Geschlossene Fonds

Allgemeine Merkmale

Durch die Beteiligung an einem geschlossenen Fonds werden die Anleger Miteigentümer eines Projekts, zum Beispiel eines Windparks oder einer Photovoltaikanlage. Geschlossene Fonds ermöglichen es Privatinvestoren, an größeren Projekten und deren Erträgen teilzuhaben, indem sie das Geld einer Vielzahl von Anlegern bündeln.

Wer sich an einem geschlossenen Fonds beteiligen möchte, zeichnet eine so genannte Kommanditeinlage und erwirbt dadurch einen Anteil am Eigenkapital der Betreibergesellschaft des Windparks oder der Photovoltaikanlage. Diese Anteilseigner heißen Kommanditisten und verfügen entsprechend ihres jeweiligen Anteils über Stimm- und Kontrollrechte. Sobald das geplante Eigenkapital des Fonds zusammengekommen ist, wird der Fonds geschlossen und das Zeichnen von Einlagen ist nicht mehr möglich. Das Fremdkapital wird von Banken in Form von Krediten zur Verfügung gestellt.

Der Investitionszeitraum richtet sich nach der geplanten Betriebszeit des Projekts. Die Anteile an einem geschlossenen Fonds können grundsätzlich verkauft werden. Allerdings können sie im Unterschied etwa zu Aktienfonds nicht am geregelten Kapitalmarkt gehandelt werden.

Geschlossene Fonds sind weitgehend unabhängig von den Entwicklungen der Aktienmärkte und daher im Rahmen der individuellen Vermögensanlage eine interessante Alternative zur Risikostreuung.

Das Prinzip geschlossener Fonds schematisch dargestellt

Chancen und Risiken

Wer in einen geschlossenen Fonds investiert, beteiligt sich unmittelbar an einem Unternehmen - mit allen Chancen und Risiken.

Als Miteigentümer können die Kommanditisten jährliche Ausschüttungen erhalten, die in der Regel mit den Betriebsjahren ansteigen. Auf der Grundlage der auf 20 Jahre angelegten, gesetzlich verankerten Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien kann eine Kapitalanlage in einem geschlossenen Fonds durchaus als attraktiv und vor allem kalkulierbar bezeichnet werden.

Diesen Ertragschancen stehen allerdings unternehmerische Risiken gegenüber, die die Kommanditisten als Miteigentümer tragen. Das können verminderte Ausschüttungen sein – diese sind kosten- und ertragsabhängig – oder sogar ein möglicher Totalverlust der Einlage. Aufgrund dieser Risiken richten sich diese Beteiligungsangebote an erfahrene Anleger, die über rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Kenntnisse verfügen. Für Anleger, die eine fest verzinsliche und risikoarme Geldanlage suchen, bieten sich andere Investitionsmöglichkeiten eher an.


Rechtsform

Als gesellschaftsrechtliche Form wird für Fonds in der Regel die GmbH & Co. KG gewählt. Es handelt sich um eine Kommanditgesellschaft, deren persönlich haftender Gesellschafter eine GmbH ist. Diese Kombination einer Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung und einer Personengesellschaft bietet einen rechtssicheren Rahmen für eine langfristige Anlage.


Steuerliche Aspekte

Die einzelnen Gesellschafter der GmbH & Co. KG müssen ihren Gewinnanteil versteuern. Laut § 15b des Einkommensteuergesetzes können steuerliche Verluste im Rahmen einer Fondsbeteiligung maximal zu 10 % mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Übersteigt die Summe der prognostizierten Anfangsverluste den Betrag von 10 % des Eigenkapitals, so sind diese nur mit Einkünften zu verrechnen, die in den folgenden Jahren aus dieser Einkunftsquelle erzielt werden. Die Ausschüttungen aus geschlossenen Fonds im Bereich der erneuerbaren Energien sind damit in der Regel innerhalb der ersten 10 Betriebsjahre steuerfrei.


Prospektpflicht

Wer einen geschlossenen Fonds auflegt, muss einen Verkaufsprospekt veröffentlichen. Dieser Prospekt wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) darauf geprüft, ob er alle gesetzlich geforderten Angaben enthält. Fondsanteile dürfen erst dann ausgegeben werden, wenn die BaFin die Veröffentlichung des Prospekts gebilligt hat.

Wir raten Ihnen, den Prospekt vor einer Kaufentscheidung gründlich zu lesen, da  dort nicht nur das Investitionsobjekt und das Beteiligungsangebot beschrieben werden, sondern auch auf die Risiken dieser Investition hingewiesen wird.


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