Ausgleichsmaßnahme im Windenergieprojekt Sudwalde

09. November 2006 - 15:26 Uhr
    Rotor einer Windenergieanlage

Obstbaumschule Hoffmann spendet seltene Apfelsorte für Streuobstwiese

Am 10. November um 11.00 Uhr wird an der Sudwalder Beeke südlich von Sudwalde auf einer Streuobstwiese ein Exemplar der seltenen Apfelsorte "Sulinger Grünling" gepflanzt. Die Obstwiese war im Frühjahr 2006 im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen für das Windenergieprojekt Sudwalde angelegt worden. Der Apfelbaum wird zusätzlich zu den bereits gepflanzten Obstbäumen von der Bioland Baumschule & Obstgarten Dr. Ute Hoffmann aus Asendorf/Uepsen gespendet. Die drei Windenergieanlagen des Projekts Sudwalde wurden von der Windwärts Energie GmbH aus Hannover geplant und sind seit Dezember 2005 in Betrieb.

Die Streuobstwiese ist bereits mit rund 80 Obstbäumen regionaltypischer Sorten bepflanzt. Mit dem "Sulinger Grünling" kommt eine Apfelsorte hinzu, die vor einigen Jahren bereits als ausgestorben galt und von der Obstbaumschule in Zusammenarbeit mit dem NABU Sulingen seit einiger Zeit neu vermehrt und angepflanzt wird. "Ich engagiere mich seit Jahren für die Erhaltung und Wiederbelebung regionaltypischer Obstsorten, unter anderem deshalb, weil sie besondere Eigenschaften haben, die wir bei den heutigen Massensorten nicht mehr finden", erklärt Ute Hoffmann, die auch 1. Vorsitzende der Regionalgruppe Bremen-Niedersachsen des Pomologen-Vereins ist. "Der Sulinger Grünling gedeiht zum Beispiel gut auf feuchten Böden und lässt sich in einer Erdmiete bis zum Frühjahr lagern."

Die Anlage der Streuobstwiese gehört neben einer Aufforstung zu den Kompensationsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit der Errichtung der drei Windenergieanlagen in Sudwalde von der Windwärts Energie GmbH umgesetzt werden. "Nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz sind wir als Projektentwicklungsgesellschaft verpflichtet, im jeweiligen Projektgebiet auf Flächen von 0,75 bis 1 Hektar pro Windenergieanlage Kompensationsmaßnahmen für den Natur- und Landschaftsschutz zu realisieren. Die Windwärts Energie GmbH legt dabei großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschutzgruppen", erläutert der für das Projekt Sudwalde verantwortliche Ingenieur Andreas Becker von der Firma Windwärts. "Bei dieser Ausgleichsmaßnahme haben wir die Sortenwahl für die Obstwiese in Abstimmung mit dem Pomologen-Verein vorgenommen und freuen uns sehr, dass die Obstbaumschule Hoffmann, die die Planung umgesetzt hat, einen zusätzlichen Baum spendet. Darüber hinaus übernimmt der Verein die Pflege der Obstbäume über einen Zeitraum von 20 Jahren."

Die Anlagen im Windenergieprojekt Sudwalde vom Typ Enercon E70 E4 haben seit ihrer Inbetriebnahme rund sieben Millionen Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugten Strom in das Versorgungsnetz eingespeist. Verglichen mit der Stromerzeugung durch ein Kohlekraftwerk wurden damit etwa 6.300 Tonnen des treibhauswirksamen Gases Kohlendioxid vermieden. Der Betrieb der Windenergieanlagen erfolgt durch die Windwärts Volandis GmbH & Co. Projekt Sudwalde KG, an der 151 private Anleger beteiligt sind.

Die Windwärts Energie GmbH hat bisher 74 Windenergie- und 8 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 116 Megawatt in Betrieb genommen. Die Jahresstromproduktion dieser Anlagen beträgt über 230 Millionen Kilowattstunden. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von rund 77.000 privaten Haushalten. Die meisten Anlagen wurden durch geschlossene Publikumsfonds finanziert, an denen sich mehr als 2.300 Investoren beteiligt haben.