Energiewende-Kommunikation ist nicht sexy genug! Wirklich?

16. April 2014 - 11:36 Uhr
von Kathrin Hoffmann
zu  Branche der erneuerbaren Energien

  • Grafik: K1 Gesellschaft für Kommunikation mbH

Die Kommunikation zur Energiewende ist zu technisch, zu kompliziert und wirkt sich bei den Bürgern letztlich nachteilig auf das Gesamtprojekt aus - zu diesem verheerenden Urteil ist die am 9. April veröffentlichte Studie Öffnet den Link in einem neuen Fenster„Kommunikation zur Energiewende“ gekommen. Rund 200 Kommunikationsfachleute aus Unternehmen und Institutionen aus dem Energiesektor hatten sich an der Umfrage beteiligt, die auf die Initiative der Kölner PR-Agentur K1 zurückgeht.

Bürger werden bei der Kommunikation zur Energiewende vernachlässigt

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Bürger bei der Energiewende-Kommunikation nicht ausreichend einbezogen werden. Nur 64,7 Prozent der befragten Kommunikatoren haben die Bürger als wichtige Zielgruppe im Blick. Die Kommunikation zur Energiewende richtet sich vor allem an die Fachöffentlichkeit, Kunden, Medien und Politik, während die Bürger am schlechtesten erreicht werden. Dabei wird anscheinend verkannt, dass die Bürger als treibende Kraft der Energiewende eine wichtige Rolle beim Ausbau erneuerbarer Energien spielen.

Chancen der Energiewende in den Mittelpunkt rücken und Bürger ernster nehmen

Auf der Podiumsdiskussion zu den Studienergebnissen diskutierten Experten aus der Energiebranche erste Lösungsansätze. So waren sie sich einig, dass die Vorteile der Energiewende in der Kommunikation zu kurz kommen. Statt also zum Beispiel die Mechanik des komplizierten EEG zu erklären, bis es jeder Bürger verstanden habe, müsse der Gegenwert für die Mehrbelastungen in den Fokus rücken. Die Chancen der Energiewende sollten viel deutlicher kommuniziert werden, anstatt  sich in der Erklärung kleinteiliger Probleme zu verzetteln. Erkannt wurde auch, dass die Bürger ernster genommen und begeistert werden müssen. Theoretisch sind die Schwachstellen der Energiewende-Kommunikation also erkannt, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Vorbildliche Beispiele – Kommunikation zur Energiewende eingängig, anschaulich und bürgernah

Auch wenn ich den zentralen Ergebnissen der Studie zustimmen kann, kenne ich doch auch viele vorbildliche Beispiele der Energiewende-Kommunikation, die locker und frisch daher kommen und Themen eingängig und anschaulich auch an Laien vermitteln:

Ich hoffe, dass diese Beispiele inspirieren und Mut machen, damit Kommunikation zur Energiewende die Bürger künftig besser mitnimmt und begeistert!


Autorin Kathrin Hoffmann

Kathrin Hoffmann

Online-Kommunikation und die große bunte Welt der Social Media – das ist mein Zuhause. Bei Windwärts sorge ich unter anderem für spannende Beiträge in diesem Blog, bunte Bilderwelten auf Öffnet den Link in einem neuen FensterFlickr, inspirierende Filme auf Öffnet den Link in einem neuen FensterYoutube und informative Präsentationen auf Öffnet den Link in einem neuen FensterSlideshare. Ich schaue auch gerne mal über den Tellerrand und freue mich über jeden Austausch, der Ideen voranbringt und Horizonte erweitert.

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Kommentare

von Redenschreiber am 03. November 2014 - 09:11 Uhr mueller-krey.de

"Die wutbürgerfreie Energieerzeugung gibt es nicht."

Peter Ramsauer

von Rainer am 25. April 2014 - 11:48 Uhr http://ccworms-2.de/viewforum.php?f=52

PR ist ein Massenprodukt – die Masse der negativen Aussagen zur „Energiewende“ überwiegt schlicht jede positive Darstellung. Die „Gegenseite“ stehen (noch immer) neben geradezu vergleichsweise unerschöpflichen Mittel, sehr „lobbyhörige Politiker“ zur Seite. Wen wundert da das Ergebnis ?

Bürger sind nichts anderes als zahlungspflichtige „Bürgen“ für einen Staat, den sie nochnichteinmal bei den üblichen Wahlen mehr repräsentieren.

