„Bladesurfing“ – eine erneuerbare Trendsportart erobert die USA

01. April 2014 - 09:56 Uhr
von Dr. Stefan Dietrich
zu  Branche der erneuerbaren Energien

  • Foto: CC BY-SA Drenaline

„Bungee-Jumping“ und „Base-Jumping“ sind bereits alte Hüte und „Slacklining“ ist allerhöchstens noch über dem Grand Canyon interessant. Die Trendsport-Szene sucht ständig nach neuen Kicks, und nun verbreitet sich in den USA eine neue Bewegung, deren sportliche Betätigung zuerst einmal vollkommen unglaublich klingt. „Bladesurfing“ heißt der neue Trend, der gerade in den USA Furore macht: Junge Menschen, an deren Geisteszustand durchaus gezweifelt werden darf, lassen sich mit den Füßen an die Rotorblätter von Windenergieanlagen schnallen und dann bei möglichst starkem Wind durch die Luft schleudern.

Festival im Riesen-Windpark – der Durchbruch für das Bladesurfen?

Was für unsere Ohren wie die Wahnidee eines komplett Bescheuerten klingt, begeistert in Kalifornien mittlerweile Hunderte junger Menschen. Ihr Idol ist der Erfinder des Bladesurfing, der 25 Jahre alte Skateboard-Profi Ryan Daly aus dem süd-kalifornischen Bakersfield. „Das Gefühl, dort oben durch die Luft geschleudert zu werden, ist unbeschreiblich“, so Daly in einem vor Kurzem veröffentlichten Interview mit der Los Angeles Times. „Ich habe schon einiges an Nervenkitzel erlebt, aber das übertrifft wirklich alles.“ Nun steht der Trendsport kurz davor, landesweit bekannt zu werden, denn am kommenden Wochenende steht das erste große Bladesurfing-Festival an, zu dem sich US-amerikanische und internationale Fernsehsender angekündigt haben. Austragungsort der spektakulären Veranstaltung ist das Öffnet den Link in einem neuen FensterAlta Wind Energy Center am Tehachapi Pass nördlich von Los Angeles. Der größte Windpark der Welt mit seinen insgesamt 490 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 1,3 Gigawatt bietet eine beeindruckende Kulisse für die waghalsigen Stunts der Bladesurfer. Veranstalter des Spektakels ist Terra-Gen Power, der Betreiber des riesigen Windparks im kalifornischen Hinterland. „Die Windenergie hat immer noch mit vielen Vorurteilen und Falschinformationen zu kämpfen“, begründet James Pagano, CEO von Terra-Gen, das Engagement des Unternehmens gegenüber dem lokalen Blatt Tehachapi News. „Wir möchten etwas für das Image dieser Energieform tun, indem wir den Medien spektakuläre Bilder bieten.“ Dabei mussten das Unternehmen und die Surfer einige Widerstände überwinden: „Eine Genehmigung für das Bladesurfer-Festival zu bekommen, war nicht gerade einfach“, so Pagano. „Aber ich denke, dass es sich für uns lohnen wird.“ Ryan Daly und die anderen Surfer werden wohl auf jeden Fall ihren Spaß haben.

Bei uns wohl nicht denkbar

Es ist ja schon erstaunlich, auf was Leute so alles kommen, wenn sie zu viel Zeit haben. Ich persönlich reiße mich ja noch nicht einmal darum, eine Windenergieanlage zu besteigen (auch wenn die Kollegen sagen, dass die Aussicht toll ist). Dann auch noch mit dem Rotor mitdrehen – lieber nicht. Auf der anderen Seite können spektakuläre Bilder von dieser Extremsportart das Bild der Windenergie in der Öffentlichkeit vielleicht wirklich verändern und die Windräder „cool“ machen. Das schadet der Energiewende sicherlich nicht. Allerdings halte ich es doch für recht unwahrscheinlich, dass es hier zu Lande dafür jemals eine Genehmigung geben wird.


Autor Dr. Stefan Dietrich

Dr. Stefan Dietrich

Als Windwärts Pressesprecher bin ich dafür zuständig, dass die Medien und Menschen vor Ort immer gut über unsere Projekte informiert sind. Das heißt, ich informiere die Lokalpresse über Genehmigungen, Baufortschritte, Inbetriebnahmen u.ä. und empfange Besichtigungsgruppen in unseren Wind- und Solarparks. Darüber hinaus habe ich die aktuellen Entwicklungen der Branche im Blick (den Dr. habe ich schließlich in Politikwissenschaft gemacht).

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