FAQ

Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Windenergieanlagen hin und wieder still stehen, wie sich das Stromnetz durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verändern wird oder was der Unterschied zwischen geschlossenen Fonds und Genussrechten ist? Auf dieser Seite finden Sie Fragen, die uns häufig gestellt werden, und unsere Antworten dazu. Klicken Sie einfach auf das Pluszeichen und entdecken Sie, welche Fragen und Antworten rund um die Themen erneuerbare Energien, Windenergie sowie geschlossene Fonds & Genussrechte sich dahinter verbergen.

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Fragen und Antworten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien

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In welchem Verhältnis steht die Energie, die zur Herstellung von Windenergie- und Solaranlagen benötigt wird, zu der Energie, die im Laufe des Betriebs dieser Anlagen erzeugt wird?

Erneuerbare-Energien-Anlagen werden im Verhältnis zu ihrer Energieproduktion mit geringem Energieaufwand hergestellt. Insbesondere Windenergieanlagen haben schon nach kurzer Laufzeit die Energie, die für ihre Herstellung, den Transport, den Auf- und Abbau sowie ihre Entsorgung benötigt wird, selbst produziert. Dieser Zeitraum wird als „energetische Amortisationszeit“ bezeichnet. Bei Windenergieanlagen liegt er bei 3 bis 6 Monaten. Innerhalb von 20 Jahren produzieren Windenergieanlagen bis zu 80-mal so viel Energie, wie in sie investiert wird. Photovoltaikanlagen sind momentan noch energieintensiver in der Herstellung. Ihre energetische Amortisationszeit liegt bei zwei bis vier Jahren. Photovoltaikanlagen erzeugen innerhalb von 20 Jahren das 5- bis 10-fache der investierten Energie.

Wie werden Windenergie- und Photovoltaikanlagen überwacht und welche Qualitätskontrollen gibt es?

Mithilfe eines Fernüberwachungssystems werden die Betriebsdaten von Windenergie- und Photovoltaikanlagen kontinuierlich erfasst und ausgewertet. Mögliche Störungen können so schnell registriert und behoben werden. Durch langfristige und standortübergreifende Auswertungen der Betriebsdaten wird die Leistungsfähigkeit der Anlagen überprüft und es werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um diese zu sichern. Direkt am Standort finden regelmäßige Kontrollen der Anlagen und der Infrastruktur statt. Darüber hinaus überprüfen unabhängige Sachverständige den technischen Zustand der Anlagen in vertraglich vereinbarten Abständen. Stehen Pflege-, Service-, Wartungs- oder Reparaturarbeiten an, werden diese durch die Betriebsführung veranlasst, durchgeführt und überwacht. Dabei wird fortwährend auf die Einhaltung der technischen Vorschriften und öffentlich-rechtlichen Bestimmungen geachtet.

Wie lang ist die Betriebsdauer von Windenergie- und Solaranlagen? Wann findet ein Repowering statt?

Windenergieanlagen sind Maschinen, die auf eine lange Betriebsdauer ausgelegt sind. Auch Photovoltaikanlagen sind für einen langfristigen Betrieb konzipiert. Bei guter Instandhaltung können Windenergie- und Solaranlagen über Jahrzehnte hinweg betrieben werden. Über einen Zeitraum von 20 Jahren sind die Abnahme und die Vergütung des Stroms aus diesen Anlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Wenn die Anlagen in einem guten technischen Zustand sind, können sie nach diesen 20 Jahren weiter betrieben werden, indem der Strom auf dem freien Markt verkauft wird.

Das Ersetzen von alten Anlagen durch neue (Repowering) findet statt, wenn es finanziell interessant ist – wenn sich eine Reinvestition in leistungsstärkere Anlagen lohnt. Mit dem Ziel die Anlagentechnik in Deutschland auf einem modernen Stand zu halten, unterstützt der Gesetzgeber diesen Schritt mit einem Anreiz, dem sogenannten Repowering-Bonus. Die Entscheidung über ein Repowering an einem Anlagenstandort fällt meist innerhalb des Betriebszeitraums von 15 bis 20 Jahren. Ein Repowering kann aber auch schon früher oder erst später in Frage kommen.

