Ganz nah dran und hoch hinaus: Meine Praxisphase bei Windwärts

03. April 2017 - 13:35 Uhr
von Lena Oestringer
zu  Arbeiten bei Windwärts

  • Lena mit ihren engsten Kollegen bei Windwärts

Seit September 2015 studiere ich BWL-Industrie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Das bedeutet, im dreimonatigen Wechsel die Theorie an der DHBW zu lernen und die Praxis bei der MVV Energie AG anzuwenden. Das Besondere an der MVV Energie ist für mich zum einen die Vernetzung in der Region, denn die MVV Energie ist hier nicht nur als Energieversorger, sondern auch als Sponsor oder Kooperationspartner sehr präsent. Zum anderen eilt ihr der Ruf voraus, eine attraktive Ausbildung zu bieten. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens war das für mich bei der Entscheidung für ein duales Studium bei der MVV Energie ausschlaggebend. In diesem Rahmen durchlaufe ich einzelne Praxisbereiche wie den Vertrieb und das Marketing, den Einkauf, den Personalbereich aber auch den Bereich Rechnungswesen und Controlling.

Perspektivwechsel: Von der Konzernmutter in Mannheim zur Tochter nach Hannover

Viele meiner Kommilitonen absolvieren ein Auslandssemester. Auch ich wollte über den Tellerrand hinaus schauen und entschied mich mit Unterstützung meiner Ausbildungsleiterin für eine Praxisphase bei einer der Tochtergesellschaften der MVV Energie. Windwärts in Hannover war gern bereit eine Studentin für die Aufgaben im Rechnungswesen und Controlling aufzunehmen und ich habe mich sehr schnell mit dem Gedanken an eine Praxisphase im hohen Norden angefreundet. Das ist zwar kein Auslandssemester, wohl aber ein spannender Perspektivwechsel von der Konzernmutter mit 6.200 Mitarbeitern zur Tochter in Hannover, die mit rund 80 Mitarbeitern auf das Geschäft rund um die Windenergie an Land spezialisiert ist.

Schnell angekommen

Von Anfang an habe ich mich bei Windwärts sehr wohlgefühlt. Gleich am ersten Tag durfte ich den Großteil der Mitarbeiter bei meiner Begrüßungsrunde durchs Haus kennenlernen. Am Abend schwirrte mir der Kopf aufgrund der vielen Namen und Gesichter, aber ich war total erleichtert über die Herzlichkeit, die ich von allen erfahren durfte. Darüber hinaus habe ich mich mit meinen direkten Kollegen auf Anhieb sehr gut verstanden und so war die erste Nervosität schnell verflogen. Auch während der drei Monate hatte ich immer das Gefühl Teil des Teams zu sein.

Ganz nah dran…

Mein Arbeitsplatz war bereits am ersten Tag voll ausgestattet. Nach einer kleinen Einführung konnte ich gleich einsteigen: mein Projekt war die selbstständige Erarbeitung und Implementierung eines internen Reportings für die Geschäftsführung. Bei Fragen haben mich meine Kollegen im Rechnungswesen und Controlling immer unterstützt. Auch alle anderen, bei denen ich die „Bausteine“ für mein Projekt eingesammelt habe, konnte ich jederzeit ansprechen. So habe ich den Aufbau des Reportings am Ende der drei Monate abschließen und zur Weiterführung abgeben können. Ich bin gespannt, wie es sich bewährt und frage in Zukunft bestimmt mal nach. Darüber hinaus wurde ich bei der Forecast- und Mittelfristplanung einbezogen, durfte an den verschiedenen Planungskonferenzen teilnehmen und mich auch selbst an eine solche Planung wagen. Doch nicht nur im Bereich Finanzen und Recht habe ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen, auch einzelne Kollegen aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens haben sich die Zeit genommen, mir ihren Bereich vorzustellen und meine Fragen zu beantworten.

