Best-Practice Wind im Wald

23. April 2018 - 15:52 Uhr
von Michael Löhr
zu  Windwärts unterwegs

  • Windpark Waldalgesheim am Südostrand des Hunsrücks

Mit eigenen Augen sehen ist mehr wert, als hundert Geschichten erzählt zu bekommen. Das dachten sich auch rund 70 Bürgermeister, Stadträte und Kommunalpolitiker aus dem Osten Frankreichs und machten sich auf die lange Busreise nach Deutschland. Am Rande der kleinen Hunsrückgemeinde Öffnet den Link in einem neuen FensterWaldalgesheim besichtigten sie an einem sonnigen Samstagnachmittag einen modernen Windpark mit insgesamt zehn Anlagen, die sich allesamt in einem größeren zusammenhängenden Waldgebiet drehen.

„Wir planen den Bau von mehreren Windenergieanlagen in Frankreich“, sagt Jean-Pierre Bahl, Geschäftsführer von Öffnet den Link in einem neuen FensterVents d’Oc, einem Tochterunternehmen der Windwärts Energie GmbH. „Da die Rotoren auch dort an Waldstandorten errichtet werden sollen, haben wir Waldalgesheim für diesen Ortstermin ausgewählt.“ 

Als Schwesterfirma, die wie Windwärts Teil der Öffnet den Link in einem neuen FensterMVV Gruppe ist und die bereits viele Projekte im Wald realisiert hat, ist der Wörrstädter Projektentwickler Öffnet den Link in einem neuen Fensterjuwi idealer Partner für diese Besichtigung.

Sieben der insgesamt zehn Windräder wurden von juwi ans Netz gebracht. Der Standort mit einer Gesamtleistung von 17,2 Megawatt (4 x Enercon E-82; 1 x E-101; 2 x General Electric GE 2.5-120) gilt als „Best-Practice-Beispiel“ für Windenergie im Wald. Das gilt sowohl für das umweltverträgliche Baukonzept als auch für die große Akzeptanz in der Bevölkerung.

Davon berichtete Dr. Gerhard Hanke, ehemaliger Leiter des dortigen Forstamtes und mehr als 20 Jahre Ortsbürgermeister von Waldalgesheim. „Unsere Bürger waren von Beginn der Planungen an in das Projekt eingebunden und wurden stets offen und zeitnah informiert“, sagt Hanke. So erkläre sich die große Zustimmung zu Bau und Betrieb der Windräder.

Inzwischen ist Waldalgesheim Öffnet den Link in einem neuen Fenster„Zukunftsgemeinde für Erneuerbare Energien“ und verfügt neben dem Windpark über eine 2,5 Megawatt Photovoltaik-Freiflächenanlage, ein Biomasseheizwerk sowie mehrere Solar-Dachanlagen auf öffentlichen Gebäuden.

Das beeindruckte auch die französischen Gäste. „Ich bin überrascht, wie wenig Bäume für ein solch großes Windrad gefällt werden mussten“, staunte ein Kommunalpolitiker. Und eine andere Teilnehmerin der Exkursion wunderte sich über den geringen Geräuschpegel der Windräder: „Ich dachte, die seien viel lauter“.

Bepackt mit Informationen und persönlichen Eindrücken kehrten die Exkursionsteilnehmer nach Frankreich zurück. Dort können Sie nun ihren Bürgern aus erster Hand berichten, welche Möglichkeiten die Nutzung sauberer Windenergie auch in ihrer Region bieten kann.


Autor Michael Löhr

Michael Löhr

Vor seiner Pensionierung war Michael Löhr langjähriger Pressesprecher der juwi Gruppe. Das Engagement für die Windenergie ist geblieben. Heute informiert er Besucher bei der Besichtigung von Windparks, insbesondere an komplexen Standorten wie im Wald, und bringt ihnen ebenso lehrreich wie mit vielen Anekdoten gespickt die Entwicklung und den Betrieb eines Windprojekts nahe.