670 kg CO2 eingespart. Darauf kann man wirklich ein bisschen stolz sein!

Alle angekommen! Die „Rennschnecken“ nach 255 Kilometern auf dem Rathausplatz in Leipzig

Die Eckdaten

  • Stecke: 255 km
  • Anstieg: 1300 Höhenmeter
  • Fahrtschnitt: 28 km/h Spitzengruppe |  25 km/h „Rennschnecken“

Windwärts spendet 510 Euro für die Flüchtlingshilfe

Trotz Windstille und Pannen war dieser Radmarathon auch in sozialer Hinsicht erfolgreich: Namensgeber und Sponsor Windwärts spendet zwei Euro für jeden gefahrenen Kilometer und damit 510 Euro für das Schulranzen-Projekt des Unterstützerkreises Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.

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