So durfte ich mit Henning Lahrmann, dem Leiter des Bereiches Projektrealisierung, die Baustelle in Öffnet den Link in einem neuen FensterDüste besuchen. Dort werden zurzeit fünf Windenergieanlagen errichtet und der Fundamentbau ist in vollem Gange. Gerade hatte ich noch die Zahlen bearbeitet, und schon konnte ich die verschiedenen Stadien des Fundamentbaus live vor Ort sehen. Eine der Baugruben wurde gerade erst mit dem Bagger ausgehoben, bei der nächsten wurden an diesem Tag die Drainagen zur Entwässerung verlegt. Am meisten beeindruckt hat mich allerdings die Baugrube, bei der das Fundament schon gegossen war und gerade trocknete. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, wie groß das Fundament für eine Windenergieanlage mit einer Nabenhöhe von 104 Metern sein muss. In diesem Fall beträgt der Durchmesser ganze 18 Meter. Zum Abschluss haben wir uns noch ein Bild von der Baustelle des Umspannwerks gemacht, das ebenfalls Teil des Projektes ist.

 

… und hoch hinaus

 

Lena ganz oben Lena ganz oben

Mein absolutes Highlight war das Klettern auf eine Windenergieanlage zusammen mit meinem Kollegen Friedrich Wilke-Rampenthal aus der technischen Betriebsführung. Nachdem die Sicherheitsausrüstung angelegt war, erklärte er mir die Mühle mit all ihrer technischen Ausstattung. So erfuhr ich dann auch, dass wir den Aufstieg von 85 Metern über einer Leiter absolvieren würden. Nach den ersten Sprossen war für mich klar, dass ich angesichts dieser unvorstellbaren Höhe besser gleich wieder runtersteige. Doch nach einer kurzen Pause auf der Plattform im Inneren des Turms packte mich der Ehrgeiz und die grandiose Aussicht wollte ich auf keinen Fall verpassen. So stieg ich Sprosse für Sprosse die Leiter hinauf. Natürlich wurde es immer anstrengender und ich musste des Öfteren eine Pause einlegen und kurz durchatmen. Der Aufstieg dauerte gefühlt Stunden, aber aufgeben wollte ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr. Im Maschinenraum angekommen durfte ich auch gleich aus der Luke hinaus schauen. Allein für diese Aussicht hatten sich die Mühe und Überwindung gelohnt. Doch als es dann darum ging oben auf das Maschinenhaus zu steigen, dachte ich zuerst das wäre ein Scherz. Jetzt zitterten mir doch noch einmal die Knie, aber auch diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich habe mich mit meinem Haken draußen gesichert und bin ohne groß darüber nachzudenken rausgeklettert. Es war ein absolut wahnsinniges Gefühl, die Umgebung in kilometerweiter Entfernung zu sehen, den Wind zu spüren und einfach die Stille zu genießen. Wie aufregend dieses Abenteuer insgesamt war, habe ich noch einmal am Abend zu spüren bekommen: Absolut ausgepowert nach diesem Adrenalinschub und mit Muskelkater bin ich an diesem Tag schon sehr früh eingeschlafen…

Auf ein Wiedersehen

Alles in allem verging die Zeit bei Windwärts für mich wie im Flug und dies ist ja häufig ein Zeichen dafür, dass man sich wohl gefühlt hat. Ich bin sehr froh, dass ich meine Praxisphase hier absolviert habe. Der Perspektivwechsel hat mich bereichert und ich werde die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen auf jeden Fall mitnehmen. Abschließend möchte ich mich noch einmal bei allen Kollegen für die tolle Unterstützung und die wunderbare Zeit hier bedanken. Und wie sagt man doch so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben …


Autorin Lena Oestringer

Lena Oestringer

Seit September 2015 studiere ich BWL-Industrie bei der MVV Energie AG in Mannheim. Das bedeutet im dreimonatigen Wechsel die Theorie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) zu lernen und die Praxis bei der MVV Energie anzuwenden. Im Rahmen meines Studiums durfte ich drei Monate bei der Windwärts Energie GmbH in Hannover im Bereich Finanzen und Recht mitarbeiten. Hierbei habe ich viele spannende Einblicke in das Unternehmen und die einzelnen Bereiche erhalten. Nach der Arbeit und am Wochenende war ich mit dem Fahrrad in den unterschiedlichsten Ecken von Hannover unterwegs und habe so die Stadt kennen und schätzen gelernt.



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