Leistung von Windenergieanlagen bei zunehmender Größe

Welche Auswirkung hat die sogenannte EEG-Umlage auf den Strompreis?

Der Gesetzgeber hat mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) geregelt, dass Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen den produzierten Strom in das Netz des örtlichen Netzbetreibers vorrangig einspeisen dürfen und für jede eingespeiste Kilowattstunde eine Einspeisevergütung erhalten. Die Netzbetreiber erhalten dann wiederum von den vier Übertragungsnetzbetreibern die EEG-Vergütungen erstattet, die den EEG-Strom über die Strombörse in Leipzig verkaufen und somit für diesen Strom Einnahmen erzielen. Die Differenz zwischen den Zahlungen für EEG-Einspeisevergütungen und den Einnahmen aus dem Verkauf an der Strombörse wird als EEG-Umlage bezeichnet. Die berechnete EEG-Umlage wird dann auf jede von den Stromverbrauchern verbrauchte Kilowattstunde aufgeschlagen und ist somit Bestandteil des Strompreises.

Durchschnittlicher Strompreis eines 3-Personen-Haushaltes (Jahresverbrauch 3.500 kWh)

Die vermehrte Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien führt dazu, dass der Strompreis an der Börse sinkt. So können für den EE-Strom nur geringere Preise erzielt werden und die Differenz zwischen EEG-Vergütungen und Einnahmen aus dem Verkauf steigt. Während also die vermehrte EE-Stromproduktion den Strom an der Börse verbilligt (Merit-Order-Effekt), profitiert die EEG-Umlage nicht davon, sondern erhöht sich aufgrund der Preisbildung an der Börse noch. Außerdem werden große Stromverbraucher von der Zahlung der EEG-Umlage befreit, sodass die EEG-Umlage auf weniger Verbraucher umgelegt wird und für den normalen Verbraucher zusätzlich steigt. Im Jahr 2011 betrug die EEG-Umlage 3,530 Cent, im Jahr 2012 3,592 Cent und im Jahr 2013 beträgt sie 5,277 Cent pro kWh. Die EEG-Umlage wird jeweils zum 15. Oktober eines Jahres von den Verteilnetzbetreibern ermittelt und festgelegt.

Entwicklung der EEG-Umlage und ihrer einzelnen Bestandteile 2012 - 2014

Welche Optionen gibt es für die Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien?

Um die erneuerbaren Energien an die Marktmechanismen heranzuführen, bietet die aktuelle Fassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – Stand: 01.01.2012 – den Anlagenbetreibern wirtschaftliche Anreize, ihren Strom über Stromhändler direkt zu vermarkten. Dabei gibt es drei Optionen:

Marktprämienmodell

Bei der Direktvermarktung im Rahmen des Marktprämienmodells erhält der Stromhändler zusätzlich zu den Erlösen aus dem Stromverkauf eine Marktprämie. Diese besteht aus der Differenz zwischen dem mittleren Marktwert des betreffenden Energieträgers an der Leipziger Strombörse und der bisherigen EEG-Festpreisvergütung der Anlage. Als Anreiz wird darüber hinaus eine Managementprämie vergütet, von der Anlagenbetreiber und Stromhändler profitieren. Für 2013 beträgt diese 0,65 Cent pro Kilowattstunde, wird aber bis 2015 schrittweise verringert. Die Kosten beider Prämien werden über die EEG-Umlage, also über die Strompreise, finanziert. Parallel dazu gibt es eine Kosteneinsparung, die sich ebenfalls auf die EEG-Umlage bzw. auf die Strompreise auswirkt. Durch die Direktvermarktung über einzelne Stromhändler steigt die Prognosegenauigkeit der Stromproduktion, so dass die Kosten für Regelenergie sinken. Das Marktprämienmodell wird in der Direktvermarktung bisher am meisten genutzt, da es einfach und profitabel ist.

