Ein Mann des Wortes und der Tat: Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann im Interview

02. Mai 2014 - 18:28 Uhr
von Silvia Augustin
zu  Windwärts – Einblicke ins Unternehmen

  • Foto: Römermann Rechtsanwälte Aktiengesellschaft

Knapp drei Monate nach dem Antrag von Windwärts hat das Amtsgericht Hannover mit Wirkung vom 1. Mai 2014 das Insolvenzverfahren eröffnet. Damit ist Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann nun allein rechtlich handlungsfähig für das Unternehmen. Das war Anlass für mich, jenseits von öffentlichen Terminen das persönliche Gespräch zu suchen und einmal genauer nachzufragen, wer er ist, was er macht und wie er die Zukunft für Windwärts sieht.


Sie sind Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Fachanwalt für Insolvenzrecht. Warum genau haben Sie sich bei dieser Vielzahl an Möglichkeiten für eine berufliche Laufbahn als Insolvenzverwalter entschieden?

Ich bin Ende 1996 als Rechtsanwalt zugelassen worden und seit 1997 als Anwalt tätig und zwar immer nur im Wirtschaftsrecht. Sie haben gerade die drei Fachanwaltstitel erwähnt: Drei sind das Maximum, das man machen kann an Spezialisierungen. Ich habe diese drei gewählt, weil die meines Erachtens zum Wirtschaftsrecht gut passen, also zu der Beratung von Unternehmen, die ich von Anfang an gemacht habe, seit siebzehn Jahren. Da habe ich begonnen als klassischer, Unternehmen beratender, im Wirtschaftsrecht tätiger Rechtsanwalt, was ich ja auch noch zu einem guten Teil meiner Zeit mache. Zudem ist meine literarische Tätigkeit stark ausgeprägt. Schon seit ich Assistent an der Uni war, habe ich Kommentare, Aufsätze etc. geschrieben, sodass Sie auf unserer Homepage ein paar Hundert Veröffentlichungen von mir finden. Schon als wissenschaftlicher Mitarbeiter, schon als Student im Grunde genommen, bin ich mit dem Beck Verlag in Kontakt gekommen, der ja der führende juristische Verlag ist in Deutschland. Und die haben mir damals angeboten, einen Kommentar zur Insolvenzordnung herauszugeben. Das Gesetz, die Insolvenzordnung, ist am 1. Januar 1999 in Kraft getreten und wir kamen noch im Januar 1999 mit dem ersten Kommentar überhaupt zur InsO.: Öffnet den Link in einem neuen FensterNerlich, Römermann, Insolvenzordnung, mit zwanzig Autoren oder so, die da mitgemacht haben. Den Kommentar gibt es auch heute noch – gedruckt, als Loseblatt-Werk und im Internet bei Beck online – und so haben mich viele Leute schon seit 1999 sehr stark mit Insolvenzrecht identifiziert. Ich habe das aber zuerst nicht als Verwalter gemacht, sondern nur beratend, bis ein paar Jahre später ein Richter eines Insolvenzgerichts die Anregung gegeben hat, ich könnte doch die Seiten wechseln und aus der Beratung rausgehen in die Insolvenzverwaltung. Dann habe ich damals einen Insolvenzverwalter mit reingenommen hier in die Öffnet den Link in einem neuen FensterKanzlei mit seiner ganzen Mannschaft, um einfach dieses Know-how und das Praxiswissen aufzubauen. Das ist aus dem Stand heraus schwierig zu machen, denn Insolvenzverwaltung ist schon ein anderes Geschäft als die anwaltliche Beratung. Da brauchen Sie spezifisches Know-how und umfangreiches Praxiswissen. Das habe ich mir in die Kanzlei geholt und seitdem mache ich das. Aber ich mache weiterhin auch die anwaltliche Beratung und bin nach wie vor viel im Gesellschaftsrecht und im Insolvenzrecht tätig. Mal mache ich auch andere Rechtsgebiete, Arbeitsrecht und so, das aber weniger. Mein Schwerpunkt ist in der Tat Insolvenzrecht und Gesellschaftsrecht. Da veröffentliche ich auch nach wie vor sehr viel. Ich habe dieses Jahr zum Beispiel die Öffnet den Link in einem neuen FensterNeuauflage des Münchener Anwaltshandbuchs zur GmbH im Beck Verlag herausgegeben. Zudem werden Sie viele Urteilsanmerkungen von mir finden und Vorträge. Ich bin in der Fortbildung von Fachanwälten für Handels- und Gesellschaftsrecht und in der Fortbildung von Fachanwälten für Insolvenzrecht sehr stark unterwegs, fast jede Woche, und unterrichte dann tageweise die Anwälte, teilweise auch Richter und Insolvenzrichter, in allem, was es so Neues gibt. Dadurch haben wir als Kanzlei ein Netzwerk, in dem uns Kollegen empfehlen, wenn es wirklich schwierig wird, dann geben die das an uns weiter und dann machen wir das.

Haben Sie denn mehrere Insolvenzverfahren zeitgleich laufen?

