Unternehmensgeschichte

Am Anfang war die Idee

„Wir wollten zeigen, dass Stromerzeugung aus Windenergie technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist“, formuliert Lothar Schulze die Unternehmensidee. Diese entwickelten der gebürtige Hannoveraner und der Luxemburger Roger Lutgen bereits 1991 bei einem ersten Kennenlernen. 1994 gründeten sie zusammen mit drei weiteren Gesellschaftern die Windwärts Energie GmbH.

  • Pionierzeit – eine Vision wird Wirklichkeit
  • Wachstumsphase – Internationalisierung und Diversifikation 
  • Neuausrichtung – Konzentration auf das Kerngeschäft und Sanierung
  • Gemeinsam stark – Windwärts als Teil der MVV Energie Gruppe


Pionierzeit – eine Vision wird Wirklichkeit

Es war eine Zufallsbekanntschaft mit Folgen: Der Elektrotechniker und Psychologe Roger Lutgen lernt 1991 den Geographen Lothar Schulze kennen und zieht kurzentschlossen nach Hannover, um dort mit ihm gemeinsam eine Windenergieanlage zu errichten. Zusammen mit drei weiteren Gesellschaftern gründen sie 1994 die Windwärts Energie GmbH.

Nach der Unternehmensgründung folgt die Pionierarbeit. Die moderne Windenergienutzung steckt zu diesem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen. Nur vier Jahre zuvor ist der erste deutsche Windpark an Schleswig-Holsteins windreicher Westküste in Betrieb gegangen. Das Ende 1990 in Kraft getretene Stromeinspeisungsgesetz, Vorläufer des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), garantiert Abnahme und Vergütung von Strom aus erneuerbaren Quellen.

Die Behörden in Hannover, die die erste Windenergieanlage im nahegelegenen Laatzen genehmigen sollen, sehen sich vor neue Herausforderungen gestellt. Unerfahren sind auch die Handwerks- und Baubetriebe, die Zuarbeiten wie Kabelverlegung und Fundamentbau erledigen sollen. Doch 1995 ist es so weit: Die ersten Windwärts-Anlagen, zwei Enercon E-40 mit je 500 Kilowatt Nennleistung, nehmen ihren Betrieb auf, finanziert von Bürgern, die ihr Geld in einen Publikumsfonds investiert haben. In den Folgejahren gelingt es dem jungen Unternehmen, sich Projekt für Projekt als Planungsbüro zu etablieren.


Wachstumsphase – Internationalisierung und Diversifikation

Im Jahr 1998 betritt Windwärts mehrfach Neuland: Das Unternehmen streckt seine Fühler ins Ausland aus, beschäftigt sich mit dem Bau und Betrieb von Photovoltaikanlagen und initiiert einen internationalen Kunstwettbewerb. Die Idee: Menschen werden angeregt, sich über die Kunst den technischen Anlagen einer neuen umweltfreundlichen Stromerzeugung zu nähern. Aus dem Wettbewerb geht ein Projekt mit einem bis heute einzigartigen Charakter hervor –„Kunst und Windenergie zur Weltausstellung“. Pünktlich zur Expo 2000 in Hannover setzt Windwärts ausgewählte Entwürfe um und errichtet drei Windenergieanlagen, die Kunst und Windenergienutzung öffentlichkeitswirksam miteinander verbinden.

Im Jahr 2000 löst das Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) das Stromeinspeisungsgesetz ab. Auf dieser Grundlage entwickelt Windwärts zahlreiche weitere Projekte. Mit der Gründung der tw.energy GmbH, ebenfalls im Jahr 2000, beginnt das Engagement in der Türkei. Zudem gründet das Unternehmen im Jahr 2002 zwei Tochtergesellschaften im Ausland: die Windwaerts Energie Rinnovabili in Italien und die Vents d’Oc Énergies Renouvelables in Frankreich.

