Bachelorarbeit zum Repowering von Windenergieanlagen

16. August 2013 - 09:52 Uhr
von Friedrich von Jeinsen
zu  Arbeiten bei Windwärts

Mit der Windenergie bin ich 1995 das erste Mal in Kontakt gekommen. Damals hatte mein Vater einen kleinen Windpark in der Nähe meines Heimatortes projektiert und ich war von den großen Windenergieanlagen, die dort aufgebaut wurden, schwer begeistert. Mein Interesse bezüglich der Windenergie wuchs mit den neuen Projektierungen von Windparks durch meinen Vater beständig weiter und so lernte ich auch das Unternehmen Windwärts in Hannover kennen.

Studium mit nachhaltigen Folgen

Im Laufe meines Landwirtschaftsstudiums in Göttingen habe ich mich immer mehr mit dem Thema der regenerativen Energie und später auch mit dem Thema der Nachhaltigkeit beschäftigt und auseinandergesetzt. Ich habe großen Gefallen daran gefunden, über die langfristigen Folgen unseres Tuns und Handelns nachzudenken und darüber, wie der stetig steigende Energiebedarf in Deutschland gedeckt werden kann, ohne dabei die Ziele des Atomausstiegs bis 2022 außer Acht zu lassen. So war für mich bald selbstverständlich, dass ich meine Bachelorarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien verfassen würde!

Mit dem Nachhaltigkeitsmanager auf Du und Du

Auf meine Initiativbewerbung bei Windwärts wurde ich kurze Zeit später zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und bekam bald darauf die Zusage, meine Bachelorarbeit mit der Unterstützung von Windwärts zu schreiben. Noch während des Vorstellungsgesprächs unterhielten mein zukünftiger Betreuer, der Nachhaltigkeitsmanager Bernd Jojade, und ich uns über mögliche Bachelorarbeitsthemen, denn schnell war klar: Mit dem von mir vorgeschlagenem Thema hätte ich eher promovieren können als eine Bachelorarbeit zu schreiben …

Mein Büro, mein Team, mein Thema

Drei Wochen nach meinem Vorstellungsgespräch habe ich dann mein eigenes Büro bei Windwärts bezogen. Ich wurde noch am selben Nachmittag dem kompletten Unternehmen mit seinen gut 140 Mitarbeitern in Hannover vorgestellt und war positiv überrascht, wie freundlich und herzlich ich empfangen wurde. Im Laufe der darauf folgenden Woche haben Bernd Jojade und ich das Thema meiner Bachelorarbeit festgezurrt: „Die ökologischen Auswirkungen des Repowerings von Windenergieanlagen am Beispiel eines Referenzstandortes des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG)“. Ich hatte mich bereits in das Thema eingearbeitet und dabei festgestellt, dass es zwar Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessments - LCA) für Windenergieanlagen gab, diese LCAs aber nie miteinander verglichen wurden. So wurde zwar festgestellt, dass das Repowering von Windenergieanlagen gut und definitiv umweltschonender ist als Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Es wurde aber nie die Frage gestellt, geschweige denn beantwortet, inwieweit der Mehraufwand an Materialien und Energie die Mehrleistung der heutigen Windenergieanlagen rechtfertigt. Konkret entschloss ich mich zu einem Vergleich der 800 kW-Windenergieanlage des Typs E-48 mit der 2,3 MW-Windenergieanlage des Typs E-82 E2, beide von Enercon, da ich hier auf vorhandene Daten zu Lebensyklusanalysen aufbauen konnte.

Halb Uni, halb Windwärts: ein Drahtseilakt

Zusammen mit Windwärts vereinbarte ich, dass ich an drei Tagen pro Woche für insgesamt circa 20 Stunden im Unternehmen sein sollte. Das war für mich ein Kompromiss, da ich auf der einen Seite so viel Zeit wie möglich damit verbringen wollte, im Unternehmen meine Bachelorarbeit zu schreiben, auf der anderen Seite aber noch meine letzten Pflichtveranstaltungen an meiner Universität in Göttingen besuchen musste.

Wer braucht schon Termine?

