Appartements für Mauersegler

10. März 2006 - 15:34 Uhr
    Rotorblatt einer Windenergieanlage

Windwärts Energie GmbH montiert Nistkästen an Windenergieanlage in Schliekum

Im Windpark Schliekum werden am kommenden Mittwoch, den 15.03.2006, um 14.00 Uhr an einer der acht Windenergieanlagen Nistkästen für Mauersegler angebracht. Die Nisthilfen waren anlässlich des von der NABU-Ortsgruppe Pattensen veranstalteten Tags der Schöpfung im Oktober 2005 von einer Gruppe der Pattenser Pfadfinder gebaut worden. Die Initiatorin des Windenergieprojekts, die Windwärts Energie GmbH, hatte das Material zur Verfügung gestellt.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Ortsgruppe des NABU, Pfarrer Klaus Jung, und Vertretern der Pfadfinder wird Friedrich Wilke-Rampenthal von der Windwärts Energie GmbH die insgesamt 10 Nistkästen an der Windenergieanlage 1 aufhängen. "Wir haben im vergangenen Jahr bereits an den Anlagen 4 und 6 Nistkästen für Turmfalken angebracht. Schon 14 Tage später hatte ein Falkenpaar einen Kasten besetzt und im Sommer drei Junge großgezogen", sagt Wilke-Rampenthal, der bei Windwärts für die Überwachung und Betriebsführung von Windenergieanlagen zuständig ist. "Diese Erfahrungen haben uns motiviert, auch Nisthilfen für Mauersegler bereit zu stellen."

Mauersegler, ursprünglich Felsbrüter, wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte immer mehr zu Bewohnern menschlicher Siedlungen. Sie brüten dort unter Dächern und in Gebäudenischen und verbringen ihr Leben im Wesentlichen in der Luft. Mit ihren langen sichelförmigen Flügeln und dem kurzen gegabelten Schwanz sind sie an ihren Lebensraum perfekt angepasst. Mittlerweile werden aufgrund von Gebäudesanierungen die Brutplätze in den Dörfern und Städten knapp, so dass die Flugkünstler bereits auf der Vorwarnliste der "Roten Liste gefährdeter Brutvögel" stehen. "Anfang Mai kehren die Mauersegler aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara zurück", erläutert Pfarrer Klaus Jung. "Wir sind gespannt, wie sie auf unser Angebot reagieren."

Die Bereitstellung von Nistkästen in diesen und anderen Windenergieprojekten der Windwärts Energie GmbH ist eine freiwillige Ergänzung zu den Auflagen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die in der Genehmigungsplanung festgelegt und durch die jeweilige Planungsgesellschaft realisiert werden müssen. Im Zusammenhang mit der im Jahr 2004 vorgenommenen Erweiterung des Windparks Schliekum wurden auf drei Flächen mit einer Größe von insgesamt 5,23 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umgesetzt. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und der NABU-Ortsgruppe Pattensen wurde hier unter anderem Lebensraum für die gefährdete Grauammer geschaffen.

Im Windpark Schliekum, der sowohl Flächen der Schliekumer als auch der Pattenser Gemarkung umfasst, werden acht Windenergieanlagen betrieben. Die ersten drei Anlagen mit insgesamt 4,5 Megawatt Nennleistung wurden 1999 errichtet. Betreiber ist die Windwärts Schliekum GmbH & Co. Betreiber KG. Im Jahr 2004 kamen fünf weitere Anlagen hinzu, die von der Windwärts Schliekum GmbH & Co. Zweite Betreiber KG betrieben werden. Es handelt sich um zwei Anlagen vom Typ Nordex S77 sowie drei Anlagen vom Typ Nordex N90. Der Anlagentyp Nordex N90 ist mit einer Nennleistung von 2,3 Megawatt der erste dieser Größenordnung in der Region Hannover.

Die Windwärts Energie GmbH ist im Auftrag der Betreibergesellschaften für die Betriebsführung und Verwaltung des Windparks verantwortlich. Das 1994 gegründete hannoversche Unternehmen realisiert eigene Windenergie- und Photovoltaikprojekte und übernimmt darüber hinaus Fremdprojekte in unterschiedlichen Planungsstadien. Bisher wurden 73 Windenergie- und 7 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 108 Megawatt in Betrieb genommen. Seit mehreren Jahren ist die Windwärts Energie GmbH auch im europäischen und außereuropäischen Ausland aktiv.