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Von der Eisen-Giesserey zum Baumaschinen­hersteller – Die Hanomag im Wandel der Zeit

Aus: Windwärts Newsletter Nr. 15, Stand: Dezember 2010

 

Die Hannoversche Maschinenbau Actien-Gesellschaft – kurz Hanomag – wurde 1871 gegründet. Ein Bankenkonsortium hatte das Unternehmen vom „Eisenbahnkönig“ Dr. Bethel Henry Strousberg gekauft. Der hatte die von der Unternehmerpersönlichkeit Georg Egestorff 1835 gegründete Eisengießerei und Maschinenfabrik erworben und bedeutend erweitert. In Linden-Süd entstanden 1904 das mächtige Verwaltungsgebäude und 1917 das Werksgebäude. Bis 1931 zählte die Hanomag zu den größten Lokomotivproduzenten Deutschlands.

 

Während des Dritten Reiches war das Unternehmen in die Rüstungsgüterproduktion eingebunden. Die Beschäftigtenzahl wuchs zwischen 1933 und 1936 von 2.500 auf 10.000. Man stellte Waffen und Fahrzeuge für die Wehrmacht her sowie, zwischen 1939 und 1945 als Beteiligte an der Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover (MNH), Panzer und sonstiges Kriegsgerät. Zeitweise betrug die Beschäftigtenzahl während des Krieges 20.000 – darunter 6.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge.

 

1946 fand im späteren Ernst-Winter-Saal im Torhaus der Hanomag unter der Leitung von Kurt Schumacher der Wiedergründungsparteitag der SPD statt. 1958 übernahm Rheinstahl die Hanomag, 1965 wurde die Nutzfahrzeugmarke Tempo in­tegriert, 1969 fusionierten die Nutzfahrzeug-Sparten von Hanomag und der Henschel-Werke zur Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH. 1974 ging das Unternehmen noch für 120 Millionen DM an Massey Ferguson und 1980 für nur noch 30 Millionen DM an die IBH-Holding. Versuche, die Hanomag mit öffentlicher Hilfe wieder flott zu machen, scheiterten.

 

1983 meldete die IBH Konkurs an, die Hanomag ein Jahr darauf. Die letzten verbliebenen Mitarbeiter wurden entlassen, die Auffanggesellschaft Hanomag GmbH wurde gegründet. Aus dem Traditionsunternehmen wurde eine Industriebrache. 1989 übernahm der weltweit zweitgrößte Baumaschinenhersteller Komatsu Anteile der Hanomag AG und machte sie 2002 zu ihrer hundertprozentigen Tochter.

 

1991 erwarb die Doblinger Industrie Bau AG (Dibag) aus München sämtliche Hanomag-Flächen. Seit 2009 werden Gebäude und Gelände revitalisiert, nachdem deren industrielle Nutzung durch die Hanomag Lohnhärterei beendet worden war.

 

Seit Dezember 2010 firmiert die Windwärts Energie GmbH in ihren neuen Räumen im Hanomaghof 1.

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