Zu Beginn meiner Arbeitszeit entschieden Bernd Jojade und ich, uns einmal pro Woche zu einem gemeinsamen Austauschtermin zu treffen. So sollte er einen genauen Einblick in meine Arbeit und meinen Fortschritt bekommen und ich meine Fragen loswerden können. Bereits nach der ersten Woche stellten wir jedoch fest, dass diese terminierten Treffen überflüssig waren. Zum einen konnte ich mich mit Bernd Jojade fachlich so gut austauschen, dass wir ohnehin permanent im Gespräch waren, und zum anderen haben wir uns auch privat so gut verstanden, dass wir uns regelmäßig zum Mittagessen verabredeten oder mindestens unsere kürzeren Pausen zusammen verbrachten. Dabei konnte ich ihn dann ganz ungezwungen auf dem Laufenden halten, was meine Arbeit betraf, und er konnte mir schnell Tipps und Denkanstöße geben. So kam es, dass ich nach der gemeinsamen Mittagspause mit Bernd Jojade immer öfter einem bestimmten Fachteam von Windwärts einen Besuch abstattete und meine Fragen von den mir genannten Experten beantwortet wurden. Besonders am Anfang dieser spontanen Besuche hatte ich noch großen Respekt und war immer ein wenig nervös. Aber ich wurde immer wieder von der Freundlichkeit und Geduld der Mitarbeiter überrascht, mit der meine Fragen beantwortet wurden. Umgekehrt bekam auch ich immer wieder spontane Besuche von meinen Windwärts-Kollegen, die sich genauer über das Thema meiner Bachelorarbeit informieren wollten und sich erkundigten, wie weit ich mit meiner Bachelorarbeit sei und was die bisherigen Ergebnisse meiner Bachelorarbeit seien. Das hat mich immer sehr gefreut, da ich so auch das Gefühl bekommen habe, dass sich meine Arbeitskollegen tatsächlich für meine Arbeit interessieren.

Primärdaten? Geheim!

Um tatsächlich Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit des Repowerings von Windenergieanlagen ziehen zu können, war ich auf Primärdaten von Enercon angewiesen. Ich brauchte Angaben zu den Mengen an Rohstoffen, die Enercon für den Bau der Windenergieanlagen benötigt, zum energetischen Aufwand, der bei der Herstellung und bei dem Transport benötigt wird, und zum Abfallverhalten. Als Student konnte ich mich für eine Software bewerben, mit der über eine softwareinterne Datenbank und das Eingeben der Primärdaten (Energieaufwand, Menge der benötigten Rohstoffe) der energetische Aufwand und die CO2-Entstehung bei den unterschiedlichen Herstellungsprozessen ermittelt werden kann. Um die Daten von Enercon tatsächlich zur Verfügung gestellt zu bekommen, war eine Geheimhaltungsvereinbarung zwischen Enercon, Windwärts und mir erforderlich. Mit meiner Unterschrift verpflichtete ich mich, die mir zur Verfügung gestellten Daten vertraulich zu behandeln. Gleichzeitig wurden Bernd Jojade und ich nach Aurich zu den Enercon-Werken eingeladen, wo wir eine persönliche Führung bekamen. Dabei lernte ich nicht nur das Unternehmen und die einzelnen Herstellungsprozesse von Windenergieanlagen kennen, sondern konnte auch gezielte Fragen stellen.

„Lebenszyklusanalyse“ meiner Zusammenarbeit mit Windwärts

Durch viele Diskussionen im Freundes- und Bekanntenkreis stellte sich für mich immer weiter heraus, dass ich meine Bachelorarbeit – so wie ich sie geschrieben habe – überhaupt nicht ohne die Unterstützung von Windwärts hätte realisieren können. Das betrifft nicht nur die Geduld der Fachteams, die meine Fragen beantwortet haben, sondern vor allem das Engagement von Windwärts als langjähriger Partner von Enercon, durch das ich die Herstellungsdaten von Enercon zur Verfügung gestellt bekommen habe und die Enercon-Werke in Aurich besichtigen konnte. In diesem Sinne danke ich Windwärts vielmals für die erstklassige Unterstützung, die ich genießen durfte, und natürlich auch für die vielen Erfahrungen, die ich in der Zeit bei Windwärts sammeln konnte. Nochmals: Danke Windwärts!


Autor Friedrich von Jeinsen

Friedrich von Jeinsen

Mit erneuerbaren Energien bin ich 1995 in Kontakt gekommen, als mein Vater einen kleinen Windpark in der Nähe meines Heimatortes projektierte. Mein Interesse bezüglich der Windenergie wuchs beständig weiter. Im Laufe meines Landwirtschaftsstudiums in Göttingen habe ich mich mit den Themen regenerative Energie und Nachhaltigkeit beschäftigt. So entstand auch die Idee zu meiner Bachelorarbeit „Die ökologischen Auswirkungen des Repowerings von Windenergieanlagen am Beispiel eines Referenzstandortes des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG)“, bei der ich von Windwärts im Sommer 2013 unterstütz wurde.