Bioenergie
Weltweit liegt der Anteil der Bioenergie an der Nutzung erneuerbarer Energien bei 77 %. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie überwiegend traditionell, das bedeutet in Form von Brennholz, Dung oder Holzkohle genutzt wird. Etwa 2,5 Milliarden Menschen, das entspricht 40% der Weltbevölkerung, sind zum Kochen und Heizen ausschließlich auf traditionelle Biomasse angewiesen. Der traditionelle Einsatz von Bioenergie ist allerdings nicht nachhaltig. Neben Gesundheitsschäden durch offenes Feuer hat er meist auch die irreversible Zerstörung von Waldbeständen zur Folge – mit teils dramatischen Konsequenzen für die Menschen und ihre lokalen Umweltbedingungen. Zunehmend verbreiten sich jedoch effizientere Techniken zur Energieversorgung, deren Nutzung eine nachhaltige Versorgung mit sauberer erneuerbarer Energie aus Biomasse ermöglicht.
Ein Beispiel dafür die moderne Nutzung von Bioenergie ist Biogas, das durch die Vergärung von fester und/oder flüssiger Biomasse gewonnen wird – aus nachwachsenden Rohstoffen, Ernterückständen, pflanzlichen oder tierischen Reststoffen sowie organischen Abfällen. Da die Biomasse in fester, flüssiger oder nach der Vergärung in gasförmiger Form zur Verfügung steht, ist sie jederzeit zur Energiegewinnung nutzbar. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Die Nutzung von Energiepflanzen macht diese Form der Energiegewinnung CO2-neutral, da das bei der Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid von nachwachsenden Pflanzen wieder aufgenommen wird. Durch die Vergärung von Ernterückständen, organischen Reststoffen und Abfällen verbessert sich die CO2-Bilanz noch weiter, da diese andernfalls gar nicht erst zur Energiegewinnung genutzt würden. Moderne Verfahren der Biogaserzeugung machen Biogas in Verbindung mit nachhaltiger Forst- und Landwirtschaft zu einem der wichtigsten Energieträger für eine nachhaltige Strom-, Wärme- und Treibstofferzeugung.
Für Biogas gibt es eine große Zahl von Verwendungsmöglichkeiten. So kann Rohbiogas sowohl direkt zum Kochen und Heizen als auch zur kombinierten Strom- und Wärmegewinnung genutzt werden. Mittlerweile verwenden weltweit über 30 Millionen Haushalte Biogas zum Kochen oder zur Beleuchtung. Daneben wird es vor Ort mit Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen in Strom und Wärme umgewandelt werden. Durch die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme aus Biogas wird ein doppelter Nutzen erzielt. Die Wärme kann als Prozesswärme in Landwirtschaft und Industrie genutzt oder über Nahwärmenetze privaten Haushalten zur Verfügung gestellt werden. Der erzeugte Strom wird dagegen ins allgemeine Stromnetz eingespeist. In jüngster Zeit wird das Rohbiogas zunehmend auch zu Biomethan mit Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist.

- Enstehung und Nutzung von Biogas
Rund 128.000 Menschen arbeiteten im vergangenen Jahr in der deutschen Bioenergiebranche, das entspricht gut einem Drittel der Beschäftigten im gesamten Bereich der erneuerbaren Energien.
Aus Bioenergie wurden im Jahr 2009 rund 30,4 TWh Strom gewonnen, das entspricht einem Drittel der gesamten Stromproduktion aus erneuerbaren Ernergien.
In den knapp 5.000 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1.900 Megawatt wurde Strom zur Deckung des jährlichen Bedarfs von 3,5 Mio. Haushalten produziert.
Ende 2009 existierten darüber hinaus 30 Anlagen zur Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und Direkteinspeisung in das Erdgasnetz, weitere 40 befanden sich im Bau oder in der Planung.
Quellen: Agentur für Erneuerbare Energien, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Fachverband Biogas e.V., Renewable Energy Policy Network fort he 21st Century (REN21)