Es gibt sogar immer ein paar hundert Insolvenzverfahren, die gleichzeitig laufen, aber natürlich in unterschiedlicher Intensität. Dabei muss man sehen, dass man im Insolvenzrecht immer sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen hat. Seit 1999 gibt es das erst in Deutschland – die Insolvenz von Verbrauchern. Wir haben hier über Tausend Verbraucherinsolvenzen laufen, aber das machen meine Mitarbeiter wirklich mehr oder weniger autark. Und dann haben wir natürlich immer auch mehrere Unternehmensinsolvenzen laufen, allerdings unterschiedlicher Größenordnung. Im Moment ist tatsächlich Windwärts das größte, wobei das in den ersten Monaten ja logischer Weise besonders arbeitsintensiv ist. Man arbeitet sich in eine Branche ein, führt unendlich viele Gespräche und dann stellt sich ja die Frage, wie es insgesamt mit dem Unternehmen weiter geht, also ob man einen Investor findet. Und wenn diese Investorenphase gelaufen ist, dann setzt typischer Weise ein bisschen Entspannung ein. Mehrere Verfahren in der Intensität von Windwärts hätte niemand gleichzeitig führen können, weil Windwärts tatsächlich ein extrem arbeitsintensives Verfahren ist. Das liegt daran, dass die Windwärts-Mitarbeiter besonders qualifiziert sind, besonders anspruchsvoll sind und einen besonders hohen Bedarf an Informationen, Transparenz und Kommunikation haben. Das ist in gewisser Weise positiv für mich, weil ich Leute ins Boot holen und vielleicht auch motivieren kann, sich zu engagieren. Andererseits ist es natürlich so, dass mehrere Verfahren dieser Kategorie meine Kapazitätsgrenzen sprengen würden. Denn mein Arbeitsalltag ist so, dass ich typischer Weise um acht Uhr morgens anfange in Windwärts-Sachen zu telefonieren und zum Beispiel gestern um 23:30 Uhr damit aufgehört habe.


Ihr Job ist es, Unternehmen aus der Krise zu führen: Bei welchem Unternehmen ist Ihnen das zuletzt gelungen?

Also vor Windwärts als Großverfahren kann man nennen die Elzer Backwaren aus Elze bei Hildesheim, also die Bäcker der Bahlsen-Stollen, und Öffnet den Link in einem neuen FensterOffset Ketels aus Flensburg, das ist eine Druckerei, mit jeweils über hundert Mitarbeitern, das ist eben ein Großverfahren. In beiden Verfahren konnten die Unternehmen und sämtliche Arbeitsplätze gerettet werden. Das hat also in jeder Hinsicht eine sehr positive Entwicklung genommen.


Finden Sie, dass die Verfahren insgesamt miteinander vergleichbar sind?

Tja, man kann ja auch Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Verfahren sind natürlich in vielem sehr unterschiedlich, aber eine gewisse Technik und ein paar Grundstrukturen werden Sie in Insolvenzverfahren immer finden. Grundlegend unterschiedlich sind aber die Branchen, die Struktur der Mitarbeiter und der Wert. Es gibt ja Unternehmen, wo man tatsächlich, den Tisch, den Stuhl und die materiellen Werte sehr stark und sehr klar bewerten kann. Bei einem Unternehmen wie Windwärts, bei dem der entscheidende Wert letztlich in den Projekten steckt, ist die Bewertung natürlich sehr viel schwieriger und auch die Realisierung. Man muss die Werte richtig einordnen, das dann in Verhandlungen mit Investoren richtig rüber bringen und am Markt versuchen, diesen Preis dann zu erzielen. Das ist schon schwierig. Der Markt ist viel kleiner, was die Zahl der möglichen Interessenten angeht, und die sind sehr spezifisch, sehr speziell auch mit ihrem Know-how. Soweit unterscheidet sich Windwärts von den anderen von der Branche her, von den Mitarbeitern her, von den Werten her, aber es gibt trotzdem gewisse Strukturen, die Sie immer wieder finden werden. Deswegen bin ich ja in gewisser Weise ein Fachidiot in Insolvenzverfahren. Zum Beispiel das Verfahren Elzer Backwaren: Das brachte die speziellen Schwierigkeiten der Lebensmittelbranche mit sich. Ich habe da mit Einkäufern großer Supermarktketten verhandelt über den Preis von solchen Stollen – da wird übrigens im Zehntel-Cent-Bereich verhandelt, das ist also wirklich schwierig – und die erste Verhandlung, an die ich mich erinnere, der Einkäufer da, wenn man mit dem spricht, zeigt der einem erst mal, was für eine kleine Lusche man ist. Man kommt da also rein und er ist der Pascha da, der Herrscher aller Reußen. Der kauft halt für x Millionen ein und das lässt er Sie auch spüren. Man kommt da also rein und ist drei Zentimeter groß mit Hut. Das erste Telefonat, das ich mit dem führte, endete damit, dass wir uns gegenseitig fast angeschrien und dann aufgeknallt haben. Er sagte mir, ich hätte keine Ahnung von der ganzen Lebensmittelbranche, und ich sagte ihm, er hätte keine Ahnung vom ganzen Insolvenzrecht, und dann waren wir wieder in etwa auf einer Stufe. Danach haben wir gut miteinander gesprochen und viel verhandelt. Aber es ist natürlich so, dass man als Insolvenzverwalter ein sehr spezifisches Know-how hat im Verfahrensrecht des Insolvenzbereichs und zum Teil dem Vertragsrecht und so, aber man ist in jeder Branche, in die man reinkommt, erst mal Laie und umgekehrt sind die Experten in der jeweiligen Branche Laien, wenn es um das Verfahren und rechtliche Aspekte geht, und insoweit muss man sich da einander erst mal annähern. Ich denke mich in jede Branche neu ein, werde aber natürlich nie das Niveau erreichen können, das jetzt ein Projektmanager hat, und umgekehrt beschäftigen sich im Moment bei Windwärts auch mindestens hundert Leute mit den Schönheiten des Insolvenzverfahrens, ich hoffe aber, da doch immer noch einen gewissen Wissensvorsprung zu behalten.


