Neodym – Für und Wider - Kann die Windenergiebranche nachhaltige Industriepolitik fördern?
Aus: Windwärts Newsletter Nr. 17, Stand: September 2011
Sie sind in Handys und in Lautsprechersystemen, in Festplatten, Laptops und anderen elektronischen Produkten: Neodym-Eisen-Bor-Magnete. Bei geringem Eigengewicht generieren sie starke Magnetfelder und finden mittlerweile auch in einigen Windenergieanlagen Verwendung. Da die Windenergiebranche – im Unterschied zu vielen etablierten Industrien – den Aspekt der Nachhaltigkeit besonders für sich in Anspruch nimmt, steht sie bei der Verwendung von Neodym unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit.
97 Prozent des weltweiten Neodymverbrauchs werden von China gedeckt. Infolge kaum vorhandener ökologischer und sozialer Normen sind die Produktionskosten dort besonders gering. In der 2010 vorgestellten Rohstoffstrategie der Bundesregierung heißt es: „In den vergangenen Jahren sind deutsche Rohstoffverarbeitungskapazitäten in größerem Umfang geschlossen oder ins Ausland verlagert worden. Gründe sind vor allem hohe Energiekosten, aber auch gestiegene Umweltschutzanforderungen und ein hohes Lohnkostenniveau.“
Bei der Verwendung von Neodym und anderen Seltenen Erden kann die Windindustriebranche eine Vorreiterrolle übernehmen und Einfluss nehmen auf die Rohstoffpolitik. Gemeinsam mit dem Gesetzgeber können Hersteller und Projektentwickler dazu beitragen, weltweit gültige sozial- und umweltverträgliche Standards, die Zertifizierung von Lieferketten sowie Nachweise über Arbeitsschutz-, Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme zu etablieren, weitere Bezugsquellen zu erschließen und das Recycling zu forcieren.
Die Windwärts Energie GmbH unterstützt Anbieter, die die Produktion erneuerbarer Energie möglichst umwelt- und sozialverträglich gestalten. Daher verlangen wir von den Anlagenherstellern auch Auskünfte über die Herkunft, Produktionsweise und die Einhaltung von Umweltstandards bei möglicherweise eingesetzem Neodym.




