Wir kümmern uns d’rum – EPC als Dienstleistung von Windwärts

30. Juni 2017 - 11:56 Uhr
von Dr. Stefan Dietrich
zu  Windwärts – Einblicke ins Unternehmen

  • Transport eines Rotorblatts im Windpark Steigerwald

Das klassische Geschäft eines Projektentwicklers beginnt bei der Flächensuche und reicht über den Bau der Windenergieanlagen bis zur kaufmännischen und technischen Betriebsführung über die gesamte Laufzeit. In den letzten Jahren kam auf dem Markt aber einiges in Bewegung. Viele Grundstückseigentümer und potenzielle Windparkbetreiber möchten ihre Projekte zumindest zum Teil selbst planen und so einen größeren Teil der Wertschöpfung bei sich behalten. Damit das gelingt und am Ende ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen möglich ist, brauchen sie weiterhin das Know-how erfahrener Partner, mit denen sie das Projekt gemeinsam umsetzen können. Windwärts bietet entsprechende Dienstleistungen, die als EPC zusammengefasst werden: Detail-Planung und Kontrolle der Bauarbeiten (Engineering), die Beschaffung der Anlagen und der Bauleistungen (Procurement) und die Durchführung und Abnahme der Bauarbeiten (Construction).

Ansprechpartner für diese Dienstleistungen hier im Haus ist Dirk Oetjens. Dirk ist seit fünf Jahren bei Windwärts und hat in dieser Zeit verschiedene Positionen bekleidet. Ich habe mich mit ihm darüber unterhalten, was Windwärts genau anbietet, und warum potenzielle Auftraggeber gerade mit uns ins Geschäft kommen sollten.

EPC – wieder so ein neumodischer Begriff. Was verbirgt sich denn dahinter?

Es geht um Planung, Beschaffung und Realisierung. Damit ist gemeint, dass wir das gesamte Projekt für einen Dritten errichten. Das bedeutet nicht, dass wir die Arbeiten auf der Baustelle alle selbst mit eigenen Leuten ausführen, aber wir steuern den Bau und sind dem Auftraggeber gegenüber verantwortlich, dass der Windpark wie vereinbart ans Netz gehen kann.

Dirk Oetjens Ansprechpartner für EPC bei Windwärts: Dirk Oetjens

Umfasst das Angebot die gesamte Palette dessen, was wir für unsere selbst entwickelten Parks auch machen?

Grundsätzlich ja, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Bau des Windparks. In der Theorie geben wir ein Angebot für ein gerade genehmigtes Projekt ab. Der Park kann gebaut werden, und wir bieten die Realisierung, die Infrastruktur und die Anlagen an. In der Realität sieht das aber häufig anders aus. Wer ein Projekt plant, muss für die eigene Wirtschaftlichkeitsberechnung bereits früh wissen, welche Preise er für die benötigten Windenergieanlagen bezahlen muss. Die entsprechenden Verhandlungen mit den Herstellern müssen also frühzeitig geführt werden, lange bevor die Genehmigung erteilt wird. Das ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, zu dem man als Auftraggeber mit Windwärts als Dienstleister in Kontakt treten sollte. Denn dann können wir die Vorteile, die wir bei der Beschaffung der Anlagen im Rahmen der MVV-Gruppe haben, auch tatsächlich weitergeben. Da geht es nicht nur um den Preis der Anlagen, sondern auch um Wartungskosten, Lieferfristen und andere Vertragsbestandteile. Sind die Verträge bereits ausgehandelt, können wir nur noch sehr schwer günstigere Preise und Bedingungen für den Kunden herausholen.

Wenn ich einen Windpark plane und überlege, den Bau anderweitig zu vergeben, sollte ich mich also möglichst früh damit beschäftigen?

Ja. Dann kann ich auch überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, nicht nur Bau-, sondern auch Planungsdienstleistungen zu vergeben. Das muss ja nicht gleich alles sein, Windwärts bietet da durchaus auch Teilleistungen an. Das ist modular aufgebaut, weil unterschiedliche Kunden auch unterschiedliche Vorstellungen haben. Ein Projektentwickler wird das Projekt selbst durch die Genehmigung bringen und dann gegebenenfalls eine Bauleistung beauftragen. Eine Bürgerenergiegesellschaft oder ein Stadtwerk vergeben gerne auch die Planungsleistungen, bis hin zur Ausschreibung. In jedem Fall sind wir der richtige Partner. Wir haben bei einer frühen Kontaktaufnahme die Gelegenheit, die bisherige Planung zu überprüfen und Hinweise zu geben, wie sie optimiert werden kann. Das ist für den Kunden dann auch eine Art Testphase, in der er unsere Arbeitsweise kennen lernen kann und wir Vertrauen aufbauen können.

Da ist ja ein wichtiges Stichwort gefallen: Ausschreibung. Ist das Teil des Angebots, ein Projekt durch die Ausschreibung zu begleiten und zu bringen?

Wenn es gewünscht wird, bieten wir das auch an. Ob das konkret bedeutet, dass wir selbst in die Ausschreibung gehen oder eine Empfehlung abgeben, mit der dann der Auftraggeber daran teilnimmt, werden der Kunde und wir dann im Einzelfall gemeinsam entscheiden.

Warum soll ich als Auftraggeber gerade mit Windwärts zusammenarbeiten? Es gibt ja sicherlich auch andere, die die Bauleistungen übernehmen können.