Sie sagen, es gehört umfangreiches Know-how dazu, Ihren Job zu machen. Aber unabhängig davon: Was erachten Sie selbst als das wichtigste Persönlichkeitsmerkmal, das Sie für Ihren Beruf bzw. Ihre Berufung als Insolvenzverwalter mitbringen?

Anwalt zu sein ist übrigens der schönste Beruf, den man sich vorstellen kann, danach kommt ja lange, lange, lange Zeit nichts. Das ist so, das ist völlig klar. Ich lehre das übrigens auch schon seit vielen Jahren an der Humboldt Uni und versuche da den Studenten den Beruf in allen Facetten nahe zu bringen. Ich unterrichte da im Wintersemester immer Anwaltsrecht und im Sommersemester immer Vertragsmanagement, und mache das richtig mit praktischen Übungen. Das ist natürlich eine schöne Sache, eine Herausforderung auch und für mich Gehirnjogging, den sehr intensiven Kontakt mit einer der führenden Unis, der führenden Fakultäten in Deutschland zu haben. Was braucht man für Qualifikationen? Also, da werden Sie die unterschiedlichsten Verwaltertypen finden. Sie werden eher kommunikationsfreudige, eher kommunikationsaverse finden, Sie werden solche finden, die sehr spezifisches wissenschaftliches Know-how haben, wozu ich ja auch tendiere, ich schreibe viele Fachbücher, halte unendlich viele Vorträge und so, und andere sagen, ach, das ist ja ein Theoretiker, das ist ja kein Praktiker – das hat alles ein bisschen Vor- und Nachteile. Diejenigen, die es negativ sehen wollen, dass man sehr vertieft juristisch an Sachen rangeht, die beschimpfen das als Theorie und praxisfern, was ich persönlich überhaupt nicht teile übrigens, ich glaube nämlich, dass Juristerei sehr, sehr praxisnah ist, und dass ich das sehr häufig einsetzen kann und muss, das spezifische Know-how.

Was sind die herausragenden Fähigkeiten, die man haben sollte? Klar, sollte man eine gewisse juristische Basis haben, auch wenn man jetzt kein geborener Wissenschaftler ist und das sind natürlich die wenigsten Insolvenzverwalter in dieser Verve, die ich da reinstecke. Dann muss man sich eben entsprechender Leute bedienen, die das abbilden. Ich habe ja eine Menge Kollegen, die mir einen Großteil der Arbeit abnehmen und die ich zum Teil bitte, einzelne juristische Fragen für mich im Detail zu klären. Ich glaube aber schon, dass ich mir immer auch ein eigenes Bild machen und da juristisch mithalten kann. Die wichtigste Eigenschaft ist, glaube ich, Vertrauen in anderen erwecken zu können, denn ein Insolvenzverfahren lebt letztlich vom Vertrauen. Wenn die Geschäftspartner anfangen zu sagen, das wird so und so nicht klappen, dann werden die mit mir keine Verträge mehr machen. Dann kann ich tagelang auf die einreden, die besten Konditionen bieten, die werden das nicht mehr machen. Wenn die den Glauben nicht hätten, dass es weitergeht, dann würden wir keine Geschäftspartner mehr finden und wir würden auch keine Mitarbeiter mehr haben. Wichtig an der Stelle ist glaube ich, eine realistische, tabulose, schonungslose Einschätzung der Lage zu haben, nichts zu beschönigen und klare Worte zu finden, auch da wo Missstände sind. Nur so kann man Vertrauen gewinnen, glaube ich, wenn man auch negative Dinge klar ausspricht, und das haben wir hier bei Windwärts in den Gesprächsrunden mit den Mitarbeitern glaube ich sehr gut hingekriegt alle zusammen. Da haben wir auch thematisiert, wo es Fehlentwicklungen gegeben hat und wo man was verbessern kann. Wenn man das schafft, das Vertrauen aller zu Neudeutsch Stakeholder, also aller Interessenträger des Unternehmens, zu gewinnen und das extern und intern, dann hat man eine Basis für den Job nachher. Zusätzlich sollte man ein bisschen was von Verhandlungen verstehen, weil es nachher eine entscheidende Frage der Verhandlungsstrategie ist, ob man es schafft, den Wert eines solchen Unternehmens zu realisieren. Das ist ja die große Frage, oder zerschlägt man es einfach nur? Ich glaube, man sollte sich sehr gut mit Verhandlungen auskennen und man sollte risikofreudig sein. Denn ein Insolvenzverwalter, der keine Lust hat, eigene Risiken einzugehen, der schafft gar nichts. Ich habe zum Beispiel hier in diesem Verfahren Massekredite aufgenommen. Ein Massekredit ist letztlich ein Kredit von mir. Den gibt die Bank mir. Wenn die Bank mir nicht vertrauen würde, dass ich das ordnungsgemäß zurückzahle, dann bin ich verbrannt, dann krieg ich kein Geld mehr. Es gibt Verwalter in der Republik und zwar nicht wenige, die kriegen von den Banken einfach kein Geld, weil die Banken sagen, nee, da können wir uns nicht drauf verlassen, dem geben wir keinen Cent. Und insoweit muss man schon mal in ein Risiko reingehen, man muss auch mal ein Unternehmen fortführen, auch mit der Liquidität. Wenn jetzt natürlich überhaupt keine Kunden mehr kämen, sich überhaupt keine Projekte mehr realisieren ließen, also wirklich worst case, worst, worst, worst case, nichts klappt mehr, dann habe ich nicht die Liquidität, um bis zum Jahre 2016 das Unternehmen weiterzuführen, ja, das ist so. Aber man muss sich eben manchmal entscheiden, ob man das Wagnis eingeht, Betriebe fortzuführen und das auf die eigene Kappe zu nehmen. Denn wenn das nicht klappt, dann werden mir die Gläubiger nachher Vorwürfe machen. Die werden sagen, da hast du unser Geld verbrannt, du hättest das nicht fortführen dürfen. Das Fortführen kostet Geld, das hättest du nicht machen dürfen. Also, man muss da auch bereit sein, sich mit breitem Kreuz vor die Gläubiger zu stellen und zu sagen, ich hatte folgende Gründe, ich hielt das für ein vertretbares Risiko und ich bin dieses Risiko auch eingegangen. Also, risikofrei ist der Job mit Sicherheit nicht. Das ist ein unternehmerisches Risiko, wobei ich im Unterschied zum normalen Unternehmer mit dem Geld anderer Leute wirtschafte und da muss man dann auch seinen Kopf dafür hinhalten, wenn das schiefgeht. Das ist nicht mein Geld, das da verloren geht erst mal. Im ersten Schritt ist es Geld der anderen und da werden die mir kritische Fragen zu stellen, das müssen die auch machen.


