Neu gegründetes Bündnis Bürgerenergie trotzt Gabriels Energiepolitik

11. Februar 2014 - 15:45 Uhr
von Silvia Augustin
zu  Branche der erneuerbaren Energien

  • Foto: Bündnis Bürgerenergie e.V.

Die Energiewende sorgte dieser Tage wiederholt für Schlagzeilen. Grund dafür ist die Energiepolitik des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriels (SPD). Frisch im Amt will er im Eiltempo das EEG reformieren und noch vor der Sommerpause ein Gesetz in Kraft treten lassen. Doch die Reform verheißt nichts Gutes: Sie sieht vor, die Förderung erneuerbarer Energien zu kürzen, das Ausbautempo zu verringern und die Vermarktungsrisiken stärker bei den Betreibern zu platzieren. Letzteres geht aber ausgerechnet denen an den Kragen, die die Energiewende wesentlich vorangebracht haben: den Bürgerinnen und Bürgern. Sie haben die Bürgerenergie zum Marktführer der Energiewende gemacht und allein 2012 über fünf Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert. Fast jede zweite Kilowattstunde Ökostrom stammt aus Anlagen, die Bürgern gehören. Doch wenn in Berlin über die Zukunft der Energiewende entschieden wird, haben die Interessen der Bürgerenergie bislang keine Stimme. Das soll sich jetzt ändern. Zu diesem Zweck haben sich am 29. Januar in Berlin elf Organisationen zum Öffnet den Link in einem neuen FensterBündnis Bürgerenergie (BBEn) zusammen geschlossen.

Bündnis Bürgerenergie (BBEn): „Ohne Bürgerenergie keine Energiewende“

Das Ziel, der Bürgerenergie im politischen Berlin eine kraftvolle Stimme zu verleihen, ist auch die Motivation von Ursula Sladek, einer der Initiatorinnen des Bündnisses sowie aktuelle Trägerin des Deutschen Umweltpreises. Nach ihrer Ansicht sind die von der großen Koalition vorgeschlagenen Reformpläne „ein Schlag ins Gesicht der Millionen Bürger, die sich für eine dezentrale Bürgerenergiewende einsetzen. Ein Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die sich für aktiven Klimaschutz vor Ort, die Aufwertung ihrer Region, Generationengerechtigkeit, politische Teilhabe und langfristige Stabilität der Energiepreise engagieren.“ Die Energiewende von unten gefährdet sieht auch Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Erneuerbare Energie (BEE) und ebenfalls im Vorstand des Bündnisses für Bürgerenergie. „Bisher wurde bei der Energiewende die Akteursvielfalt großgeschrieben. Mit der Einführung von verpflichtender Direktvermarktung sowie Ausschreibungen für erneuerbare Energien macht die Bundesregierung eine Energiepolitik, die nur die Interessen der großen marktakteure bedient. Das bremst die Energiewende radikal aus und gefährdet auch deren Akzeptanz. Denn die erneuerbaren Energien sind in der Bevölkerung bislang populär, weil sie politische und wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen.“ Die Initiatoren und Gründungsmitglieder des Bündnisses, die sich damit für die Bürgerenergie stark machen wollen, sind Netzkauf EWS eG, Stiftung Neue Energie, GLS Bank Stiftung, 100 prozent erneuerbar stiftung, Haleakala Stiftung, BürgerEnergie Thüringen e.V., Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz, Netzwerk Energiewende Jetzt, Naturstrom AG, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Gemeinsam appellieren sie an die Bundesregierung: „Ohne Bürgerenergie keine Energiewende.“

Energiegenossenschaften verzeichnen Wachstumstrend

Der Wachstumstrend der Energiegenossenschaften und somit deren Beliebtheit bei den Bürgerinnen und Bürgern ist ungebrochen. Öffnet den Link in einem neuen FensterDas meldete am 6. Februar die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) anlässlich der aktuell herausgegebene Erhebung des Klaus Novy Instituts. Ende 2013 engagierten sich demnach insgesamt 888 Energiegenossenschaften für den Ausbau erneuerbarer Energien. Damit stieg der Bestand gegenüber 2012 um 142. Dieser positive Wachstumstrend ist seit etwa sechs Jahren zu beobachten und sollte nicht gestoppt werden.

Entwicklung von Energiegenossenschaften in Deutschland

Energiewende retten: Am 22. März ist Ihre Stimme gefragt!

Die Nicht-Regierungs-Organisationen Campact, ausgestrahlt, BUND und Naturfreunde haben mit dem Trägerkreis Energiewende-Demo ebenfalls ein Bündnis initiiert, das den Interessen der Bürgerinnen und Bürger eine Stimme geben will. Öffnet den Link in einem neuen FensterDer Name Energiewende-Demo ist Programm: Am 30. November 2013 gingen bei einer ersten Großdemonstration in Berlin rund 16.000 Menschen für eine Energiewende in Bürgerhand auf die Straße. Am 22. März 2014 sind alle, die die Energiewende retten wollen, erneut aufgefordert, das zu tun. An diesem Tag heißt es in den Landeshauptstädten Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz/Wiesbaden, München und Potsdam „Energiewende retten! Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atom“. Weitere Informationen zu den Energiewende-Demos unter: energiewende-demo.de/start/aufruf/


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Silvia Augustin

In der Öffentlichkeit ein möglichst umfassendes Bild davon zu zeichnen, wer Windwärts ist und was Windwärts macht – das ist mein Anspruch an unsere Kommunikation. Als Pressesprecherin bin ich die richtige Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Windwärts als Unternehmen und in Sachen Öffentlichkeitsarbeit bin ich die erste Adresse für Interessenten im Bereich Spenden, Sponsoring und Umweltbildung.

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