Mein Eindruck der keinesfalls repräsentativ sein kann, „Otto und Ottilie Mustermann“ (jedenfalls denen ich so begegne) verstehen schon mal technisch meist nur „Bahnhof“ da fällt jede noch so schwachsinnige Lüge „interessierter Kreise“ auf fruchtbaren Boden. Um es sehr polemisch auszudrücken „Dummheit* regiert sich gut“.

Da kommt die übliche „Persilwerbung“ schon aus den o.g. Gründen nicht zum Zug. Nur wirklich Informierte sind in der Lage zu verstehen was da passiert. Auch das beweist die schöne Klötzchengrafik doch recht anschaulich.

*“Dummheit bezeichnet umgangssprachlich eine törichte Handlung sowie einen Mangel an Intelligenz oder Weisheit. Im Unterschied zu anderen Bezeichnungen, die auf Mangel an Intelligenz hinweisen, bezeichnet Dummheit (alltagssprachlich) aber auch die Einstellung, nicht nur etwas nicht wahrnehmen zu können sondern es auch nicht zu wollen: Etwas nicht sehen zu wollen, was offensichtlich ist, kann auch auf einer emotionalen Einstellung gründen.“ meint jedenfalls WIKIPEDIA

von Kathrin Hoffmann am 17. April 2014 - 14:26 Uhr

Hallo Christian Bügel,

ich bin sehr dankbar für Ihre Studie und finde es klasse, dass diese die Schwachpunkte in der Kommunikation und Debatte um die Energiewende so klar herausstellt. Daher habe ich sie ja auch aufgegriffen.
An diesen Schwachstellen müssen wir Kommunikatoren unbedingt arbeiten und Lösungsansätze wurden ja auch schon in der Podiumsdiskussion zur Studie genannt. In diesem Zusammenhang finde ich es darüber hinaus wichtig und hilfreich, konkrete Beispiele dafür aufzuzeigen. Wer sich etwas umschaut, findet tatsächlich schon viele positive Beispiele, die uns allen als Vorbild dienen können.

Vielen Dank für den Anstoß dieser wichtigen Diskussion!

von Christian Bügel am 17. April 2014 - 13:59 Uhr www.dialog-e.net

Liebe Kathrin Hoffmann,

als Mitautor der Studie kann ich Ihnen nur recht geben: Es gibt sehr viele gute Beispiele gelungener Kommunikation zur Energiewende. Unsere Befragung zeigt nur relativ deutlich, dass die Kommunikations-Experten in Unternehmen und Institutionen den Bürger nicht wirklich erreichen. Bei der Präsentation in Berlin und der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Politik und Verbände sind ausschließlich daran interessiert, den Boden für politische Entscheidungen zu bereiten - ob die Bürger tatsächlich "mitgenommen" werden, spielt eine untergeordnete Rolle. Außerdem wird in der Kommunikation zu oft der Versuch unternommen, technische Details und komplizierte Sachverhalte zu erklären - es ist aber schlicht unmöglich, den Bürgern das EEG zu erklären, am Ende ist es sogar belanglos für die Energiewende-Diskussion. Damit nicht immer über hohe Kosten und Umsetzungsprobleme diskutiert wird, muss vielmehr der Nutzen des Projekts thematisiert werden: Ausstieg aus der Kernenergie, Umstieg auf Erneuerbare, Unabhängigkeit in der Energieversorgung, Reduzierung der CO2-Emissionen. In diesem Zusammenhang wurde von einem der Podiumsgäste auch die Forderung aufgestellt, dass die Kommunikation zur Energiewende sexier werden müsse - mehr Lifestyle, weniger Technologie. Und auch da gibt es sicherlich Optimierungsbedarf. Die von Ihnen genannten Beispiele können dabei sehr gut als Orientierung dienen. Unsere Agentur K1 freut sich auf möglichst viele Nachahmer.

Christian Bügel

von Kathrin Hoffmann am 16. April 2014 - 12:29 Uhr

Das unterstützt meine These: Substanz und Potenzial sind da ;-)

von Erhard am 16. April 2014 - 12:22 Uhr www.sonnenfluesterer.de

Hallo Kathrin,

eines hast du vergessen!
Wir werben mit sexy Männern für die Energiewende!
http://blog.gls.de/allgemein/gls-mitglied-erhard-renz-sonnenfluesterer/
;-)

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