In den drei Monaten des vorläufigen Insolvenzverfahrens haben Sie Windwärts intensiv kennengelernt. Was sind für Sie die charakteristischen Merkmale von Windwärts?

Windwärts ist von der Unternehmensführung und den Gründern her ein von Idealen getragenes Unternehmen. Das ist ja etwas, das man nicht so häufig findet. Die meisten Unternehmen sind da, um Geld zu verdienen und Punkt. Windwärts dagegen ist tatsächlich von Idealen getragen. Das sieht man nicht nur bei den Gründern, die heute noch aktiv sind, sondern auch bei den Mitarbeitern. Die sind eben auch nicht da, weil sie hier zehn Euro mehr pro Monat verdienen als bei irgendeinem Wettbewerber, sondern Grund dafür ist ein gewisser Windwärts-Geist. Der gerät immer mal in Anfeindungen und in unsicheres Terrain, gerade wenn die Krise kommt ist das natürlich nicht so stabil wie in guten Zeiten, aber ich glaube schon, dass es so eine Atmosphäre gibt, die Windwärts prägt. Ich habe selten den Fall erlebt, dass die Abteilungen so eng zusammenarbeiten und dass die sagen, wir stehen hier gemeinsam. Das führt natürlich dazu, dass die häufig sehr intensiv miteinander kommunizieren, sogar manchmal ein bisschen zu viel nach meinem Geschmack, aber es führt zu einer sehr, sehr engen Zusammengehörigkeit, das ist schon sehr spürbar.

Charakteristisch für Windwärts ist auch ein sehr hoher Anteil an sehr gut ausgebildeten Leuten, das ist natürlich anders als in Produktionsbetrieben, in denen der Bildungsgrad ein ganz anderer ist und die Anforderungen an die selbstständige Arbeit auch ganz andere sind. Das hat Vor- und Nachteile: Der Vorteil ist, dass wir ein unglaubliches Know-how haben, das da versammelt ist; der Nachteil ist, dass es im Handling schwieriger und zeitintensiver ist, denn ich muss nicht drei Leute überzeugen, die dann die Meinung mit mir vorgeben, sondern ich muss 100 Leute überzeugen. Ich muss ja jeden einzelnen überzeugen, weil jeder gewohnt ist, unabhängig zu denken und da muss ich jeden einzelnen mitnehmen. Von daher ist das glaube ich auch eine Besonderheit von Windwärts.

Und dann natürlich die Projekte. Das ist eine Branche, mit der man sonst nicht häufig konfrontiert wird, sodass ich selbst eine Menge gelernt habe. Ich lerne zwar jedes Mal etwas, aber hier ist es eine Branche, die schon sehr viele Spezifika hat, sehr viel spezifisches Know-how und das prägt natürlich auch Windwärts.


