Entwicklung der erneuerbaren Energien
Deutschland
Ende der achtziger Jahre wurden in Deutschland wichtige Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien geschaffen. Dabei war das im Jahr 1991 in Kraft getretene Stromeinspeisegesetz für erneuerbare Energien von besonderer Bedeutung. Mit diesem Gesetz wurden die Netzbetreiber erstmals verpflichtet, regenerativ erzeugten Strom vorrangig abzunehmen und mit einem gesetzlich festgelegten Mindestentgelt zu vergüten. Neben diesem Markteinführungsinstrument begünstigten die schrittweise Reduzierung der Kohlesubventionen, die freie Wahlmöglichkeit des Stromanbieters sowie der Ausstieg aus der Kernenergienutzung die Entwicklung erneuerbarer Energien.
Im Jahr 2000 löste das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) das oben genannte Stromeinspeisegesetz ab. Das EEG sieht individuell abgestimmte Vergütungssätze für unterschiedliche erneuerbare Energiequellen und Technologien vor und garantiert die Abnahme der Stromproduktion durch die Netzbetreiber über einen Zeitraum von 20 Jahren. Für die in den kommenden Jahren neu installierten Anlagen legt das Gesetz abnehmende Vergütungssätze fest. Durch diese Regelung wird erreicht, dass erneuerbare Energien mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit mit konventionellen Energieträgern erlangen.
Der Marktanteil erneuerbarer Energien wächst stetig. Die positiven Erfahrungen mit dem EEG haben dazu geführt, dass zurzeit ein vergleichbares Markteinführungsprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energiequellen auf den Weg gebracht wird.
Weltweite Dynamik
Die erneuerbaren Energien weisen zurzeit nicht nur bezüglich der Zuwachsraten, sondern auch im Hinblick auf Marktstrukturen eine starke Dynamik auf. Weltweit positionieren sich Konzerne, den Energiehunger expandierender Volkswirtschaften zunehmend mit erneuerbaren Energien zu stillen. So haben sich große Konzerne in den vergangenen Jahren in die dänische und deutsche Windenergiebranche eingekauft, um kurzfristig das notwendige Know-how zu akqurieren.
Politische Rahmenbedingungen können diese Prozesse steuern und beschleunigen. Immer mehr Länder, jüngst auch die USA und China, legen Markteinführungsprogramme für erneuerbare Energien auf. Die Europäische Union verfolgt das Ziel, bis Mitte dieses Jahrhunderts über die Hälfte und bis Ende dieses Jahrhunderts über 80 % des gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu schöpfen.
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