Untermieter an Windenergieanlagen

08. März 2005 - 15:10 Uhr
    Windpark in Gehrden bei Hannover

Windwärts Energie GmbH stellt Nistkästen für Turmfalken bereit

Im Windpark Schliekum II im Süden der Region Hannover werden in der kommenden Woche an zwei Windenergieanlagen Nistkästen für Turmfalken angebracht. Die Projektinitiatorin, die Windwärts Energie GmbH, hat bereits gute Erfahrungen mit diesen Angeboten gemacht. Im benachbarten Windpark Schliekum sowie in verschiedenen anderen Projekten haben die Falken an den Türmen der Anlagen bereits erfolgreich gebrütet.

Im Windpark Schliekum II betreibt die Windwärts Schliekum GmbH & Co. Zweite Betreiber KG zwei Anlagen vom Typ Nordex S77 sowie drei Anlagen vom Typ Nordex N90. Der Anlagentyp Nordex N90 ist mit einer Nennleistung von 2,3 Megawatt der erste dieser Größenordnung in der Region Hannover. Jeweils die nördlichste und südlichste der drei Nordex N90 werden mit je einem Nistkasten ausgestattet. "Nach meinen Erfahrungen aus unseren anderen Windparks werden die Nistkästen von den Falken sehr schnell angenommen", sagt Friedrich Wilke-Rampenthal, der bei der Windwärts Energie GmbH für Überwachung und Betriebsführung von Windenergieanlagen zuständig ist und auch die Nistkästen montiert. "Die mittlere der großen Anlagen möchten wir für Besteigungen im Zusammenhang mit Sicherheitstrainings nutzen. Daher bringen wir hier keine Nisthilfe an", ergänzt Wilke-Rampenthal.

Die Bereitstellung der Nistkästen ist eine freiwillige Ergänzung zu den Auflagen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die in der Genehmigungsplanung von Windenergieprojekten festgelegt und durch die jeweilige Planungsgesellschaft realisiert werden müssen. Im Windenergieprojekt Schliekum II wurden durch die Windwärts Energie GmbH auf drei Flächen von insgesamt 5,23 ha Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umgesetzt. In Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde und der NABU-Ortsgruppe Pattensen wurde hier unter anderem Lebensraum für die gefährdete Grauammer geschaffen.

Die insgesamt fünf Windenergieanlagen des Projektes sind im vergangenen Jahr ans Netz gegangen. Der jährliche Stromertrag wird auf rund 21 Millionen Kilowattstunden im Jahr prospektiert. Dies entspricht dem Jahresstromverbrauch der privaten Haushalte in den benachbarten Städten Sarstedt und Pattensen. Die Windwärts Energie GmbH bietet derzeit für die Betreibergesellschaft des Projekts Kommanditanteile zur Beteiligung an. Bürgerinnen und Bürger können noch mit einer Mindesteinlage von 3.000 Euro Miteigentümer an den fünf Windenergieanlagen werden. Die Gesamtausschüttung wird auf 278 Prozent der Kommanditeinlage prognostiziert. Das Kommanditkapital in Höhe von 3,7 Mio. Euro bildet das Eigenkapital der Investition und ist durch eine Platzierungsgarantie gesichert.

Die Windwärts Energie GmbH übernimmt im Auftrag der Betreibergesellschaft auch die Betriebsführung und Verwaltung des Projekts. Das 1994 gegründete hannoversche Unternehmen realisiert eigene Windenergie- und Photovoltaikprojekte und übernimmt darüber hinaus Fremdprojekte in unterschiedlichen Planungsstadien. Bisher wurden 65 Windenergie- und 7 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 98 Megawatt in Betrieb genommen. Seit mehreren Jahren ist die Windwärts Energie GmbH auch im europäischen und außereuropäischen Ausland aktiv.