Was in jedem Fall für uns spricht, sind die Vorteile, die wir bei der Beschaffung der Anlagen bieten können. Das geht weit über den Preis hinaus. Die Verhandlungen mit den Herstellern sind komplex und betreffen nicht nur den Preis der Anlagen selbst, sondern immer auch die Wartungskosten. Bei der Erstellung und Verhandlung der Kauf- und Wartungsverträge sind viele Details einzuplanen und einzuarbeiten. Da können wir die gesamte Erfahrung unserer Einkaufsgemeinschaft mit juwi einbringen, solche Verhandlungen haben wir sehr oft geführt. Dazu kommt dann noch der Lieferzeitpunkt der Anlagen: Wie schnell kann die Anlage geliefert werden, wenn die Genehmigung da ist? Denn Verzögerungen kosten Geld. Das sind drei Vorteile, die wir mitbringen: einmal, über Rahmenverträge einen günstigen Preis zu bekommen, zum zweiten die Erfahrung beim Verhandeln der Verträge und deren Details, und drittens, dass wir Anlagen schneller geliefert bekommen können als jemand, der das vielleicht zum ersten Mal macht.

Über den Anlageneinkauf hinaus, was kann Windwärts noch besonders gut?

Wir verfügen über eine umfangreiche Erfahrung im Bau von Windenergieanlagen. Wir wissen, wie die Parks errichtet werden müssen, und vor allem, wie sie gut und günstig errichtet werden. Wir arbeiten auch nicht nur mit einem oder wenigen Unternehmen zusammen, sondern finden für jedes Projekt die besten Auftragnehmer, häufig sind das regionale Unternehmen. Das ist ein Erfahrungsschatz, auf den unsere Kunden zurückgreifen können. Darüber hinaus haben wir viel Arbeit in die Vorbereitung der Ausschreibungen gesteckt. Gemeinsam mit unseren Partnern in der MVV Energie Gruppe haben wir ein Tool entwickelt, das auf eine große Datenbasis zurückgreift und die Ausschreibungsrunden berechenbarer macht. Das kann ein großer Vorteil sein.

Windwärts hat sich in der Projektentwicklung ja auf Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Ostwestfalen-Lippe konzentriert. Gilt dieses Angebot für dieselben Regionen?

Ja, das sind die Regionen, in denen wir aktiv sind. Wir haben uns ja bereits im Herbst 2015 mit juwi darauf geeinigt, dass wir uns unter dem Dach der MVV Energie Gruppe auf unsere jeweiligen Kernmärkte fokussieren und arbeiten eng mit juwi zusammen. Wendet sich jemand aus einer anderen Region an uns, stellen wir den Kontakt mit juwi her, und umgekehrt bekommen wir von juwi Hinweise auf Projekte in unseren Regionen.

Wie gehst du vor, wie kommst du an mögliche Auftraggeber ran?

Wir sprechen mögliche Auftraggeber direkt an, wenn bereits Kontakte bestehen, oder bauen auf Veranstaltungen und Branchentreffs neue Kontakte auf. Wir sind mit dem Angebot noch nicht so lange auf dem Markt aktiv, aber langsam bekommen wir auch Anfragen, die direkt an unser Haus gerichtet werden. Ich suche den Kontakt zu unseren Zielgruppen, das heißt auch, dass ich auf unterschiedlichen Veranstaltungen präsent und ansprechbar bin, etwa auf Windbranchentagen oder Messen in den Regionen, in denen wir aktiv sind. An Windwärts-Ständen bekommen Interessenten auch Unterlagen zum Thema, ebenso wie auf unseren Internetseiten, Öffnet den Link in einem neuen Fensterwo zum Beispiel ein Flyer mit den wichtigsten Informationen zum Download bereitsteht.

Wie wird sich denn deiner Ansicht nach der Markt verändern? Wird das Thema EPC an Bedeutung gewinnen?

Wir beobachten, dass viele Grundstückseigentümer, aber auch andere regionale Gruppen Projekte selbst entwickeln oder zumindest die Kontrolle behalten wollen. Sie möchten dann die Anlagen zumindest zum Teil selbst betreiben und trauen sich auch zu, ein Projekt selbst umsetzen und die begleitenden Risiken einschätzen zu können. Sie möchten nicht einfach nur einen Pachtvertrag unterzeichnen und den Projektentwickler alles andere machen lassen. Oft sind Projektentwickler auch als ein bisschen arrogant verschrien, es steht der Vorwurf im Raum, sie wollten nur absahnen. Wir verstehen uns als fairer und zuverlässiger Partner der Grundstückseigentümer und der zukünftigen Betreiber, daher ist es für uns klar, dass wir auch als Dienstleister tätig sein können und ein Projekt nicht auf Biegen und Brechen alleine umsetzen wollen.


Autor Dr. Stefan Dietrich

Dr. Stefan Dietrich

Als Windwärts Pressesprecher bin ich dafür zuständig, dass die Medien und Menschen vor Ort immer gut über unsere Projekte informiert sind. Das heißt, ich informiere die Lokalpresse über Genehmigungen, Baufortschritte, Inbetriebnahmen u.ä. und empfange Besichtigungsgruppen in unseren Wind- und Solarparks. Darüber hinaus habe ich die aktuellen Entwicklungen der Branche im Blick (den Dr. habe ich schließlich in Politikwissenschaft gemacht).

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