Grünstromprivileg
Im Rahmen des Grünstromprivilegs profitieren Stromhändler und mittelbar auch die Anlagenbetreiber von einer Verringerung der EEG-Umlage, wenn die Stromhändler insgesamt mindestens 50 % EEG Strom und gleichzeitig mindestens 20 % Strom aus fluktuierenden EEG-Anlagen (Windenergie- bzw. Photovoltaikanlagen) direkt an ihre Endverbraucher liefern. Diese Durchschnittswerte müssen sowohl innerhalb eines Kalenderjahres als auch in mindestens acht Monaten dieses Kalenderjahres eingehalten werden. Ist dies der Fall, gilt die abgesenkte EEG-Umlage für den gesamten Strom, den der Stromhändler absetzt. Da die Rahmenbedingungen nicht einfach zu erfüllen sind, wird das Grünstromprivileg in der Direktvermarktung bisher wenig genutzt.

Sonstige Direktvermarktung
Neben den zwei zuvor beschriebenen Modellen sind die Anlagenbetreiber frei, andere Formen der Direktvermarktung zu finden. Ein Beispiel dafür wäre, dass ein Anlagenbetreiber einen oder mehrere Verbraucher direkt mit dem Strom aus seinen Anlagen beliefert. Die Preisgestaltung würde sich dann unabhängig von Stromhändlern und EEG-Umlage zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Verbraucher entscheiden. Solche Formen der Direktvermarktung befinden sich bisher noch im Anfangsstadium.

Wie wird sich das Stromnetz durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verändern?

Das existierende Stromnetz wurde in Zeiten geplant und gebaut als die Stromproduktion durch relativ wenige Großkraftwerke zentral sichergestellt wurde. Von diesen zentralen Produktionsorten wurde der Strom dann mit Freilandleitungen zum Verbraucher transportiert. Die Stromerzeugung und Einspeisung durch Erneuerbare Energien erfolgt dezentral und ist abhängig von Wind und Sonneneinstrahlung, so dass sich die Anforderungen an das Stromnetz auf den verschiedenen Ebenen der Höchst-, Mittel- und Niederspannung verändern.

Es gibt unterschiedliche Ansätze für den Umbau der Stromnetze. So fordern einige, die Überlandleitungen in großem Umfang auszubauen. Andere fordern den Ausbau regionaler Netze. Grundsätzlich gibt es sehr unterschiedliche Maßnahmen für die Modernisierung des Stromnetzes: den Neubau von Stromleitungen, die Verwendung neuer Materialien für bestehende Freilandleitungen und den Einsatz neuer Regelungstechnik in Ortsnetzen. Dabei ist zu erwarten, dass das Stromnetz in Zukunft intelligent wird. In dem sogenannten „Smart Grid“ werden dann die Stromerzeuger, Stromverbraucher und Stromspeicher durch Informations- und Kommunikationstechnik miteinander vernetzt sein. So kann nicht nur die Stromnachfrage gesteuert, sondern beispielsweise auch überschüssiger Windstrom in Kühlhäusern zwischengespeichert werden.

Wo steht Deutschland beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Ländervergleich?

Deutschland nimmt eine weltweite Vorreiterstellung bei der Nutzung der Erneuerbaren Energien, insbesondere im Strombereich, ein. Mit dem System des Einspeisetarifs, welches durch das Stromeinspeisegesetz (StrEG) im Jahr 1991 eingeführt und mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 weiterentwickelt wurde, hat Deutschland die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien geschaffen, die weltweite Vorbildwirkung haben. Im Jahr 2013 hatten 71 Länder und 28 Bundesstaaten Einspeiseregelungen ähnlich des EEG eingeführt.

Nach den Zahlen des Renewable Energy Policy Network for the 21st Century stand Deutschland 2013 im Bereich der Windenergie mit einer installierten Gesamtleistung von 34,7 GW auf dem dritten Platz hinter China mit 91,4 GW und den USA mit einer Leistung von 61,6 GW. Auf dem vierten Platz befand sich Spanien mit 22,9 GW und Indien lag auf dem fünften Platz mit 20,2 GW.

Installierte Windenergieleistung weltweit - Top 10 Länder 2013

Bei der installierten Kapazität von Photovoltaikanlagen stand Deutschland nach den Zahlen des Renewable Energy Policy Network for the 21st Century im Jahr 2013 weltweit an erster Stelle mit 35,7 GW, gefolgt von China mit 19,5 GW und Italien mit 17,9 GW installierter Gesamtleistung. Auf den Plätzen vier und fünf lagen Japan mit 13,6 GW und die USA mit 12,1 GW. Die Entwicklung im Photovoltaikbereich schreitet weltweit allerdings mit großen Schritten voran.

