Windwärts und Tochterunternehmen Vents d´Oc bei Windenergie-Konferenz in Paris
Neue Energie in historischen Räumen
Hohe Säulen, dunkles Parkett, riesige Gemälde. Die Teilnehmer der Konferenz waren sich einig: Einen schöneren und eindrucksvolleren Rahmen als die ehemalige Börse von Paris hätten die Veranstalter wohl nicht finden können. Doch dort, wo bis in die achtziger Jahre hinein noch Wertpapiergeschäfte auf dem Parkett abgewickelt wurden, stand am 1.7.2010 die Windenergie im Blickpunkt. „Finanzierungsmodelle für die Windenergie – Strukturierte Finanzierung, Bürgerwindparks und lokale Akzeptanz“ lautet der Titel der Konferenz, zu der die Koordinierungsstelle Windenergie, ein Verein zur Förderung der Windenergie in Deutschland und Frankreich, eingeladen hatte. Das Interesse war groß. Unter den knapp 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Vertreter von Anlagenherstellern, Projektentwicklern, Banken, Energiekonzernen, Ministerien und Betreibern aus Deutschland und Frankreich.
Bürgerbeteiligung für lokale Akzeptanz in Frankreich
Auch Jochen Dietzmann, Country Manager France bei der Windwärts Energie GmbH, und Gaël Vallée, Directeur von Vents d’Oc Energies Renouvelables, dem französischen Tochterunternehmen der Windwärts Energie GmbH, waren nach Paris gereist. „Die lokale Akzeptanz kann auch in Frankreich entscheidend für eine erfolgreiche Projektrealisierung sein“, weiß Jochen Dietzmann. „Finanzielle Teilhabe von Bürgern ist daher ein wichtiges Thema.“ Für Gaël Vallée war es vor allem interessant zu hören, welche Beteiligungsmodelle in Frankreich bisher realisiert wurden. „Es gibt für Bürger Möglichkeiten der finanziellen Partizipation an Projekten“, resümiert Vallée nach der Konferenz. „Aber das französische Recht schränkt diese im Vergleich zu Deutschland stärker ein. Aus den Fachvorträgen haben wir dennoch gute Ideen für Beteiligungskonzepte in Frankreich mitnehmen können.“

Vortrag der Windwärts Energie GmbH
Neben den Beteiligungsmodellen in Frankreich wurden auch Beispiele aus Dänemark und Deutschland vorgestellt. Zum Thema „Bürgerwindparks in Deutschland – Sicht eines Projektentwicklers“ hatten die Veranstalter Björn Dosdall, der bei der Windwärts Energie GmbH den Bereich der Kapitalanlagen verantwortet, als Referenten eingeladen. In seinem Vortrag zeigte er die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Bürgerwindparks und geschlossenen Windfonds auf und erläuterte vor dem Hintergrund des Anlegerschutzes die Voraussetzungen für ein Windfondsangebot in Deutschland. Eine klare Steigerung der Akzeptanz von Windenergieprojekten durch Bürgerbeteiligungsmodelle steht auch für ihn außer Frage. „Nach der Platzierung von 18 geschlossenen Fonds wissen wir das aus praktischer Erfahrung.“ In seinem Vortrag verweist Dosdall zudem auf eine aktuelle Untersuchung der Universität Magdeburg, Fachbereich Umweltpsychologie, und des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, IZT, zum Thema „Aktivität und Teilhabe – Akzeptanz Erneuerbarer Energien durch Beteiligung steigern“. Die Studie, für die auch die Windwärts Energie GmbH befragt wurde, soll im Herbst 2010 veröffentlicht werden.
Die Koordinierungsstelle Windenergie
Die Veranstalterin der Fachkonferenz, die Koordinierungsstelle Windenergie, wurde Ende 2006 auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Ministère délégué à l’industrie ins Leben gerufen. Sie versteht sich als „Windvermittler“ zwischen Deutschland und Frankreich. Zu den Zielen der Koordinierungsstelle gehören die Förderung des Wissenstransfers, die Vernetzung der Akteure und die Überwindung von Sprachbarrieren. Auf den Fachkonferenzen der Koordinierungsstelle Windenergie treffen sich Experten und Entscheidungsträger aus beiden Ländern, um aktuelle Fragen im Bereich der Windenergie zu diskutieren. Es werden Lösungen verglichen, Forschungsergebnisse ausgetauscht und Kooperationen angestoßen.
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