Erneuerbare Energien und Mobilität im Jahr 2050

27. August 2013 - 18:05 Uhr
von Silvia Augustin
zu  Verantwortung & Engagement

Die Woche vom 12. bis 16. August 2013 stand bei Windwärts ganz im Zeichen der Zukunft: Die Geschäftsführung begrüßte am Donnerstag rund 25 Vertreter aus Wirtschaft, Forschung, Stadt, Region und Kommunen, um in der Strategiegruppe Masterplan die Energieversorgung im Jahr 2050 zu erörtern, während ich selbst von Montag bis Freitag die Klasse 10 b der Öffnet den Link in einem neuen FensterIGS Mühlenberg willkommen hieß, um im Rahmen des Innovationsspiels Öffnet den Link in einem neuen Fenster„Jugend denkt Zukunft“ Visionen zum Thema „Mobilität und erneuerbare Energien im Jahr 2050“ zu entwickeln.

Jugend denkt Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Jugend denkt Zukunft ist ein bundesweites Schule-Wirtschaftsprojekt, das sich an Schülerinnen und Schüler aller Schultypen der Jahrgangsstufen neun bis zwölf richtet. Ziel ist es, junge Menschen mit dem Reichtum ihrer Fähigkeiten und Ideen am Dialog über die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft zu beteiligen. Bei dem Projekt engagieren sich Unternehmen wie Windwärts als Paten für Schulen und gestalten das jeweilige Innovationsspiel aktiv mit. In nur fünf Tagen entwickeln Jugendliche mit und in Unternehmen Produkte und Dienstleistungen für die Welt von morgen und erleben Innovationsprozesse hautnah. Die UNESCO hat „Jugend denkt Zukunft“ zum offiziellen Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ernannt.

Die Überzeugung, dass „Jugend denkt Zukunft“ Umweltbildung im Sinne nachhaltiger Entwicklung ermöglicht, war es auch, die uns bereits 2012 zu einer ersten Kooperation mit der IFOK und der IGS Mühlenberg veranlasste. Nach einer Woche intensiver Begleitung des Innovationsspiels im Jahr 2013 kann ich im Rückblick auf meine ersten eigenen Erfahrungen mit „Jugend denkt Zukunft“ sagen: zu Recht.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich das komplexe Themenfeld der erneuerbaren Energien nicht nur mittels Fakten erschlossen, sondern sogar gelernt, sich gedanklich darin zu bewegen. So resümierte die Schülerin Antonia im Feedbackgespräch: „Im Laufe der Woche konnten wir uns alle eine eigene Meinung zu dem Thema bilden.“ Das Ziel nachhaltiger Umweltbildung wurde dementsprechend erreicht, was in entscheidendem Maße der von der IFOK entwickelten Konzeption des Innovationsspiels zu verdanken ist.
Ein kurzer Einblick in das Wochenprogramm soll zeigen, welche Elemente dazu beigetragen haben, den Horizont der 15- bis 16-Jährigen für „Mobilität und erneuerbare Energien im Jahr 2050“ zu öffnen.

Megatrends setzen Impulse für Zukunftsszenarien

Zum Auftakt der Woche habe ich den Schülerinnen und Schülern am Montag zunächst das Unternehmen Windwärts vorgestellt, bevor sie sich unter Anleitung der Moderatorin Andrea Parosanu mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen vertraut machen konnten – den sogenannten Megatrends. Dem Leitthema Mobilität und erneuerbare Energien entsprechend gab Prof. Dr. Norbert Lanfer aus der Unternehmensentwicklung bei Windwärts zusätzlich Input aus der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Elektromobilität.

Mit vielen neuen Informationen versorgt entwickelten die Jugendlichen am Dienstag in der „Zukunftswerkstatt“ erste eigene Ideen zur Mobilität im Jahr 2050 und erhielten bei einer ersten Präsentation vor Windwärts-Mitarbeitern hilfreiche Tipps aus der Expertentrickkiste.

Berufliche Orientierung und Besichtigung einer Windenergieanlage

Der Mittwoch, im Wochenprogramm als Unternehmenstag ausgewiesen, bot den Schülerinnen und Schülern vielfältige Informationen rund um Windwärts. Nicole Uhde aus dem Personalteam stellte die Bandbreite der bei Windwärts vertretenen Berufsbilder vor, Daniel Schmitz aus der technischen Betriebsführung rückte in voller Montur an und erklärte, wie eine Wartung abläuft und welche Maßnahmen bei eventuellen Störungen zu ergreifen sind, Stefanie Auchter erzählte wie sich ihre Ausbildung zur Kauffrau zur Bürokommunikation bei Windwärts gestaltet und Marcus Polaschegg wusste zu berichten, dass berufliche Bahnen nicht immer geradeaus verlaufen, sondern wie bei ihm selbst von der Landwirtschaft in die Projektentwicklung führen können.

Am Nachmittag stand ein Ausflug zur Windenergieanlage „Isa“ auf dem Kronsberg an. Diese Anlage wurde im Rahmen des Projektes " Kunst und Windenergie zur Weltausstellung 2000" errichtet. Roger Lutgen, einer der Mitbegründer von Windwärts, vermittelte dort sehr anschaulich, wie die 20 Stockwerke hohe Anlage Wind in Strom umwandelt.

