Windenergie an Land bleibt kostengünstiger Pfeiler der Energiewende – und ausbaufähig

19. Juni 2013 - 13:23 Uhr
von Katharina Wolf
zu  Wissenswertes zur Windenergie

In Deutschland, so heißt es häufig in Diskussionen um Windenergie, sei an Land kein Platz mehr für noch mehr Turbinen. Außerdem, das sagt ja sogar unser Umweltminister Peter Altmaier, ist die ganze Sache mit der Energiewende ohnehin eine teure Angelegenheit.

Zwei Studien, jüngst der Öffentlichkeit präsentiert, nehmen sich dieser Argumente an. Das Bundesumweltamt (UBA) präsentiert eine Studie zum Thema Flächenpotenzial in Deutschland, die Denkfabrik Agora Energiewende, in deren Rat auch Windwärts-Geschäftsführer Lothar Schulze aktiv ist, berechnete die Kosten. Ergebnis: An Land ist für Windenergienutzung noch eine Menge Platz und am billigsten ist es auch.

Potenziale der Windenergie an Land

Fast 14 Prozent der Fläche in Deutschland, Öffnet den Link in einem neuen Fensterso rechnet das UBA vor, eignen sich theoretisch für die Nutzung von Windenergie – wenn dabei die neueste Technik zum Einsatz komme, sei so die Installation von 1.200 Gigawatt Windenergieleistung möglich. Bei zugrunde gelegten 2.400 Vollaststunden im Jahr je Anlage könnten 2.900 TWh Strom erzeugt werden – und damit fast sechs Mal so viel, Öffnet den Link in einem neuen Fensterwie in Deutschland 2012 verbraucht wurde.

Natürlich – und das ist auch dem Umweltbundesamt klar – handelt es sich hierbei um Theorie. Es wurden nur technische und ökologische Kriterien berücksichtigt, aber keine Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt. Auch konnten Beschränkungen aufgrund von Artenschutz, Radaranlagen, unterschiedlichen Regelungen in Gemeinden und Landkreisen nicht aufgenommen werden. Das tatsächliche Flächenpotenzial dürfte also erheblich kleiner sein, aber die Botschaft ist klar, wenn auch nicht neu: Platz ist ausreichend vorhanden! Die Windenergie an Land kann ihrer Schlüsselrolle in der Energiewende gerecht werden.

Kostenoptimaler Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland

Die Kosten eines Ausbaus vor allem von Windenergie an Land und Photovoltaik stehen im Mittelpunkt einer Öffnet den Link in einem neuen FensterStudie, die Agora Energiewende jetzt vorgestellt hat. Zentrales Ergebnis: Es lassen sich beim Ausbau der erneuerbaren Energien bis zu 2,5 Milliarden Euro einsparen, vorausgesetzt, die Onshore-Windenergie wird stärker und die Offshore-Windenergie wird weniger ausgebaut, als die Pläne der Bundesregierung das derzeit vorsehen.

Die Studie hat zwei Szenarien entwickelt: Eines, das standortoptimierten Ausbau berechnet, und ein zweites, das sich an Verbrauchszentren orientiert. Dabei ließen sich keine wesentlichen Kostenunterschiede feststellen, so das Fazit. Beim standortoptimierten Szenario, in dem Windenergie- und Photovoltaikanlagen dort errichtet werden, wo die besten Bedingungen herrschen, muss mehr Geld in die Netze für den Transport des Stroms zu den Verbrauchern investiert werden. Baut man die Anlagen nahe der Verbrauchszentren, also im Binnenland, sind mehr Anlagen nötig, dafür wird der Netzausbau nicht so teuer.

Auch, so stellten die Autoren der Studie fest, ließe sich das „Henne-Ei-Problem“ beim Netzausbau lösen – zumindest was die Kosten betrifft. Da die Stromnetze derzeit nicht ausreichen, um einen großen Zubau von Wind- und Solarkraftwerken zu bewältigen, die Netzbetreiber aber die hohen Investitionen scheuen, blockierte man sich bislang oft gegenseitig oder die neu installierten Anlagen mussten gedrosselt werden. Die Agora-Studie kommt zu dem Schluss, dass der Ausbau der Erneuerbaren nicht vom Zustand der Stromnetze abhängig sei: „Zwar führen die Verzögerungen im Netzausbau zu Mehrkosten durch die umfangreiche Drosselung von Wind- und Solaranlagen, diese werden aber durch die verzögerte Investition weitgehend ausgewogen.“

Also, unterm Strich geht es glatt auf. Na, dann mal los!

Außerdem lesenswert

  • Öffnet den Link in einem neuen Fenster12 Thesen zur Energiewende, in denen Agora Energiewende einen Blick auf den Strommarkt der nächsten 10 bis 20 Jahre wirft und die wichtigsten Herausforderungen benennt.

Autorin Katharina Wolf

Katharina Wolf

Ich bin für alles zuständig, was mit Schreiben zu tun hat. Dazu gehören Texte für Windwärts-Broschüren ebenso wie Slogans für Messestände oder Artikel für unseren Newsletter und Fachzeitschriften. Im Blog schreibe ich über Themen aus der Branche der erneuerbaren Energien. Dort bin ich schon lange unterwegs, erst als Redakteurin bei einer Fachzeitschrift, später als freie Journalistin und jetzt in der Unternehmenskommunikation bei Windwärts.



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