Installierte Photovoltaikleistung weltweit - Top 10 Länder 2013


Windenergie

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Macht eine Windenergieanlage Geräusche?

Wenn eine Windenergieanlage in Betrieb ist, treten Geräusche durch das Getriebe, den Generator und die Rotorblätter auf. Wie stark diese Geräusche wahrgenommen werden, hängt von der Windstärke, der Windrichtung und anderen Umgebungsgeräuschen ab. Die Geräuschemission einer Anlage nimmt mit der Stärke des Windes zu, wird dann allerdings auch zunehmend vom Rauschen des Windes überdeckt.

Bei einer Windgeschwindigkeit von 10m/s liegt die typische Schallemission einer Windenergieanlage an der Gondel bei etwa 104 dB. Wenn sich diese in 100 m Höhe befindet, sind die Schallemissionen am Fuß der Anlage schon deutlich geringer. Sie liegen bei etwa 50 dB, der Lautstärke einer normalen Unterhaltung.

Für den wahrnehmbaren Geräuschpegel von Windenergieanlagen werden Grenzwerte gemäß der Technischen Anleitung Lärm (TA-Lärm) vorgegeben. So dürfen beispielsweise in sogenannten reinen Wohngebieten tagsüber 50dB und nachts 35dB nicht überschritten werden. Daraus ergibt sich ein einzuhaltender Mindestabstand von mehreren hundert Metern zwischen Windenergieanlagen und Wohngebieten.

Im Rahmen von technischen Weiterentwicklungen arbeiten die Hersteller an verbesserten Schalldämmungen und schalltechnisch optimierten Rotorblattformen. Diese sollen die Geräuschemissionen von Windenergieanlagen in Zukunft weiter verringern.

Warum stehen Windenergieanlagen hin und wieder still?

Die häufigste Ursache dafür, dass Windenergieanlagen still stehen, ist zu wenig Wind. Erst ab einer Windgeschwindigkeit von zwei bis vier Metern pro Sekunde, können Windenergieanlagen Strom produzieren. Ist die Windgeschwindigkeit geringer, drehen sich die Anlagen aus dem Wind und stehen still, bis die Windstärke wieder zunimmt.

Da Windenergieanlagen je nach Typ unterschiedliche Anlaufwindgeschwindigkeiten haben und je nach Standort und Anordnung in einem Windpark unterschiedlich viel Wind abbekommen, kann es bei wenig Wind passieren, dass sich einige Anlagen in einem Windpark bereits drehen, während andere noch still stehen.

Weitere Gründe für den Stillstand einer Windenergieanlage können Wartungsarbeiten oder eine Störung sein. In beiden Fällen wird dafür gesorgt, dass die Anlage schnellstmöglich weiter laufen und Strom produzieren kann.

Bei welchen Windgeschwindigkeiten können Windenergieanlagen Strom produzieren?

Grundsätzlich gilt, je stärker der Wind weht, desto effektiver sind Windenergieanlagen. Bei einer Verdopplung der Windgeschwindigkeit wird das Achtfache an Strom produziert. Daher kommt es vor allem auf hohe Windgeschwindigkeiten an.

Bei geringen Windstärken lässt sich kaum bis gar kein Strom produzieren, so dass ein Anlaufen der Windenergieanlagen erst ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit sinnvoll ist. Hierbei haben die Hersteller unterschiedliche Konzepte entwickelt. Während einige Anlagentypen bereits bei 2 Metern pro Sekunde anlaufen, gehen andere Windenergieanlagen erst bei 4 Metern pro Sekunde in Betrieb. Dies hat jedoch keine nennenswerten Auswirkungen auf den produzierten Strom. 

Bei sehr hohen Windgeschwindigkeiten von 25 bis 34 Metern pro Sekunde (Sturm- bis Orkanwindstärken) liegt die Obergrenze für den Betrieb von Windenergieanlagen. Je nach Typ schalten sich die Anlagen entweder ganz ab oder werden stark herunter geregelt. Grund hierfür sind drohende Schäden an den Anlagenkomponenten, die durch den starken Wind verursacht werden können.

Werden Windenergieanlagen bei starkem Wind aufgrund von Netzüberlastung abgeschaltet?

