Windenergie - wie erklär ichʼs meinem Kinde?

11. Oktober 2013 - 13:18 Uhr
von Dr. Stefan Dietrich
zu  Wissenswertes zur Windenergie

Kinder sind unserer Erfahrung nach grundsätzlich begeistert von Windenergieanlagen. Kein Wunder: Die Windräder sind groß und bewegen sich. Das ist faszinierend und natürlich wird auch sofort die Neugier der Kleinen beflügelt. Was ist das? Wie geht das? Da es sich um einigermaßen komplizierte Maschinen handelt, fällt es Eltern und anderen Erwachsenen nicht unbedingt leicht, die Stromerzeugung aus Windenergie verständlich zu erklären. Viele wissen ja selbst nicht, was da so vor sich geht und welche Dimensionen so eine Anlage hat.

Bei Windwärts sehen wir Umweltbildung als wichtige Aufgabe all derer, die im Bereich der erneuerbaren Energien arbeiten. Daher überlegen wir uns auch, was wir tun können, um Kindern die Windenergie näher zu bringen. So tun wir uns zum Beispiel einmal im Jahr mit der Expertin schlechthin zusammen, nämlich der aus der Sendung mit ihr bekannten Maus. Schließlich haben sie und ihr Team Generationen von Kindern Technik näher gebracht. Da am 3. Oktober „Maustüröffnertag“ ist, haben wir auch in diesem Jahr eine Windenergieanlage für die Maus-Fans geöffnet, und uns dafür überlegt, wie wir die Technik den Kindern näher bringen können.

Höher als ein Kirchturm, schwer wie 60 Elefanten

Kindern die Windenergie zu erklären, bedeutet ja nicht, die Funktionsweise eines Frequenzumrichters oder eines Asynchrongenerators zu erläutern (wenn man sie denn überhaupt selbst verstanden hat). Was die Kleinen fasziniert, sind eher die Ausmaße der Anlage. Da bieten sich Vergleiche an, um zu verdeutlichen, was denn eine „Gesamthöhe von 145 Metern“ bedeutet. So hoch ist die Anlage im Windpark Springe/Bennigsen nahe Hannover, an der wir 2012 den Maustüröffnertag gefeiert haben. Was ist schon 145 Meter hoch? Zum Beispiel der Kölner Dom, das Ulmer Münster oder der Turm der Kirche St. Nikolai in Hamburg. Nicht aber die höchste Pyramide Ägyptens, die Cheops-Pyramide, denn der fehlen fünf Meter.

So groß wie ein Airbus A380

Ebenfalls gut darstellbar ist der Rotordurchmesser. In Hasede bei Hildesheim, wo wir dieses Jahr waren, sind es 77 Meter. Was bietet sich da als Vergleich an, wenn nicht das bekannte technische Gerät, das vom Prinzip her genauso funktioniert wie eine Windenergieanlage – das Flugzeug. Ein Airbus A380, das gaaaaaanz große Flugzeug, hat eine Spannweite von 79,75 Metern. Und schon wieder haben wir die Größe einer Anlage in eine Perspektive gebracht.

Strom für über 800 Familien

Recht einfach wird es bei der Frage, wie viel Strom so eine Anlage produziert. Die Unmengen an Kilowattstunden können einfach durch den durchschnittlichen Verbrauch eines Haushalts geteilt werden. Und schon werden aus 2,6 Millionen Kilowattstunden, die sich niemand vorstellen kann, 865 Familien, die Fernsehen schauen und kochen können, weil das Windrad sich dreht, vor dem die Kinder gerade stehen.


Maustüröffnertag 2013 im Windpark Hasede


Die Bewegung der Elektronen

Die Ausmaße einer Windenergieanlage können wir also ziemlich einfach erklären. Bei der Funktionsweise wird es schon schwieriger. Hier müssen wir natürlich das Ganze ziemlich vereinfachen. Wie so oft, ist eine spielerische Herangehensweise nötig. Ich möchte hier nicht ausplaudern, wie unser pädagogischer Partner, das Öffnet den Link in einem neuen FensterBüro für Naturetainment in Hannover, das so macht. Aber so viel sei gesagt: Wind bewegt sich, und Strom ebenso. Und wenn Kinder dann den Wind, ein Windrad oder ein Elektron spielen können, kommt das ihrer Neugier darauf, wie Windenergie funktioniert, ebenso entgegen wie ihrem Bewegungsdrang.

Windenergie kann Kindern also verständlich nahe gebracht werden. Man muss es nur wollen.


Autor Dr. Stefan Dietrich

Dr. Stefan Dietrich

Als Windwärts Pressesprecher bin ich dafür zuständig, dass die Medien und Menschen vor Ort immer gut über unsere Projekte informiert sind. Das heißt, ich informiere die Lokalpresse über Genehmigungen, Baufortschritte, Inbetriebnahmen u.ä. und empfange Besichtigungsgruppen in unseren Wind- und Solarparks. Darüber hinaus habe ich die aktuellen Entwicklungen der Branche im Blick (den Dr. habe ich schließlich in Politikwissenschaft gemacht).

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