Ausgleichsmaßnahme im Windenergieprojekt Sudwalde

15. November 2006 - 13:42 Uhr
    Windenergieanlagen des Typs Enercon E-82

Umweltpädagogisches Engagement bei Aufforstungsmaßnahmen

Auf einer Aufforstungsfläche nordwestlich von Sudwalde werden morgen Vormittag Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule aus Braunschweig für eine Waldrandgestaltung rund 1.000 heimische Sträucher pflanzen. Die Fläche war bereits in den letzten Wochen im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen für das Windenergieprojekt mit standortheimischen Laubbaumarten bepflanzt worden. Die Jugendlichen ergänzen diese Pflanzungen in Form eines umweltpädagogischen Projekts während ihres Aufenthaltes im Jugendwaldheim Hahnhorst. Die drei Windenergieanlagen des Projekts Sudwalde wurden von der Windwärts Energie GmbH aus Hannover geplant und sind seit Dezember 2005 in Betrieb.

Die Aktion wird um 9.00 Uhr im Jugendwaldheim Hahnhorst mit einer Einführung durch Jugendwaldheimleiter Gerd Otten beginnen. "Im Jugendwaldheim verbringen Schülerinnen und Schüler in der Regel 12 Tage", erläutert Otten . "Vormittags arbeiten sie im Wald und unterstützen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Waldarbeiter bei den anstehenden Tätigkeiten. An den Nachmittagen finden entweder Lehrveranstaltungen mit Forstleuten statt oder es werden Ausflüge veranstaltet." Das Jugendwaldheim Hahnhorst, das seit 1966 besteht, ist eines von 10 Jugendwaldheimen in Niedersachsen. Hier sollen Schulklassen ab Jahrgangsstufe 7 Wald als Lebensraum und Lernort unmittelbar und mit allen Sinnen erfahren. Im Jugendwaldheim Hohnhorst haben bereits über 20.000 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften einen Jugendwaldeinsatz erlebt.

Anschließend stellt Unternehmenssprecherin Sylvia Reckel von der Windwärts Energie GmbH die Kompensationsmaßnahme vor. Nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz sind Projektentwicklungsgesellschaften verpflichtet, auf Flächen von 0,75 bis 1 Hektar pro Windenergieanlage Kompensationsmaßnahmen für den Natur- und Landschaftsschutz zu realisieren. Die Aufforstungsmaßnahme gehört neben der Anlage einer Streuobstwiese zu den Kompensationsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit der Errichtung der drei Windenergieanlagen in Sudwalde von der Windwärts Energie GmbH umgesetzt werden. "Auf der Fläche wurden maschinell bereits rund 8.000 Bäume gepflanzt. Die Schülerinnen und Schüler ergänzen jetzt die Sträucher für die Waldrandgestaltung", sagt Reckel. "Wir freuen uns sehr über diese Kooperation mit dem Niedersächsischen Forstamt Nienburg und wünschen uns, dass die umweltpädagogische Maßnahme dazu beiträgt, die Jugendlichen an das Thema Wald und Natur heranzuführen." Nach der Einführung in das Thema wird die Aufforstungsfläche in Sudwalde angefahren, wo die Jugendlichen bereits tätig sind.

Die Anlagen im Windenergieprojekt Sudwalde vom Typ Enercon E-70 E4 haben seit ihrer Inbetriebnahme rund sieben Millionen Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugten Strom in das Versorgungsnetz eingespeist. Verglichen mit der Stromerzeugung durch ein Kohlekraftwerk wurden damit etwa 6.300 Tonnen des treibhauswirksamen Gases Kohlendioxid vermieden. Der Betrieb der Windenergieanlagen erfolgt durch die Windwärts Volandis GmbH & Co. Projekt Sudwalde KG, an der 151 private Anleger beteiligt sind.

Die Windwärts Energie GmbH hat bisher 74 Windenergie- und 8 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 116 Megawatt in Betrieb genommen. Die Jahresstromproduktion dieser Anlagen beträgt über 230 Millionen Kilowattstunden. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von rund 77.000 privaten Haushalten. Die meisten Anlagen wurden durch geschlossene Publikumsfonds finanziert, an denen sich mehr als 2.300 Investoren beteiligt haben.