Die Netzbetreiber sind gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dazu verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig abzunehmen und zu vergüten sowie die Stromnetze so auszubauen, dass sie der schwankenden Stromeinspeisung aus Windenergie- und Solaranlagen gerecht werden. Der Netzausbau ist bisher nicht ausreichend erfolgt. So kommt es vor allem in Küstenregionen, in denen es viele Windenergieanlagen, aber wenige Verbraucher gibt, bei Stürmen dazu, dass sehr viel Windstrom in kurzer Zeit eingespeist wird. Um eine Überlastung der Stromnetze zu verhindern, regeln die Netzbetreiber einzelne Windparks in ihrer Leistung herunter bzw. schalten diese ganz ab. Die Betreiber der Windparks werden in diesen Fällen von den Netzbetreibern für den Ertragsausfall entschädigt.

Wie funktioniert die Flugbefeuerung bei Windenergieanlagen? Wo und wie wird sie eingesetzt?

Für die Sicherheit des Flugverkehrs müssen Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 100 Metern speziell gekennzeichnet sein. Die Sichtbarkeit am Tag wird durch rote Streifen an den Rotorblättern oder ein weißes Blitzlicht auf der Anlage verbessert. Nachts machen rote Leuchtsignale auf die Windenergieanlage aufmerksam.

Da die Blinklichter von den Anwohnern oft als störend empfunden werden, arbeitet die Windenergiebranche an verschiedenen Lösungen. Hierzu gehört die Abschirmung der Leuchtsignale nach unten, so dass diese als weniger stark sichtbar wahrgenommen werden. Ein weiteres in der Praxis bereits angewendetes Konzept ist die automatische Anpassung der Leuchtstärke an die vorherrschende Sichtweite. Hierbei wird bei guter Sicht die Helligkeit der Befeuerung um 90 Prozent reduziert. Darüber hinaus gibt es in Ausnahmefällen die Möglichkeit, ausschließlich die äußeren Windenergieanlagen eines  Windparks zu befeuern. Eine weitere Möglichkeit stellt die Ausstattung der Windparks mit Radarsystemen zur Luftraumüberwachung dar. In diesem Fall würden die Leuchtsignale nicht die ganze Nacht hindurch blinken, sondern nur dann angehen, wenn sich ein Flugobjekt nähert. Dieses sogenannte Primärradarsystem ist derzeit in Erprobung.

Flugbefeuerung bei Windenergieanlagen ab einer Gesamthöhe von 150m

Welchen Abstand müssen Windenergieanlagen zu Wohngebieten haben?

Einen pauschalen Mindestabstand zwischen Windenergieanlagen und Wohngebieten gibt es nicht. Er wird an jedem Standort nach bestimmten Kriterien individuell berechnet. Eine Vorgabe ist, dass die Windenergieanlagen einen Mindestabstand von ihrer dreifachen Gesamthöhe haben sollten, um auf die Anwohner umliegender Ortschaften nicht erdrückend zu wirken. Außerdem gibt es einzuhaltende Grenzwerte für Schall- und Schattenemissionen. Diese erfordern meist einen größeren Abstand als die dreifache Gesamthöhe der Anlagen, so dass die Entfernung der Windenergieanlagen zur Wohnbebauung in der Praxis meist 800 Meter und mehr beträgt.

Werden Anwohner durch von Windenergieanlagen erzeugten Infraschall beeinträchtigt?

Unter Infraschall versteht man Schall, dessen Frequenz unterhalb von etwa 16 Hz, jedoch oberhalb der vom Wetter verursachten Luftdruckschwankungen liegt. Er entsteht sowohl durch natürliche Quellen, etwa durch Wind und Donner, als auch durch praktisch alle Tätigkeiten und Vorgänge, die Geräusche erzeugen, z.B. den Betrieb von Maschinen – auch Windenergieanlagen – und den Straßenverkehr.
Alle wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema zeigen, dass Infraschall nur dann Folgen für die Menschen haben kann, wenn diese ihn hören oder fühlen können. Der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall liegt aber laut aller Untersuchungen deutlich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen. Nach allem, was wir heute wissen, hat der durch Windenergieanlagen erzeugte Infraschall bei den gültigen Mindestabständen zu Wohnbebauung daher keine Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen. Das ist unter anderem vom Bayerischen Landesamt für Umwelt bestätigt worden.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blog

Verlieren Häuser oder Grundstücke in der Nähe eines Windparks an Wert?

