Frischer Wind für Erneuerbare Energien
Oder: Wo liegt die Zukunft der Energieerzeugung?
Aus: Windwärts Newsletter Nr.1, Stand: Oktober 2003
Die Nutzung der Windenergie lässt in Politik und Medien zurzeit die Wogen hochgehen. Ursachen für diesen stürmischen Parcours sind richtungweisende Entscheidungen über Investitionen im konventionellen Kraftwerkspark sowie die Überprüfung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Nach heftigem Säbelgerassel verkünden Clement und Trittin inzwischen überraschend einmütig, dass es auch in zehn oder zwanzig Jahren beides geben wird: Windenergieanlagen und Kohlekraftwerke.
Ursprünglich als eine Idee versponnener Idealisten belächelt, hat die Windenergienutzung in den vergangenen Jahren den Bereich der energiepolitischen Realität erreicht. Weltweit operierende Unternehmen haben inzwischen die Nutzung der Windenergie für sich entdeckt. Mit ca. 45.000 Arbeitsplätzen sind in Deutschland mehr Menschen im Windenergiebereich als im Kohlebergbau beschäftigt. Und die Zukunftsperspektiven erneuerbarer Energien sind weltweit ausgesprochen günstig. Unabhängige Marktforschungsinstitute prognostizieren über Jahrzehnte hinaus zweistellige Wachstumsraten.
Unsere Energieversorgung basiert in hohem Maße auf sogenannten Grundlastkraftwerken, vor allem Atom- und Kohlekraftwerken, die aufgrund ihrer langsamen Anfahrtszeiten im Dauerbetrieb laufen. Diese unflexiblen Kraftwerke sind nur schwer vereinbar mit einer intensiven Nutzung von Wind- und Solarenergieanlagen, die den Strom mit einer gewissen Fluktuation bereitstellen.
In naher Zukunft müssen Entscheidungen über den Ersatz von Kohlekraftwerken aus den 50er bis 70er Jahren getroffen werden. Dies gilt auch für Atomkraftwerke, die durch das Ausstiegsprogramm in den nächsten Jahren vom Netz genommen werden. Jetzt können die Weichen zugunsten von Gas- und Dampfkraftwerken (GuD) oder Gaskraftwerken in Kraft-Wärme-Kopplung gestellt werden, die Leistungsschwankungen bei der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien problemlos ausgleichen.
In Zukunftsszenarien gewinnen Speichertechnologien eine zunehmende Bedeutung. So wird im großtechnologischen Rahmen der Einsatz von leicht speicherbarem Wasserstoff, der mittels erneuerbarer Energien gewonnen wird, für möglich gehalten. Oder führt ein in großen Stückzahlen hergestellter Energiespeicher aus dem Elektroautomobilbereich zu völlig neuen Perspektiven einer sicheren und sauberen Energieversorgung?



