Wiederaufbau mit Windrädern

16. Februar 2016 - 14:19 Uhr
von Verena Uka
zu  Verantwortung & Engagement

  • Hausbau in Weißrussland für Opfer von Tschernobyl

Weihnachten ist die Zeit des Gebens, und für viele Unternehmen die des Spendens. Auch wir bei Windwärts spenden seit Jahren einen festen Betrag pro Mitarbeiter, anstatt Geschenke an Geschäftspartner und Mitarbeiter zu verteilen. Uns ist es wichtig, mit unserer Weihnachtsspende verlässlich und dauerhaft ein Projekt zu fördern, das uns überzeugt. Es soll sinnvolle gemeinnützige Arbeit leisten, sich aktuellen Problemen widmen, Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen und damit einen Weg in die Zukunft zeigen. Darüber hinaus soll es einen Bezug zu unserem Geschäftsfeld aufweisen. Daher haben wir uns dafür entschieden, dem Öffnet den Link in einem neuen FensterVerein Heim-statt Tschernobyl e.V. immer zu Weihnachten Geld zu spenden. Die letzten zwei Jahre mussten wir leider aussetzen, aber nun freuen wir uns, dass wir die langjährige Partnerschaft zum Jahresende 2015 wieder aufnehmen konnten.

Umsiedlung als Hilfe zur Selbsthilfe

Seit Anfang der 90er-Jahre organisiert der Verein Umsiedlungsprogramme für die von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am 26. April 1986 betroffenen Menschen in Weißrussland. Mehr als 1500 Freiwillige aus Deutschland und Weißrussland errichteten im Rahmen von Workcamps 58 Holz-Lehm-Häuser in ökologischer Bauweise, die in dem von den Folgen der Katastrophe nicht betroffenen Norden des Landes angesiedelt sind. Damit schufen sie ein neues Zuhause für Familien, die aufgrund des Super-GAUs aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die dafür benötigten Schilfplatten werden vor Ort produziert. So haben die Anwohner eine feste Arbeit und das für den Hausbau benötigte Material ist schnell verfügbar.

Schilfernte Weißrussland Ernte des Schilfs am Narotsch-See. Bis zu 15 Mitarbeiter sind mit der Ernte, dem Transport und der Verarbeitung beschäftigt. Quelle: Heim-statt Tchernobyl e.V.

Heim-statt Tschernobyl legt bei seiner Arbeit Wert darauf, dass die Hilfe nachhaltig wirkt und die neuen Dörfer in die bestehenden Strukturen integriert werden. So wurden zwei Ambulanzen und ein Haus der Begegnung nach Niedrig-Energie-Standard errichtet. Im Jahr 2016 soll eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung folgen. Für die Finanzierung werden noch dringend Spenden benötigt, da die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gewährten Mittel nicht ausreichen. Im Rahmen des Förderprogramms Belarus wird sich der Verein zudem an der Entwicklung von Methoden zur energetischen Sanierung typisch belarussischer Wohnhäuser beteiligen.

Windräder finanzieren Wiederaufbau

Der Verein ist zudem aktiv bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, was angesichts des Entstehens als Reaktion auf eine Nuklearkatastrophe naheliegend ist. So konnten bereits drei Windenergieanlagen errichtet werden, die ihren Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Mit dem Erlös werden weitere Projekte finanziert und machen den weißrussischen Partnerverein IggV ÖkoBau unabhängiger von Spendengeldern. Ein viertes Windrad soll in diesem Jahr folgen.

Windenergieanlage in Weißrussland Windenergieanlagen machen die Arbeit unabhängiger von Spenden, Quelle: Heim-statt Tchernobyl e.V.

Die gemeinsame Arbeit an all diesen Projekten stiftet Freundschaften und ermöglicht neue versöhnende Begegnungen zwischen den deutschen und weißrussischen Teilnehmenden. Für die alteingesessenen Dorfbewohner, deren Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg noch sehr lebendig sind, waren die Jugendgruppen in den Workcamps die erste Berührung mit Deutschen nach dem Kriegsende. Nun bauten die jungen Deutschen neue Häuser auf. Dieser interkulturelle Austausch ist ein weiterer Baustein in der vielschichtigen Arbeit in Weißrussland. Das Gedenkjahr 2016 ist 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima ein Jahr mit hoher Symbolik. Heim-statt Tschernobyl ruft dazu auf, symbolisch und praktisch Brücken zu schlagen zwischen lernendem Gedenken und verantwortungsvollem Gestalten. Drei große und 30 dezentrale Veranstaltungen sind geplant und sollen die Bühne bilden für einen Ost-West-Dialog über Zukunftsfragen der Energiewirtschaft. Mich beeindruckt die Vielschichtigkeit der Projekte: Hilfe zur Selbsthilfe für die Opfer der Reaktorkatastrophe, ökologische Bauweise, Strom aus erneuerbaren Energien zur Finanzierung des Projektes und als Zukunftsperspektive, versöhnliche Zusammenarbeit von deutschen und weißrussischen Gruppen. Wir freuen uns, als Unternehmen einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können und dem Verein und seinen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitern damit für die tolle Arbeit danken zu können.


Autorin Verena Uka

Verena Uka

In einem dynamischen Markt, der von stetiger Veränderung gekennzeichnet ist, sei es durch Erfolge oder Krisen, leistet eine gut gesteuerte interne Kommunikation einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg. Bei Windwärts pflegen wir eine Unternehmenskultur, die durch Transparenz, Wertschätzung und Dialog geprägt ist, interne und externe Kommunikation sind eng verknüpft. So sorgen wir dafür, dass wir gegenüber unseren Geschäftspartnern und Stakeholdern authentisch mit diesen Werten auftreten und als Mitarbeiter von Windwärts wahrgenommen werden.

Reizvoll finde ich vor allem die Vielfältigkeit meiner Tätigkeit: persönlich, schriftlich oder über das Intranet, beratend, moderierend oder schreibend begleite ich die internen Prozesse bei Windwärts. Das kann auch mal die Anschaffung einer Kaffeemaschine bedeuten, vor der sich Mitarbeiter nun regelmäßig treffen. Ich freue mich darauf, einen Teil meiner Arbeit in unserem Blog auch nach außen sichtbar zu machen..