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Projekte entwickeln

Wie entsteht ein Windenergieprojekt?

 

Aus: Windwärts Newsletter Nr. 8, Stand: 16. April 2007

 

Ein Projektentwicklungsingenieur hat bei der Windwärts Energie GmbH ein vielseitiges und spannendes Tätigkeitsfeld. Als Verantwortlicher für mehrere Projekte in verschiedenen Planungsstadien ist er Initiator, Gestalter und Vermittler zwischen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und aus vielfältigen Berufsgruppen. Kommunikationsfähigkeit, fachliches Know-how und nicht zuletzt ein ausgeprägtes Gespür für Situationen und Entwicklungsmöglichkeiten sind Fähigkeiten, die einen erfolgreichen Projektentwickler auszeichnen.

 

Wo befindet sich der optimale Standort für ein neues Windenergieprojekt? Mit welchen Energieerträgen ist zu rechnen? Wie sieht es mit Netzanschluss und Zuwegung aus? Welche Prozesse zum Thema Windenergienutzung haben in Politik, Verwaltung und bei den Anwohnern bereits stattgefunden und mit welchem Ergebnis? Eine Fülle von Aspekten, die ein Projektentwickler bei der Standortsuche zu klären und zu beantworten hat.

 

Bei der Suche nach geeigneten Flächen für die Windenergienutzung werden EDV-gestützte Geo-Informationssysteme eingesetzt. Wesentliche Eingangsgrößen sind die Abstände zur Wohnbebauung und zu Schutzgebieten, wie etwa Landschafts- oder Naturschutzgebieten, Brut- und Rastvogelgebieten. Hält ein Bereich einer Feinanalyse stand, werden Verhandlungsgespräche mit den Landeigentümern über ein Pachtkonzept geführt. Es werden Anlagengröße und ein darauf aufbauendes Aufstellmuster festgelegt.

 

Grundlage für die baurechtliche Genehmigung eines Windenergieprojektes ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Neben einer detaillierten Beschreibung der Baumaßnahmen und der elektrotechnischen Installationen umfassen die Antragsunterlagen Schallemissons- und Schattenwurfgutachten von unabhängigen Sachverständigen. Auch Sichtbarkeitsstudien der Windenergieanlagen und Untersuchungen zur Auswirkung auf das Landschaftsbild werden benötigt. Ebenso sind naturschutzfachliche Belange zu prüfen. Es werden Studien über Brut- und Rastvögel oder Fledermauspopulationen in Auftrag gegeben. Nach Vorgaben der Naturschutzbehörde und in Abstimmung mit lokalen Naturschutzinitiativen werden Kompensationsflächen bestimmt und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt.

 

Parallel zum Genehmigungsverfahren sind Preis-, Zahlungs- und Vertragsbedingungen bezüglich der Windenergieanlagen, Fundamente und Infrastrukturmaßnahmen zu verhandeln. In Zusammenarbeit mit hausinternen Finanzierungsfachleuten werden die Wirtschaftlichkeitsberechnungen erstellt.

 

Als Kenner des aktuellen Projektstandes nimmt der Projektentwickler an Gesprächen mit Banken und potenziellen Investoren teil und lässt sein Wissen in den Emissionsprospekt einfließen.

 

Ein Windenergieprojekt findet nicht nur Befürworter. Eine offene und transparente Kommunikation mit Genehmigungsbehörden, Anwohnern und Politikern ist daher wichtig, um tragfähige Kompromisse zu erzielen. Manchmal ist Durchsetzungsvermögen gefragt. Wie ist ein Sachverhalt zu interpretieren, und mit welchen Chancen, Risiken und Kosten ist eine eventuelle juristische Klärung verbunden? Das sind Entscheidungen, die ein Projektentwickler mit hausinterner juristischer Unterstützung zu fällen hat.

 

Planung und Durchführung der Baumaßnahmen stellen eine weitere Phase der Projektentwicklung dar. Es sind Fundament-, Kabel- oder Wegebauarbeiten zu vergeben, zu koordinieren und zu überwachen. Persönlicher Höhepunkt für jeden Planer ist die vom Hersteller durchzuführende Anlieferung und Errichtung der Windenergieanlagen.Gemeinsam mit örtlichen Vereinen und Gruppen wird anschließend ein Windfest mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm organisiert. Alle interessierten Anwohner, die beauftragten Sachverständigen, Hersteller- und Baufirmen, die Anleger und die Vertreter aus Politik und Verwaltung sind eingeladen, die Inbetriebnahme der Anlagen zu feiern. Für den Projektentwicklungsingenieur neigt sich damit eine mehrjährige Tätigkeit ihrem Ende zu.

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