Häufig wird die Sorge geäußert, dass Immobilien in der Nähe von Windparks dauerhaft an Wert verlieren könnten. Es ist unseres Wissens durch keine Untersuchung oder statistische Erhebung belegt, dass dies der Fall ist. Auch unsere Erfahrung aus unseren realisierten Projekten bestätigt das.
Selbst wenn es zu Beginn der Windparkplanung zu einer vorübergehenden Preissenkung kommen sollte, handelt es sich aus unserer Sicht um eine sich selbst erfüllende Prophezeiung infolge der entsprechenden Debatten im Vorfeld. Dieser Effekt ist nicht von Dauer.

Kann möglicher Eiswurf von den Rotorblättern einer Windenergieanlage Menschen gefährden?

Bei ungünstigen Wetterlagen – hoher Luftfeuchtigkeit, Nebel oder Regen im Zusammenspiel mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt – kann es zur Bildung einer Eisschicht auf den Rotorblättern von Windenergieanlagen und zu Eiswurf, dem Abwurf dünner Eisstücke, kommen. Warnschilder weisen vorbeikommende Spaziergänger, Rad-, Auto- und Traktorfahrer auf die mögliche Gefahr hin. Wohngebäude und Siedlungen sind aufgrund der bestehenden Abstandsregelungen nicht gefährdet. Nennenswerte Schäden durch Eiswurf von einer der mehr als 23.000 Windenergieanlagen in Deutschland sind nicht bekannt.

Wie lässt sich Windenergie mit Natur- und Tierschutz vereinbaren?

Bei der Planung von Windenergieprojekten werden die Auswirkungen auf Natur und Landschaft auf der Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes bewertet. Als Resultat werden im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens Vermeidungsmaßnahmen festgelegt. Außerdem wird über Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen als Kompensation für die Veränderungen im Naturhaushalt entschieden. Ein landschaftspflegerischer Begleitplan definiert die Kompensationsflächen, die Kompensationsmaßnahmen und die zukünftigen Pflegemaßnahmen für die Flächen. So werden beispielsweise in Zusammenarbeit mit örtlichen Naturschutzbehörden und -organisationen Lebensräume für seltene Vogelarten geschaffen oder Flächen angelegt auf denen sich artenreiche Biotope entwickeln. Neben der Realkompensation ist auch die Zahlung eines Ersatzgeldes an die zuständige Naturschutzbehörde möglich, die das Geld für Projekte im Natur- und Artenschutz einsetzt.

Darüber hinaus fließen aus Studien und Gutachten aktuelle Erkenntnisse über die Verträglichkeit von Windenergieanlagen in den Planungsprozess ein. So werden frühzeitig umfangreiche Kartierungen von bestimmten Tierartengruppen (z.B. Vögel oder Fledermäuse) durchgeführt, um im Zuge der Planungen die Belange des Artenschutzes umfassend zu berücksichtigen.

Wird das Wild durch Windenergieanlagen gestört?

Für das Niederwild hat das Institut für Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover in einer Studie festgestellt, dass die Tiere nicht gestört werden und das Umfeld der Anlagen nicht meiden. Entsprechende umfassende wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf das Hochwild gibt es noch nicht. Die an anderen Standorten von Jägern gemachten Erfahrungen legen aber nahe, dass auch das Hochwild nicht vergrämt wird und sich schnell an die Anlagen gewöhnt. Darüber hinaus können durch Ausgleichsmaßnahmen neue und sicherere Lebensräume für das Wild geschaffen werden.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blog

Liegt die Zukunft der Windenergie onshore oder offshore?

Ein Vorteil der Windenergie onshore ist, dass der Bau der Anlagen an Land wesentlich günstiger ist als auf dem Meer. Außerdem wird der Strom dort erzeugt, wo er verbraucht wird, und es profitieren viele unterschiedliche Personen und Institutionen von den Windenergieprojekten (z.B. Grundstückseigentümer, Kommunen, Bürger und Planungsfirmen).