Sie haben bereits geschildert, was für Sie selbst und was für Windwärts charakteristisch ist. Welche Chance sehen Sie denn in der Verbindung der Charaktere von Ihnen als Insolvenzverwalter und von Windwärts als Unternehmen?

Also ich glaube, dass die Komponenten, die ich einbringen kann, nämlich so eine rechtliche und ökonomische Betrachtung, dass das einem von Idealisten getragenen Betrieb tatsächlich gut tut. Es gibt im Unternehmen viele kaufmännisch helle Köpfe, die zum Teil auch mal angemahnt haben, dass die Strukturen ökonomisch etwas stringenter gefasst werden könnten, und es gibt auch Juristen, die angemahnt haben, dass die juristischen Aspekte stärkere Berücksichtigung verlangen – das ist aber von der Geschäftsführung früher, die ja noch aus mehr Köpfen und anderen Köpfen bestand, nicht in dem Maße als Erfordernis gesehen worden. Und ich glaube tatsächlich, wenn ich da frisch reinkomme, unbelastet von Historie und unbelastet von persönlichen Beziehungsgeflechten, die es immer gibt in Unternehmen, wenn ich da ganz nüchtern reinkomme, male ich ein Organigramm und frage, ist das ein sinnvolles Organigramm oder gibt es da Verbesserungsmöglichkeiten. Und ich sehe, wie hier Verträge verhandelt werden, ich habe ja sehr intensiv auch Vertragsverhandlungen mitgemacht, und meine auch da Verbesserungspotenzial erkennen zu können. Wenn ich also das einbringen kann und zwar aus einer Position heraus, in der ich das ein Stück weit durchsetzen kann, also, ich komme ja nicht und sage wie wäre es, wenn wir mal Folgendes erwägen könnten zu überlegen, sondern ich komme ja und sage, was halten Sie von folgendem Vorschlag, lassen Sie uns dazu etwas umsetzen. Das ist bislang immer im Konsens getragen worden, auch von dem Management, da nehme ich nicht nur den Geschäftsführer, sondern auch die Bereichsleiter mit rein. Aber ich glaube, dass es schon sinnvoll ist, dass jemand eben auf Augenhöhe mit dem Management kommt und diese Aspekte da verkörpert. Das hätte ich glaube ich nicht machen können, wenn ich jetzt ein normaler Mitarbeiter gewesen wäre. Dann hätte die Überlegung so ihren Gang genommen durch die Hierarchien, aber ob sie dann realisiert worden wäre, weiß man nicht. So komme ich eben als Partner auf Führungsebene rein und glaube schon, dass ich da ein bisschen was bewirken kann, was eine bessere Aufstellung des Unternehmens für die Zukunft mit sich bringt, eben gerade unter diesen juristischen und ökonomischen Aspekten. Das ist etwas, das bislang untergewichtet war und wo ich tatsächlich ein bisschen was konkret verändern kann. Aber nur das würde es natürlich auch nicht bringen, sondern ich bin angewiesen auf das fachliche Know-how, auf die Überzeugungen auch, die ich da finde, und das ergänzt sich ganz gut, ist so mein Eindruck.


Nicht nur als Insolvenzverwalter drücken Sie auf’s Tempo, sondern auch als Redner: Beim Pecha Kucha, auf Japanisch „wildes Geplapper“, präsentieren Sie im Wettstreit mit der Uhr 20 Folien in je 20 Sekunden und seit 2010 veranstalten Sie regelmäßig Business Nights nach der Methode 20x20. Was reizt Sie daran?

<media 1569 - - "Römermann Rechtsanwälte Aktiengesellschaft"> Prof. Dr. Volker Römermann </media>Foto: Römermann Rechtsanwälte Aktiengesellschaft

