Nicht nur gegen Atomenergie, auch aktiv für eine lebenswerte Zukunft

26. April 2014 - 11:10 Uhr
von Kathrin Hoffmann
zu  Verantwortung & Engagement

  • Foto: Heim-statt Tschernobyl

Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist gegen Atomenergie und für erneuerbare Energien. Damit aber die Energiewende gelingt und die negativen Auswirkungen der Atomenergie so gering wie möglich ausfallen, reicht diese Einstellung allein nicht aus. Darüber hinaus braucht es viele engagierte Akteure, die entschlossen handeln – die einerseits den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben und die sich andererseits der Strahlenbelastung von Mensch und Umwelt annehmen und so gut es geht helfen – insbesondere nach einer Reaktorkatastrophe wie Öffnet den Link in einem neuen Fenster2011 in Fukushima oder Öffnet den Link in einem neuen Fenster1986 in Tschernobyl.

Heim-statt Tschernobyl leistet seit 1991 nachhaltige Hilfe für die Leidtragenden der Tschernobyl-Katastrophe

Eine Reihe solcher engagierter Menschen hat 1991 den Verein Öffnet den Link in einem neuen FensterHeim-statt Tschernobyl gegründet, um nachhaltige Hilfe für die Leidtragenden der Tschernobyl-Katastrophe zu leisten. Ihre Arbeit, die wenige Jahre nach dem GAU begann ist längst noch nicht beendet.

Heute, am 26. April, ist der Jahrestag der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl. Auch nach 28 Jahren ist die Lage im Norden der Ukraine und im südlichen Weißrussland nach wie vor erschütternd. Noch immer leben Tausende Menschen in den verstrahlten Gebieten und die langfristigen Folgen der Strahlenbelastung wie Krebs und Missbildungen belasten die nachgeborenen Generationen, auch wenn nach so vielen Jahren der Anschein von Normalität verbreitet wird.

Umsiedlungsprogramm für Familien aus den verstrahlten Gebieten – Ökologische Bauweise und erneuerbare Energien

Heim-statt Tschernobyl hat 1991 ein Umsiedlungsprogramm ins Leben gerufen, um Familien aus den verstrahlten Gebieten eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. In jährlichen Workcamps bauen freiwillige Helferinnen und Helfer aus Deutschland zusammen mit betroffenen Familien aus dem Süden Weißrusslands neue Wohnstätten im nicht kontaminierten Norden auf. Dabei stehen eine ökologische Bauweise und der verantwortungsvolle Umgang mit Energie im Fokus. Die Umsiedlungshäuser werden in Lehmbauweise errichtet und mit Schilfplatten isoliert, die vor Ort selbst produziert werden.

Inzwischen sind in den zwei neuen Siedlungen Drushnaja und Stari-Lepel insgesamt 58 ökologische Häuser, ein Gemeinschaftshaus und eine medizinische Ambulanz im ersten Niedrigenergiehaus des Landes entstanden. Öffnet den Link in einem neuen FensterEine weiteres Ambulanzzentrum befindet sich derzeit im Bau. Außerdem errichtete Heim-statt Tschernobyl zwischen 2000 und 2002 Öffnet den Link in einem neuen Fensterdie ersten beiden Windenergieanlagen Weißrusslands, mehrere Solaranlagen, eine Pelletheizung sowie eine Fabrikation von Schilfplatten zur Häuserdämmung. Eine dritte Windenergieanlage ging im August letzten Jahres in Betrieb.

Vorbildlicher Einsatz für eine lebenswerte, nachhaltige und erneuerbare Zukunft

All diese Projekte wurden überwiegend über Spendengelder finanziert und zum Großteil durch ehrenamtliches Engagement realisiert. Heim-statt Tschernobyl ist für mich ein leuchtendes Beispiel für den Einsatz für eine lebenswerte, nachhaltige und erneuerbare Zukunft. Der Verein macht deutlich, dass es immer einen Weg gibt, wenn der Wille da ist. Davon können wir uns in Deutschland in der Energiepolitik und in vielen anderen Bereichen eine Scheibe abschneiden.

Selbst aktiv werden

Auch in diesem Sommer veranstaltet Heim-statt Tschernobyl wieder Öffnet den Link in einem neuen Fensterzwei Workcamps zum Häuserbau in Drushnaja und Stari-Lepel, an dem sich Interessierte mit und ohne Vorkenntnisse beteiligen können. Und natürlich sind jederzeit auch Öffnet den Link in einem neuen FensterSpenden herzlich willkommen. Wir haben die Arbeit von Heim-statt-Tschernobyl bisher immer mit unserer Weihnachtsspende unterstützt – nur im letzten Jahr mussten wir leider aussetzen. Wir hoffen aber, dass wir die Unterstützung künftig wieder fortführen können.


Autorin Kathrin Hoffmann

Kathrin Hoffmann

Online-Kommunikation und die große bunte Welt der Social Media – das ist mein Zuhause. Bei Windwärts sorge ich unter anderem für spannende Beiträge in diesem Blog, bunte Bilderwelten auf Öffnet den Link in einem neuen FensterFlickr, inspirierende Filme auf Öffnet den Link in einem neuen FensterYoutube und informative Präsentationen auf Öffnet den Link in einem neuen FensterSlideshare. Ich schaue auch gerne mal über den Tellerrand und freue mich über jeden Austausch, der Ideen voranbringt und Horizonte erweitert.

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