Der Bau von Windenergieanlagen offshore kostet sehr viel Geld und ist mit deutlich höheren Risiken verbunden. Darüber hinaus befinden sich die Windparks in der Regel in der Hand großer Energiekonzerne, so dass der Mehrwert der Windenergieprojekte nur einseitig ist und bleibt. Für Offshore spricht allerdings die Windausbeute, die bei entsprechender Verfügbarkeit der Anlagen erheblich höher ist als onshore.

Im deutschen Binnenland gibt es noch sehr viele geeignete Standorte für Windenergieanlagen. Ein realistisches Ziel ist, 2% der Landesfläche in Deutschland für die Windenergienutzung bereit zu stellen. Das entspricht weit über 100.000 MW zu installierender Leistung – mindestens das Dreifache dessen, was wir heute bereits installiert haben. Darüber hinaus bietet das sogenannte Repowering (Ersatz älterer Windenergieanlagen durch neue, leistungsstärkere) weitere Ausbaupotenziale.


Fondsgesellschaften

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Wie werden Erträge aus Beteiligungen an geschlossenen Fonds steuerlich behandelt?

Erträge aus Fondsbeteiligungen sind in der Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu versteuern. Hier gilt das maßgeblich zu versteuernde Einkommen. Bei Verlusten ist ein Ausgleich nur innerhalb des Fonds möglich.

Können Beteiligungen an geschlossenen Fonds gehandelt oder vorzeitig verkauft werden?

Beteiligungen an geschlossenen Fonds können jederzeit ganz oder teilweise entsprechend der Stückelung verkauft werden. Allerdings gibt es für diese Kapitalanlagen keinen geregelten öffentlichen Handel. Die Möglichkeit des Verkaufs hängt von der Art des Marktplatzes und der Nachfrage ab. Die ausgebenden Unternehmen (Emittenten) unterstützen meist einen Verkaufswunsch mit dem Angebot, Kontakte zwischen Kaufinteressenten und Verkäufern zu vermitteln. Darüber hinaus existiert ein Zweitmarkthandel.

Bei der Kalkulation des Verkaufswertes von Fondsbeteiligungen sollten nicht nur die Höhe der Kapitalanlage, die zu erwartenden Auszahlungen und der Zeitpunkt des Verkaufs berücksichtigt werden, sondern auch das allgemeine Zinsniveau und die individuelle wirtschaftliche Lage des Emittenten.

Beim Verkauf von Fondsbeteiligungen muss der Anleger mit Ertragseinbußen rechnen, da der zu erzielende Kaufpreis und der genaue Zeitpunkt des Verkaufs im Voraus nicht bestimmbar sind, sondern sich am Markt nach Angebot und Nachfrage richtet.

Können Beteiligungen an geschlossenen Fonds vererbt oder verschenkt werden?

Die Inhaber können ihre Beteiligungen an geschlossenen Fonds entsprechend der Stückelung zu jedem Zeitpunkt ganz oder teilweise durch Schenkung oder Vererbung übertragen. Für die Eigentumsänderung von geschlossenen Fondsanteilen bedarf es einer notariellen Änderungseingabe im Handelsregister. Grundsätzlich ist es ratsam, vor der Übertragung von geschlossenen Fondsanteilen das herausgebende Unternehmen und einen steuerlichen Berater zu Rate zu ziehen.

Wie werden in Fondsgesellschaften Unternehmensentscheidungen getroffen?

Die Geschäftsführung einer Fondsgesellschaft wird vor der Herausgabe des Fonds von der Initiatorin festgelegt. Sie ist dafür verantwortlich, alles zu tun, was dem wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft förderlich ist, und trifft dazu alle nötigen Entscheidungen. Neben der Geschäftsführung gibt es einen Beirat, der auf der ersten Gesellschafterversammlung des Fonds aus dem Kreis der Kommanditisten gewählt wird. Seine zentrale Aufgabe ist die Kontrolle der Geschäftsführung. Außerdem wirkt er als Interessenvertreter der Kommanditisten beratend und ist bei wichtigen Entscheidungen zustimmungspflichtig. Damit stehen die Geschäftsführung und der Beirat in einem konstruktiven Spannungsfeld.

