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Windwärts in der Türkei erfolgreich

Interview mit Lothar Schulze und Matthias Eck

 

Aus: Windwärts Newsletter Nr. 9, Stand: November 2007

 

Wie kam es, dass die Windwärts Energie GmbH Projekte in der Türkei entwickelt?

Sind Sie einfach hin gefahren und haben angefangen zu planen?

Lothar Schulze: Einfach ist gut gesagt. Das hatte einen längeren Vorlauf. Im Jahr 2000 hat die Windwärts Energie GmbH gemeinsam mit der ebenfalls in Hannover ansässigen target GmbH die tw.energy GmbH zur Entwicklung von Windenergieprojekten im Ausland gegründet. Die Türkei war damals bereits eines unserer Zielländer. Als uns kurz darauf der Einstieg in die türkische Firma Deniz Elektrik angeboten wurde, war dies der Grundstein für unsere ersten Projekte.

 

Wie sind die Windverhältnisse in der Türkei?

Matthias Eck: Die Türkei verfügt über sehr günstige Windverhältnisse. Am Standort „Karakurt“ in der Westtürkei beträgt die mittlere Windgeschwindigkeit bei einer Nabenhöhe von 80 Metern 6,9 Meter pro Sekunde, am Standort „Sebenoba“ am östlichen Mittelmeer 8,5 Meter pro Sekunde bei einer Nabenhöhe von 78 Metern.

 

Wer betreibt die Projekte?

Matthias Eck: Die Betreibergesellschaft beider Projekte ist die im Jahr 2000 übernommene Firma Deniz Elektrik. Nach erfolgreicher Projektierung der beiden Windparks durch tw.energy hat sich ein türkischer Investor mehrheitlich an Deniz Elektrik beteiligt und die Projekte umgesetzt.

 

Welche Bedeutung haben diese Projekte für Sie?

Lothar Schulze: Die Realisierung der Projekte ist ein wichtiger Meilenstein für uns, denn es werden zum ersten Mal von uns geplante Windenergie­projekte im Ausland realisiert. Auf den Erfolg in der Türkei sind wir besonders stolz, schließlich waren in der Türkei bis Ende 2006 gerade mal 50 MW (Megawatt) Windenergieleistung am Netz.

 

Wo liegen die besonderen Heraus­forderungen, in diesem Land ein Projekt zu planen?

Matthias Eck: Seit unserem ersten Besuch in der Türkei hat sich der gesetzliche Rahmen für Windenergieprojekte mehrfach geändert. Wir haben uns oft mehr Verlässlichkeit und Kontinuität gewünscht. Da muss man flexibel und geduldig sein. Die Realisierung der Projekte ist dagegen viel unkonventioneller als in Deutschland. Wenn für den Transport der Anlagen eine Straße zu eng ist, wird kurzerhand eine Umfahrung gebaut.

 

Wie geht es weiter, gibt es schon ein Folgeprojekt?

Lothar Schulze: Die Türkei hat enorme Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien und mit der Realisierung der beiden Windparks haben wir einen großen Erfahrungsschatz gewonnen. Dies wollen wir auch für Folgeprojekte nutzen. Derzeit bereiten wir die Lizenzanträge für zwei weitere Projekte in der Westtürkei vor. Außerdem verhandeln wir mit lokalen Partnern über eine gemeinsame Projektentwicklung.

Türkei-Projekte im Überblick

Zwei von der Windwärts-Tochtergesellschaft tw.energy GmbH in der Türkei geplante Projekte werden im Jahr 2007 realisiert. In Karakurt in der Westtürkei sind im April 2007 sechs Anlagen des Herstellers Vestas vom Typ V90-1,8 MW mit einer Gesamtleistung von 10,8 MW in Betrieb gegangen. Am Standort Sebenoba ist derzeit ein Projekt mit 15 Anlagen des Typs Vestas V80-2,0 MW mit einer Gesamtleistung von 30 MW kurz vor der Fertigstellung. Beide Windparks zusammen sollen nach der Prognose jährlich 142 Mio. kWh Strom produzieren.

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