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Über die Schulter geschaut

Windenergieprojekte im laufenden Betrieb

 

Aus: Windwärts Newsletter Nr.5, Stand: 24. Oktober 2005

 

Im Oktober dieses Jahres sind zwei Anlagen des Windenergieprojektes Laatzen seit zehn Jahren in Betrieb. Ein geeigneter Anlass, der Windwärts Energie GmbH bei der Betriebs- und Geschäftsführung über die Schulter zu schauen. „Als wir 1994 den Beteiligungsprospekt veröffentlichten, war uns nicht in allen Einzelheiten klar, welche Tätigkeiten da auf uns zukommen“, sagt Roger Lutgen, einer der Gründer der Projektentwicklungsgesellschaft. „Dies hat sich im Laufe der Jahre deutlich verändert. Von diesem Know-how profitieren auch unsere älteren Projekte. Schließlich ist ein langjährig erfolgreicher Anlagenbetrieb eine gute Vertrauensbasis für Landeigentümer, Kommunen, Banken und Investoren“.

 

Bei Coppenbrügge im Weserbergland werden im Projekt Rebenstein drei Windenergieanlagen vom Typ GE 1.5 SL betrieben. Christian Witzsche und Friedrich Wilke-Rampenthal waren von Hannover aus eine gute Stunde unterwegs und sind jetzt auf 85 m Höhe im Maschinenhaus der ersten Anlage eingetroffen. Neben dem Stromgenerator befindet sich der Schalt- und Sicherungsschrank mit integrierter Tastatur und Flachbildschirm. Maschinenbauingenieur und Techniker schauen sich fragend an: „Der Monitor scheint den Geist aufgegeben zu haben“, mutmaßt Wilke-Rampenthal. „Für den Betrieb der Windenergieanlage ist dieser zwar nicht unbedingt erforderlich, aber da muss der Hersteller trotzdem etwas unternehmen. Sonst kann das Service-Personal von hier oben die Anlage nicht bedienen.“

 

Bei regelmäßigen Begehungen werden per Checkliste die Komponenten der Windenergieanlagen überprüft. Daneben sind der Zustand von Transformator- und Übergabestationen und die Befahrbarkeit von Zuwegungen und Kranstellflächen in Augenschein zu nehmen. Gegebenenfalls sind in Abstimmung mit der kaufmännischen Betriebsführung externe Firmen mit Instandhaltungs- und Pflegearbeiten zu beauftragen. Bei den für Wartung und Service zuständigen Firmen liegt das Hauptinteresse bei der Einhaltung der garantierten technischen Verfügbarkeit. „Für uns hingegen ist der allgemeine Zustand der Anlagen und der Infrastruktur genau so wichtig. Darum ist unsere Arbeit im Zusammenspiel mit technischen Gutachtern für die Betreibergesellschaften von so großem Nutzen“, ist Witzsche überzeugt.

 

Im Bereich der Überwachung und Dokumentation des Anlagenbetriebs setzt die technische Betriebsführung die Software Windwärts Online ein. Das Fernüberwachungssystem dokumentiert den laufenden Anlagenbetrieb und ist inzwischen für jedermann auf www.windwaerts.de unter Realisierte Projekte zugänglich. Damit haben nicht nur Kommanditisten, sondern alle Homepagebesucher einen detailliertenEinblick in den praktischen Anlagenbetrieb und können grafische und tabellarische Auswertungen der Betriebsdaten vornehmen.

 

„Für die Qualität meiner Arbeit ist die technische Betriebsführung nicht wegzudenken“, sagt Kai Brinkmann von der kaufmännischen Betriebsführung. „Nur so bin ich umfassend über den Zustand unserer Anlagen informiert und kann gegebenenfalls Maßnahmen in die Wege leiten.“ Der Informatik-Betriebswirt (VWA) ist für die Abwicklung und Kontrolle des Zahlungsverkehrs von sechs verschiedenen Betreibergesellschaften verantwortlich. Zu seinem Aufgabenbereich gehören die Berechnung und Überweisung von Nutzungsentgelten an die Landeigentümer und die Einforderung von Entschädigungs-zahlungen gegenüber Anlagenherstellern und Versicherungsgesellschaften.

 

In Zusammenarbeit mit Banken sind regelmäßig der Finanzierungszustand zu kontrollieren und die liquiden Mittel der Gesellschaften zinsgünstig anzulegen. Nach Rücksprache mit Beiräten und Geschäftsführung werden Ausschüttungen vorgenommen und gegebenenfalls Darlehen umfinanziert. Die kaufmännische Betriebsführung ist darüber hinaus für die Veranlassung von Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärung zuständig und steht in regelmäßigem Kontakt mit den beauftragten Steuerberatern. Eine weitere Aufgabe besteht in der Unterstützung und Entlastung der Geschäftsführung der Betreibergesellschaften. Kai Brinkmann ist es insbesondere bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Betreibergesellschaft und Vertragspartnern wichtig, eine unvoreingenommene und hoch motivierte Geschäftsführung hinter sich zu wissen.

 

Zwei bis drei Beiratssitzungen und eine Gesellschafterversammlung pro Jahr sind für jede Betreibergesellschaft vorzubereiten, einzuberufen, durchzuführen und zu protokollieren. Informationen über den Projektverlauf werden zusammengestellt und an die Kommanditisten verschickt. „Als kaufmännischer Betreuer des Windenergieprojektes Laatzen finde ich den langjährigen Projektverlauf besonders interessant“, sagt der gelernte Bankkaufmann Jens Allerheiligen. „Ich bin auch privat an diesem Projekt beteiligt und freue mich, dass im Laufe der Jahre in der Betreibergesellschaft ein Wir-Gefühl entstanden ist, obwohl man sich lediglich einmal im Jahr sieht.

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