Ich bin ja schon länger in Fachkreisen unterwegs gewesen als jemand, der da Wissen weitergibt und die Kollegen und Richter und so unterrichtet. Irgendwann kriegte ich dann mehr oder weniger durch Zufall eine E-Mail von der Öffnet den Link in einem neuen FensterGerman Speakers Association (GSA), von der deutschen Rednervereinigung, durch die ich darauf aufmerksam geworden bin, dass das ja im Grunde eine professionelle Tätigkeit ist, Informationen zu geben und Vorträge zu halten. Dann bin ich da hingegangen, bin da nun seit neun Jahren engagiert in dieser Vereinigung, bin im Vorstand inzwischen, bin auch immer mal in Amerika unterwegs, wo die übergeordnete Öffnet den Link in einem neuen FensterNational Speakers Association (NSA) ist, und werde vermutlich im Juni in San Diego da die höchste Auszeichnung kriegen, die man als Redner in der Welt kriegen kann, nämlich den CSP, Öffnet den Link in einem neuen FensterCertified Speaking Professional, so heißt das Ding. Also, Vorträge zu halten, das ist schon ein Bereich, der mich immer interessiert hat, und wo ich versuche, das dann auf einem vernünftigen und professionellen Niveau zu machen. Hier in Hannover haben wir jetzt seit fast vier Jahren ein Netzwerk installiert, die Öffnet den Link in einem neuen Fenster20x20 Business Night. Das ist in der Tat nach der Pecha Kucha-Methode organisiert, denn da wollen wir keine langweiligen, staubtrockenen, grottigen Vorträge von zwei Stunden haben, während die Leute an einem Süppchen schlürfen und einen Keks essen, sondern es soll ja spritzig und knackig und spannend sein. Also, wenn Sie Lust haben, freue ich mich, Sie am 5. Mai zu sehen. Es sind zehn bis zwölf Redner an einem Abend, zu den unterschiedlichsten Themen, ich selbst moderiere das ja „nur“ und trage nur ganz selten mal selbst vor. Für die Leute, die da hinkommen – das sind im Schnitt 170 Unternehmer und leitende Angestellte – für die ist das ein Netzwerk. Also, wenn man zwölf Ansprachen hat zu ganz unterschiedlichen Themen und mit enormem Tempo, sechs Minuten 40 ist ein Vortrag, muss es immer auf den Punkt gebracht werden, sonst kriegen Sie das ja nicht hin, das ist die Vorgabe zwanzig Charts à zwanzig Sekunden. Sie können also nur auf den Punkt kommen und nicht rumlabern da die Redner, das ist dann schon ganz spritzig und eben zu allen denkbaren Themen. Von Bulgarien über die Sahara, die Einkommensteuererklärung, Motivation und Coaching, Gesundheit, also alles, was man sich so denken kann, bringen die da als Themen. Ich glaube, das führt tatsächlich Unternehmer zusammen und ich habe auch konkrete Beispiele dazu. Für uns als Kanzlei ist das eine Gelegenheit, ein eigenes Netzwerk in Hannover zu haben. Gleich beim ersten Mal hat das eine enorme Nachfrage gehabt, eine enorme Verbreitung und Wahrnehmung auch, und das ist für so eine Kanzlei natürlich eine schöne Sache. Sie werden aber nicht erleben, dass ich mich da hinstelle und sage, wir sind die beste Anwaltskanzlei in Hannover, sondern ich glaube, wenn die Leute einen guten Vortrag machen, strahlen sie Kompetenz aus. Entweder strahle ich also in den sechs Minuten vierzig Kompetenz aus, dann kommen die Teilnehmer von sich aus auf einen zu und knüpfen den Kontakt, oder ich strahle keine Kompetenz aus, dann nützt es auch nichts, wenn ich sage, wir sind eine tolle Anwaltskanzlei oder wir bauen tolle Waschmaschinen oder so, das hilft dann auch nicht. Generell ist das eine Veranstaltung, die werbefrei ist, das zensieren wir auch vorher. Wir haben auch schon Referenten ausgeladen, auch schon am Tage der Veranstaltung, also ganz rigoros. Es muss werbefrei sein, und dann ist es wirklich witzig und spannend und spritzig und unterhaltsam und trotzdem hat es auch einen Business- und Netzwerk-Charakter, deswegen ist das glaube ich für Hannover eine interessante Geschichte. Seit wir das seit etwa vier Jahren machen, gab es fünf Konkurrenzveranstaltungen von verschiedensten Institutionen. Nur tut es denen weh, das Geld in die Hand zu nehmen, um da wirklich eine professionelle Plattform draus zu machen. Die mieten dann einen Hörsaal in der Uni, jeder kriegt ein Glas Wasser in die Hand gedrückt und das war es. Damit locken Sie natürlich nicht die führenden Unternehmer an. Haben Sie mal auf unsere Homepage geguckt? Öffnet den Link in einem neuen Fenster20x20 Business Night? Da haben Sie ja Dirk Rossmann und Martin Kind und Hauke Jagau und Hinnerk Baumgarten und alle möglichen Leute, die durchaus Rang und Namen haben, die schon da waren, und die kriegen Sie tatsächlich nur, wenn das ein bisschen business-bezogenes Ambiente ist und das ein bisschen was hergibt.

Wenn ich noch mal nachfragen darf: Sie sagen, Sie bekommen die größte Auszeichnung als Redner in San Diego…

Das ist noch nicht hundertprozentig beschlossen, aber wahrscheinlich. Das ist übrigens extrem, wie die das prüfen. So eine anspruchsvolle Prüfung, habe ich glaube ich in meinem ganzen Leben noch nicht gemacht, außer vielleicht die juristische. Wir haben seitenlange Dokumente einreichen müssen über die Zahl der Vorträge – ich glaube, die verlangen 400 Vorträge in den letzten paar Jahren – mit einer gewissen Anzahl von erreichtem Publikum und sonstigen Voraussetzungen. Zum Beispiel haben wir zwanzig Referenzen einreichen müssen von unterschiedlichsten Institutionen, bei denen ich vorgetragen habe, auch auf Englisch. Die gucken da also sowohl quantitativ als auch qualitativ extrem drauf. Im deutschsprachigen Bereich gibt es jetzt glaube ich elf Inhaber der CSP, wobei deutschsprachig Deutschland, Österreich und Schweiz heißt. Und da gibt es eben nur elf, die das haben, weil das wirklich extrem aufwändig ist, und die elf, das sind typischer Weise eben so Leute, die hauptberuflich Redner sind, bei mir ist das ja mehr ein Hobby.

Aber wie haben Sie gelernt, so gut zu reden?