Das Wachstum schafft zugleich neue Arbeitsplätze. Mit inzwischen 27 Mitarbeitern bezieht Windwärts Ende 2000 neue Büroräume im ehemaligen Ahrbergviertel im Hannoveraner Stadtteil Linden. Vier Jahre später, zum Zeitpunkt des 10. Jubiläums, zählen zu den realisierten Projekten bereits 50 Windenergie- und sechs Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 71 Megawatt. Erste Erfolge im Ausland sind 2007 und 2008 zwei in der Türkei errichtete Windparks mit insgesamt 21 Anlagen und einer Leistung von 40 Megawatt. Die Finanzierung der Projekte erfolgt weiterhin über geschlossene Fonds als Beteiligungsmöglichkeit für Kapitalanleger und alternativ über Privatplatzierungen für Investoren. Darüber hinaus gibt Windwärts in den Jahren 2006 bis 2013 vier Genussrechte aus, die eine Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens ermöglichen. Im Jahr 2010 verlagert Windwärts seinen Standort auf das ehemalige Hanomag-Gelände in Linden-Süd, das unter Federführung des Münchner Immobilienentwicklers DIBAG zu neuem Leben erwacht. Das frisch sanierte Bürogebäude entspricht den modernen Anforderungen an nachhaltige Haustechnik und damit dem eigenen Anspruch an eine Nachhaltigkeitsstrategie, die alle Bereiche des Unternehmens umfasst. Passend dazu wird Windwärts 2010 für die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet.

Zusätzlich zur Windenergie und Photovoltaik setzt das auf Diversifikation ausgerichtete Unternehmen nun auch auf Biogas als eigenständiges Geschäftsfeld. Die erste und letztlich einzige Anlage wird 2011 in Betrieb genommen, bleibt aber ein Pilotprojekt.


Neuausrichtung – Konzentration auf das Kerngeschäft und Sanierung

Nach weiterem Wachstum stellt Windwärts Ende 2013 die Weichen für die Zukunft neu. Der Projektentwickler konzentriert sich auf das Kerngeschäft der Windenergie an Land in Deutschland und Frankreich und führt eine personelle Restrukturierung durch. Hintergrund dafür sind die sich verändernden Märkte für erneuerbare Energien sowie Verzögerungen bei laufenden Windenergieprojekten und Vorlaufkosten im Ausland. Allen Anstrengungen zum Trotz kommt es Anfang Februar 2014 zum Antrag auf Insolvenz und Anfang Mai 2014 zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Der vom Amtsgericht Hannover bestellte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann setzt den eingeschlagenen Kurs der Sanierung und der Konzentration auf das Kerngeschäft mit Nachdruck fort. So kann er das Unternehmen nur fünf Monate nach Eröffnung des Verfahrens in gute Hände übergeben. Käufer und neuer Partner ist die MVV Energie AG aus Mannheim, eines der führenden deutschen Energieunternehmen. Der Standort Hannover bleibt erhalten, alle Arbeitsplätze gehen über und das Projektgeschäft wird unter der am Markt etablierten Marke Windwärts weitergeführt.


Gemeinsam stark – Windwärts als Teil der MVV Energie Gruppe

Seit Oktober 2014 sind Windwärts und seine französische Tochter Vents dʼOc Énergies Renouvelables mit Sitz in Montpellier Teil der MVV Energie Gruppe. Geschäftsführer am Hauptsitz in Hannover sind Unternehmensgründer Lothar Schulze und Björn Wenzlaff, der zugleich Geschäftsführer der MVV Windenergie GmbH ist.

Kerngeschäft der neuen Windwärts Energie GmbH ist und bleibt die Projektentwicklung sowie der Bau und Betrieb von Windenergieanlagen in Deutschland und Frankreich. In Deutschland ist Windwärts in den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in Ostwestfalen-Lippe aktiv. Damit trägt Windwärts auch innerhalb der MVV Energie Gruppe maßgeblich zum Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Umbau des Energiesystems bei. Die MVV Energie Gruppe deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft ab – von der Projektentwicklung über den Anlagenbetrieb bis zur Stromvermarktung.

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