In besonderen Fällen erfolgt die Entscheidung durch eine Abstimmung der Kommanditisten. Diese findet in der Regel im Rahmen der jährlichen Gesellschafterversammlung auf Basis eines Antrags von Geschäftsführung, Beirat oder einzelner Kommanditisten statt. Außerdem wird im Rahmen der Gesellschafterversammlung über die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Entlastung des Beirats und der Geschäftsführung entschieden. Sofern das Gesetz oder der Gesellschaftsvertrag nichts anderes vorsehen, bedürfen die Beschlüsse der Gesellschafterversammlung der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Anzahl der Stimmen je Gesellschafter bestimmen sich nach den Kapitalanteilen.

Struktur einer Fondsgesellschaft

Wie sieht der typische Ablauf der jährlichen Gesellschafterversammlung eines Fonds aus?

Die Gesellschafterversammlung dient der Information aller Kommanditisten zum vergangenen und laufenden Jahr sowie zur Abstimmung einzelner Anträge. Die Organisation der Gesellschafterversammlung orientiert sich am Gesellschaftsvertrag, in dem der Zeitraum für die Durchführung sowie Fristen und Inhalte für die Einladung festgelegt sind.  Der Ablauf kann wie folgt aussehen:

A. Begrüßung und Feststellung der fristgerechten Einladung (Beschlussfähigkeit)
B. Wahl des Versammlungsleiters
C. Festlegung der Tagesordnung
D. Vorstellung des vergangenen Geschäftsjahres (Ertragslage, kaufmännischer und  technischer Bericht)
E. Vorstellung des Jahresabschlusses und der Gewinn- und Verlustrechnung
F. Feststellung des Jahresabschlusses
G. Bericht des Beirats zu seiner Tätigkeit
H. Entlastung des Beirats und der Geschäftsführung
I. Bericht über das aktuelle Geschäftsjahr und die ggf. geplante Ausschüttung
J. Diskussion von sonstigen Themen

Im Anschluss an die Gesellschafterversammlung wird ein Ergebnisprotokoll an alle Kommanditisten versandt.

Welche Chancen und Risiken sind mit einem geschlossenen Fonds im Bereich der erneuerbaren Energien verbunden?

Geschlossene Fonds bündeln das Kapital einer Vielzahl von Investoren, um damit zum Beispiel einen Windpark oder eine Photovoltaikanlage zu finanzieren. Private Anleger können sich so bereits mit relativ kleinen Beträgen an einem Projekt beteiligen und dabei die Vorzüge einer Großinvestition genießen, die sonst nur institutionellen Investoren offen stehen.

Mit der Beteiligung an geschlossenen Fonds im Bereich der erneuerbaren Energien investieren Anleger in eine nachhaltige Energieerzeugung. Aufgrund der Vergütung gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist der Prognosezeitraum bei Windpark- oder Solarparkfonds auf mindestens 20 Jahre ausgelegt. Die festgelegte Vergütung schafft einen überschaubaren Rahmen und eine gewisse Planungssicherheit für die wirtschaftlichen Erträge, sofern der Wind- oder Solarpark die prognostizierten Stromerträge liefert. Geschlossene Fonds sind darüber hinaus weitgehend unabhängig von den Entwicklungen der Aktienmärkte und daher im Rahmen der individuellen Vermögensanlage eine interessante Alternative zur Risikostreuung. Da es sich bei der Investition in einen geschlossenen Fonds um eine unternehmerische Beteiligung handelt, sind jedoch auch Risiken abzuwägen, die bis zum Totalverlust reichen. Die Beteiligungsangebote richten sich daher an Anleger, die in Grundzügen rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Kenntnisse haben. Sie eignen sich nicht für Anleger, die eine festverzinsliche Geldanlage suchen.

Das Prinzip geschlossener Fonds

Weitere Informationen finden Sie hier: Geschlossene Fonds


 


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In unseren FAQ bringen wir komplexe Sachverhalte und Fragestellungen zu erneuerbaren Energien auf den Punkt. Dabei wählen wir vor allem Fragestellungen aus, die auf ein breites Interesse stoßen. Spezielle oder individuelle Fragen, die darüber hinausgehen, beantworten wir Ihnen gerne persönlich per E-Mail. Damit Sie in jedem Fall eine Antwort erhalten, ist die Angabe Ihres Namens und Ihrer E-Mail-Adresse erforderlich. 

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