Konkrete Ideen für die Zukunft

Nach dem sehr lehrreichen Unternehmenstag wurde es für die Schüler am Donnerstag langsam ernst: In Hinblick auf die öffentliche Abschlussveranstaltung am Freitag galt es, sich in Projektteams zusammenzufinden und die bisherigen Ideen zu einer Präsentation auszuarbeiten. Als Betreuerin von Unternehmensseite war es mein Privileg zusammen mit der Lehrerin Frau Schwarz bereits bei der Generalprobe dabei sein zu dürfen. Am meisten beeindruckt hat mich die offenkundig rasante Steigerung der Lernkurve und die sehr offene und konstruktive Feedbackkultur der Gesamtschüler. Die Reaktion des Publikums auf die visionären Ideen der Schüler versprach also spannend zu werden.


Jugend denkt Zukunft Abschlussveranstaltung


Windwärts präsentiert sich mit drei fiktiven Tochterunternehmen auf der „Zukunftsmesse 2050“

Am Freitag um 10 Uhr war es endlich soweit: Auf der „Zukunftsmesse 2050“ präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse dem interessierten Publikum. Windwärts war durch den Geschäftsführer Lothar Schulze, den Mitbegründer Roger Lutgen und zahlreiche Mitarbeiter vertreten, von der Schule waren die betreuenden Lehrerinnen Renate Schwarz und Christiane Trentepohl und der pädagogische Leiter Raimund Lehmann sowie Elternvertreterinnen und Eltern angereist. Wie es sich für eine Zukunftsmesse gebührt, durfte zwecks Berichterstattung natürlich auch die lokale Presse nicht fehlen.

Nach einleitenden Worten von der Moderatorin und Lothar Schulze war die Bühne schließlich frei für die Jugendlichen, die das Thema „Mobilität und erneuerbare Energien im Jahr 2050“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. So konnten die Zuschauer drei zukünftige Tochterunternehmen von Windwärts, die zukünftige Presseabteilung von Windwärts, das Trendforschungsinstitut Faktor x und die Nichtregierungsorganisation Bürger-Alarm kennen lernen.

Vom Magnetismus im Straßenverkehr bis zur Windenergie im Auto

Besonderes Interesse fanden die Ideen zur Einführung des Magnetismus für den Straßenverkehr, die Nutzung der Solarenergie für selbstbeleuchtete Zebrastreifen und solarbetriebene Laptops sowie der Einsatz der Windenergie als zusätzlicher Antrieb in Autos. Große Bedeutung wurde zudem der Weiterentwicklung von E-Bikes beigemessen – nicht nur von den jugendlichen Experten von morgen, sondern auch von den mitten im Berufsleben stehenden Experten von heute. Generell waren die Schülerinnen und Schüler ebenso überrascht wie stolz, dass die Mehrzahl ihrer Visionen vom Publikum als möglich bis wahrscheinlich angesehen wurde. So war es vielleicht gut, dass Ideen wie eine Zeitmaschine keinen Einzug in die Abschlusspräsentation halten konnten. Denn in diesem Punkt hatte Roger Lutgen ihnen gleich am Dienstag beim Schmieden erster Ideen in der Zukunftswerkstatt wenig Hoffnung gemacht und auf Basis physikalischer Gesetzmäßigkeiten die Ansicht vertreten: „Das wird es nicht geben.“ In der Frage, inwieweit der Mensch zukünftig Einfluss auf die Technik nimmt oder aber umgekehrt die Technik auf den Menschen, nahm Roger Lutgen die Jugendlichen dagegen mit auf einen annähernd philosophischen Exkurs in das Jahr 2050.

Lothar Schulze, der die „Zukunftsmesse 2050“ mit einer Blende von der eigenen Jugend auf die heutige Position als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens eröffnete, appellierte ebenfalls an die Kraft des Denkens: „Keiner weiß, wie die Zukunft wirklich sein wird, aber wir können versuchen, die Zukunft zu denken.“ Die Frage, was das Jahr 2050 uns wirklich bringt, bleibt also offen. Das Innovationsspiel „Jugend denkt Zukunft“ ist aber einmal mehr ein Beleg dafür, wie inspirierend es ist, Zukunft zu denken und in der Folge hoffentlich auch mit zu gestalten. In diesem Sinne nehmen wir die Anregungen der Zukunft denkenden Jugendlichen gerne auf und sagen allen Schülerinnen und Schülern für ihre Ideen und ihr Engagement herzlichen Dank!


Autorin Silvia Augustin

Silvia Augustin

In der Öffentlichkeit ein möglichst umfassendes Bild davon zu zeichnen, wer Windwärts ist und was Windwärts macht – das ist der Anspruch von mir als Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und meinem Team. Ich persönlich bin zudem die richtige Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Windwärts als Unternehmen. Speziell Medienvertreter und Interessenten im Bereich Spenden, Sponsoring und Umweltbildung sind bei mir an der richtigen Adresse.

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