Learning by doing. Ich habe nie irgendeinen Kurs besucht oder so, sondern ich fand das eben interessant. Ich hab dann ein paar Bücher gelesen, weil ich versuche, mich mit dem, was ich mache, intensiv zu beschäftigen und das auf einem vernünftigen Niveau zu machen. Noch dazu mache ich das eben oft. Mehr kann ich dazu aber gar nicht sagen, außer vielleicht, dass ich in meinen Verhandlungskursen an der Uni trotz der begrenzten Zeit versuche, das Thema Rhetorik den Studenten nahe zu bringen, aber sonst habe ich nichts gelernt dazu.


Apropos Redekunst: Sie engagieren sich als professionelles Mitglied und Vorstandsmitglied in der German Speakers Association und stehen als Honorarprofessor an der Humboldt Universität zu Berlin regelmäßig vor Studenten. Was macht denn Ihrer Meinung nach unabhängig von Zertifikaten einen guten Redner aus?

Erst mal sollte ein guter Redner nicht langweilen. Das ist vielleicht schon das Wichtigste. Er sollte nicht langweilen, er sollte auch nicht inhaltsleer sein. Ich glaube, man muss eine Kombination machen aus Inhalte transportieren, die plastisch sind – bei der Öffnet den Link in einem neuen FensterNational Speakers Association (NSA) würde man jetzt sofort von Storytelling sprechen – nämlich indem man nicht so abstrakte, lehrbuchartige Überschriften formuliert, sondern indem man anfassbare Beispiele bringt. Das ist glaube ich das, was ich auch den Studenten nahe bringen kann. Honorarprofessor übrigens ist ja einer der irreführendsten Bezeichnungen der Weltgeschichte, weil viele auf einen Geldbetrag schließen, in Wirklichkeit ist es aber eine ehrenhalber verliehene Funktion. Die vergibt die Humboldt Uni übrigens auch nur einmal im Jahr im juristischen Bereich, somit ist es eine relativ seltene Auszeichnung. Das liegt aber daran, dass ich sehr viel unterrichte und veröffentliche. Ich schreibe ja mehr als ein typischer hauptamtlicher Professor schreibt, weil das einfach ein Hobby von mir ist und ich das gerne mache. Was ich an der Humboldt Uni einbringen kann, ist gerade auch dieser Praxisbezug: Fälle erzählen, natürlich anonymisiert, damit das kein Verstoß gegen die Schweigepflicht ist, aber immerhin. Ich kann Verhandlungssituationen nachzeichnen und die Studenten ein bisschen den Wind von draußen spüren lassen, wie es so im echten Leben zugeht. Das kann ein hauptamtlicher Professor vielleicht nicht in der Weise, weil er das Anschauungsmaterial dazu nicht reichhaltig hat. Und das versuche ich also: eigene Erfahrungen, eigene Beobachtungen, eigene Fälle, eigene Verhandlungssituationen beizusteuern. Und der ist sehr nachgefragt, sehr gut besucht der Kurs.


Bei Windwärts wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf großgeschrieben. Seit wenigen Tagen sind Sie selbst Vater von Zwillingen und das mit einem Job, wie ich aktuell miterleben darf, bei dem Sie sich 24/7 für das Wohl von Windwärts und anderen Unternehmen einsetzen. Was werden Sie tun, um beides miteinander zu vereinbaren?

Ah, da fragen sie wirklich jemand, der da ganz schlecht drin ist. Ich habe schon einen neunjährigen Sohn, jetzt die Zwillinge, bin in zweiter Ehe verheiratet, und das ist mir nie so richtig gelungen, was man so Balance nennt – da habe ich bislang keinen Weg gefunden. Also ich bin schon jemand, der sich beruflich sehr, sehr stark engagiert. Ich bin jemand, der typischer Weise irgendwann spät abends zu Hause aufschlägt, nach dem Abendessen als Letztes noch mal guckt, was es so für E-Mails gibt und die beantwortet, und dann praktisch als letzte Handlung vorm Zu-Bett-gehen den Computer ausmacht. Da bin ich sicherlich nicht vorbildlich, das kann ich nicht für mich in Anspruch nehmen. Und die Vereinbarkeit ist auch sehr schwierig. Alles, was Familie angeht, lastet tatsächlich eher auf den Schultern meiner Frau. Ja, das ist so. Die Familie hat mich da ein bisschen abgeschrieben. Wenn es Familienfeste gibt oder so, dann informieren die mich zwar, aber sie rechnen nicht wirklich damit, dass ich komme und wenn, dann nie pünktlich. Das ist auch so.

Aber dann ist die Freude hoffentlich umso größer?!

