Veräußerung von Kommanditanteilen
Aspekte der Wertermittlung
Aus: Windwärts Newsletter Nr.6, Stand: 12. April 2006
Kommanditbeteiligungen an Wind- und Solarenergieprojekten sind grundsätzlich übertragbar. Für einen Verkäufer stellt sich die Frage, wie ein angemessener Preis zwischen ihm und einem Käufer gefunden werden kann. Wie hoch ist der Wert eines Kommanditanteils nach mehreren Betriebsjahren?
Von besonderer Bedeutung ist die Prognose der zukünftigen Rückflüsse aus der Beteiligung auf Grundlage der langfristig zu erwartenden Energieerträge, die durch eine Hochrechnung der tatsächlichen Energieerträge mit dem Windindex gebildet werden. Die Finanzierungsstruktur hat ebenfalls einen großen Einfluss auf den Verkaufswert. Die Erlöse aus dem Betrieb werden zuerst für den Aufbau einer Mindestliquidität und danach vorrangig für die Darlehenstilgung eingesetzt. Die Ausschüttungen sind daher bis zum Ende der Tilgung relativ niedrig und steigen ab dem 12. bis 16. Betriebsjahr deutlich an. Der Käufer eines Kommanditanteils übernimmt somit die anteilige Mindestliquidität und ein zunehmend schuldenfreies Projekt. Nach Ablauf der garantierten Vergütungszeit durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bietet sich für ihn darüber hinaus die Möglichkeit der freien Vermarktung des Wind- und Solarstroms.
Nach unserer Einschätzung bleibt der Wert eines Kommanditanteils bis zur Tilgung der Darlehen relativ konstant, wobei die tatsächliche Höhe insbesondere vom Ertragspotenzial des Projektes abhängt. Wir plädieren daher für ein selbstbewusstes Auftreten eines potenziellen Verkäufers mit dem Ziel, bei der Veräußerung seines Anteils ein attraktives Geschäft abzuschließen.