Ja, also ich bin durchaus jemand, der Familie mag und seine Frau sehr liebt und seine Kinder. Vor wenigen Tagen sind unsere Zwillinge geboren und meine Frau war schon länger im Krankenhaus – das hat mich aber auch nicht davon abgehalten, mich bis heute voll den beruflichen Aktivitäten zu widmen. Ich bin jetzt nicht der Typ, der zu Geburtsvorbereitungskursen geht oder so. Das ist nicht so mein Ding. In der Tat habe ich neben Windwärts, was wirklich sehr intensiv war in den letzten Wochen, zusätzlich den Anwaltsbereich, den ich hier betreue. Das ist schon eine zeitintensive Geschichte. Wir sind 15 Anwälte nur an den Standorten Hannover und Hamburg, und da gibt es viel Abstimmungsbedarf mit mir immer mal. Und das versuche ich irgendwie alles gleichzeitig zu managen. Da bin ich in keiner Weise vorbildlich, was das angeht – die Vereinbarkeit. Wobei ich auch ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Sohn habe. Der lebt bei seiner Mutter in Frankfurt und ist bei uns alle zwei Wochen und in den Ferien, wie in den Osterferien zum Beispiel. Und da versuche ich schon, mir immer mal Zeit zu nehmen und ihm ein bisschen von der Welt zu zeigen. Wir reisen dann in verschiedene Städte und gucken uns alles Mögliche an. Das versuche ich dann sehr intensiv mit ihm zu machen und ihm da eine intensive Vater-Sohn-Beziehung zu geben. Aber sicherlich ist es nicht so, dass ich einen geregelten Tagesablauf hätte, um 18 Uhr zu Hause wäre und man mich da irgendwie einplanen könnte. Das ist in dem Job, den ich mache gar nicht möglich, gar nicht denkbar. Letztlich habe ich ja auch nicht nur gegenüber der Familie Verantwortung, sondern auch gegenüber den Mitarbeitern in unserer Kanzlei und auch gegenüber denen, die etwa bei Windwärts darauf zählen, dass ich meine ganze Kraft dort für die Sanierung einsetze.

Das heißt, das ist eher die Basis und da geben Sie sich nicht guten Vorsätzen hin?

Nee, bringt ja nichts. Also, das weiß ich einfach selbst, dass ich den Tag kaum planen kann und jeden Tag alle möglichen Sachen auf mich einströmen. Also, ich habe keinen geregelten Tagesablauf, ich bin ja auch häufig unterwegs zu irgendwelchen Vorträgen oder Verhandlungen in München und Stuttgart und in Leipzig und überall, sodass ich auch da ja keine Regel drin habe und sagen könnte, mein Tagesablauf sieht so oder so aus. Das gibt’s in dem Beruf nicht.


Nachdem Sie jetzt ja bereits in die persönliche Zukunft geblickt haben, eine abschließende Frage zu Windwärts: Wo sehen Sie das Unternehmen in einem Jahr?

Tja, ich greife mal kurz zu meiner Glaskugel…

Das wäre schön.

Ich glaube, dass die Veränderungen letztlich gar nicht so stark sein werden. Wenn wir einen Investor finden, der Windwärts als Stand-alone-Unternehmen lässt oder wenn wir einen Investor finden, der eine größere Einheit ist und das dann mit integriert – das wäre unseriös, wenn ich dazu im Moment eine Einschätzung geben würde. Wir sind ja gerade erst mittendrin im Investoren-Prozess. Ich glaube aber schon, dass man gegenüber Investoren mit offenen Karten spielen muss und denen sagen muss, dass Windwärts eine besondere Kultur hat. Ich glaube auch, dass die Investoren, die sich für Windwärts interessieren, typischer Weise auch wissen, dass das keine Konzernstruktur ist, in der man die Dinge formal-hierarchisch abarbeitet, sondern dass das eine andere Herangehensweise ist. Wenn sich jemand für Windwärts interessiert, ist das glaube ich jemand, der das Unternehmen kennt und weiß, worauf er sich einlässt, und dann kann ich mir schon vorstellen, dass Windwärts von einem etwaigen Inhaber sozusagen an der langen Leine gehalten wird und dass man die eigenen Strukturen und die Selbstständigkeit zum hohen Grad beibehalten kann. Das halte ich für realistisch. Wie es nachher wird, kann keiner seriös sagen, aber ich sehe eher Windwärts mit geringen Veränderungen. Es würde mich sehr wundern, wenn es nachher auf einen Kahlschlag einzelner Bereiche oder so hinausliefe. Deswegen setze ich mich auch so dafür ein, alle Bereiche an Bord zu behalten und das Unternehmen als Gesamtunternehmen zu erhalten. Mein Eindruck ist auch, dass im Moment alle mit Engagement an Bord sind, und ich würde mich freuen, wenn sich das erhalten ließe.

Dann hoffe ich, kann ich Sie in einem Jahr wieder anrufen und fragen, was daraus geworden ist.

Ja, da freue ich mich drauf, Sie wissen es dann vermutlich besser als ich. Dann rufe ich Sie an.

Ja, gerne. Ich danke Ihnen sehr für das ausführliche und offene Gespräch!


Autorin Silvia Augustin

Silvia Augustin

In der Öffentlichkeit ein möglichst umfassendes Bild davon zu zeichnen, wer Windwärts ist und was Windwärts macht – das ist mein Anspruch an unsere Kommunikation. Als Pressesprecherin bin ich die richtige Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Windwärts als Unternehmen und in Sachen Öffentlichkeitsarbeit bin ich die erste Adresse für Interessenten im Bereich Spenden, Sponsoring und Umweltbildung.

Silvia Augustin bei Öffnet den Link in einem neuen FensterÖffnet den Link in einem neuen FensterGoogle+ Öffnet den Link in einem neuen FensterTwitter Öffnet den Link in einem neuen FensterXing